Fiat erweitert sein Angebot um ein elektrisches Dreirad für Handwerk, Handel und Lieferdienste. Der Fiat Tris soll ab 2027 die Lücke zwischen Lastenrad und Transporter schließen.
Mit dem Tris bringt Fiat ab 2027 ein elektrisches Dreirad auf den Markt, das für Einsätze auf der letzten Meile sowie für gewerbliche Transporte in Städten konzipiert ist. Das Fahrzeug basiert technisch auf dem Topolino und soll als kompakte Alternative zwischen Lastenrad und Kleintransporter positioniert werden.
Der Tris erweitert Fiats Mikromobilitätsstrategie erstmals auf den Bereich leichter Nutzfahrzeuge. Grundlage ist der 2023 eingeführte elektrische Topolino. Aus dessen Technik entwickelt der Hersteller schrittweise eine eigene Modellfamilie. Für 2028 ist mit dem Multiplina bereits ein weiterer Ableger mit vier Sitzplätzen und größerem Stauraum angekündigt.
Die größten Einsatzmöglichkeiten sieht Fiat in urbanen Räumen. Dort werden Waren bereits häufig von Mikro-Hubs aus per Lastenrad verteilt. Nach Einschätzung des Herstellers benötigen viele Gewerbetreibende jedoch mehr Nutzlast, Wetterschutz und Stauraum, ohne direkt auf einen klassischen Transporter umzusteigen.
Die Idee eines kompakten Dreirad-Nutzfahrzeugs hat in Italien Tradition. Über Jahrzehnte prägte die Piaggio Ape das Straßenbild und wurde für Transporte aller Art genutzt. Fiat sieht insbesondere in Europa einen lohnenden Markt für entsprechende Fahrzeuge. „Das ist ein enormes Potenzial, das wir nutzen wollen“, sagt Giorgio Neri, verantwortlich für den Bereich Mikromobilität. „Mit dem Tris übertragen wir das Konzept der Ape nun auf ein E-Fahrzeug.“
Entwickelt wurde der Tris vor allem für Wachstumsmärkte in Afrika. Produziert wird das Modell wie der Topolino in Marokko. Gleichzeitig rechnet Fiat auch in Europa, insbesondere in Italien, mit Nachfrage nach dem kompakten Nutzfahrzeug.
Zum Marktstart Anfang 2027 soll der Tris in mehreren Varianten erhältlich sein. Vorgesehen sind eine offene Pritsche, ein geschlossener Kofferaufbau sowie eine Fahrgestellversion mit Bodenplatte für individuelle Aufbauten. Darüber hinaus plant Fiat in Zusammenarbeit mit Partnern branchenspezifische Lösungen. Als Beispiel nennt der Hersteller ein Kaffeemobil gemeinsam mit dem Kaffeeröster Caffè Vergnano 1882. Auch eine Rikscha-ähnliche Ausführung für den Personentransport wurde bereits vorgestellt.
Beim Antrieb übernimmt der Tris die Technik des Topolino. Der Elektromotor leistet 6 kW beziehungsweise acht PS und ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von 45 km/h. Die Energie liefert eine 5,4-kWh-Batterie, die laut Hersteller eine Reichweite von rund 75 Kilometern ermöglicht. An einer herkömmlichen 230-Volt-Steckdose soll sich der Akku innerhalb von vier Stunden vollständig aufladen lassen.
Mit einer Nutzlast von rund 430 Kilogramm bietet das Dreirad deutlich mehr Transportkapazität als ein Lastenrad. Gleichzeitig bleibt es schmaler und wendiger als ein klassischer Kleintransporter.
In Italien soll der Tris zu Preisen ab 6.950 Euro netto angeboten werden. Deutsche Preise stehen noch nicht fest. Der Vertrieb soll ausschließlich über das Händlernetz von Fiat und Fiat Professional erfolgen. (sp-x)