Bunter Antriebsmix, smarte Funktionen, große Einsatzvielfalt – der Ford Transit Custom präsentiert sich in seiner jüngsten Auflage als mobiles Office auf Rädern.
„Die tun was“, und das ist auch gut so. In Zeiten von disruptivem Wandel, Digitalisierung, KI und Co. könnte jedoch so manchem Betroffenen aus der Branche – vorsichtig ausgedrückt – ein wenig der Kopf rauchen. Von Lieferengpässen, Chip-Mangel, Stichwort Nexperia, und Zulieferer-Krise mal ganz zu schweigen. Und dann sind da ja auch noch die nicht ganz unerheblichen Themenschwerpunkte Antriebstransformation und Dekarbonisierungsdruck. Gleichwohl muss der Rubel, sprich das Geschäft, weiter rollen.
Auf dem richtigen Weg wähnt sich dabei Ford Pro. Hat sich doch der Marktanteil innerhalb der letzten zwölfeinhalb Jahre mehr als verdoppelt. Mussten sich die Kölner 2012 mit 8,6 Prozent noch hinten anstellen, reihen sie sich nach dem ersten Halbjahr 2025 (aktuellste Zahlen) mit satten 18,4 Prozent ganz vorne mit ein. Bei den leichten und mittleren Nutzfahrzeugen konnten sie sogar mit 21,1 Prozent Marktanteil die Spitze erobern – noch vor Mercedes und VW. Bei den E-Transportern sind sie eigenen Angaben zufolge sogar mit 24,1 Prozent Marktanteil im Zeitraum Januar bis Juni 2025 unangefochten Deutschlands Nummer Eins.
„Wir haben einen massiven Paradigmenwechsel“, betont Wilhelm Buchmüller, Leiter Flottenverkauf bei Ford. Und weiter: „Jede fünfte Bestellung, die wir derzeit bei den Transportern entgegennehmen, ist für ein elektrifiziertes Fahrzeug.“ Seit knapp einem Jahr trägt auch der Transit Custom als Vollstromer mit dazu bei. Der mittlere Bruder aus der erfolgreichen Transit-Familie macht seinen Eltern ohnehin viel Freude. Ist er doch bisher ein echter Topseller. Laut Ford führt er seit Jahren die europäischen Verkaufsstatistiken in der 1,0-Tonnen-Nutzlastklasse an. Und das soll sich auch mit der komplett neu entwickelten aktuellen Generation, die seit rund 18 Monaten auf dem Markt ist, bitte schön nicht ändern.
Vielseitig und variantenreich ist er allemal, wie wir bei unserem Fahrtest feststellen konnten. Zu seinen Vorzügen zählt gewiss die gut sortierte Antriebspalette, darunter erstmals auch eine Plug-in-Hybridversion (PHEV), eine Allradoption und eben der E-Transit Custom. Er soll insbesondere kleineren Gewerbetreibenden den Umstieg in die E-Mobilität leichter machen. Für den Vollstromer stehen zwei Leistungsstufen mit 136 PS oder 218 PS starkem E-Motor zur Wahl. Beide Varianten verfügen serienmäßig über eine Wärmepumpe, greifen auf einen 64 kWh-Akku zurück und erzielen eine WLTP-Reichweite von bis zu 327 Kilometern. Mit einer Anhängelast von bis zu 2.300 kg markiert der E-Transit Custom Ford Pro zufolge darüber hinaus die Bestmarke in seinem Segment.
Der Teilzeitstromer wiederum eignet sich besonders für Kleinunternehmen, die gerne auf Stromer setzen möchten, deren Geschäftsmodell aber nicht zu rein elektrischen Motorisierungen passt. Durch den Plug-in-Hybridantrieb können sie jedoch im Nahbereich bis zu 54 Kilometer lokal emissionsfrei fahren, alternativ ermöglicht der Verbrenner aber eben auch mühelos Langstreckentouren.
Neben dem bunten Antriebsmix, die Dieselfraktion kann zwischen 110, 136, 150 oder 170 PS wählen, kommen etliche clevere Funktionen und digitale Lösungen hinzu, die den Arbeitsalltag der Fahrer erleichtern sollen. Viele davon kommen erstmals im Transit Custom-Segment zum Einsatz. Hierzu zählen beispielsweise die praktische Lenkradverstellung – mit ihr verwandelt sich das Volant in einen Pausentisch – und der zeitsparende Delivery Assist, der elektronische Ausstiegswarner gegen sogenanntes Dooring, also Unfälle, die durch achtlos geöffnete Autotüren verursacht werden, sowie das Ford Pro Digital Upfit-Programm. Über diese Schnittstelle erhalten Aufbauhersteller Zugang zu den elektronischen Systemen des Transit Custom. So können sie Zusatzfunktionen wie zum Beispiel Kühlaggregate nahtlos in das Bedienkonzept des Transporters einbinden.
Die neu konstruierte Grundarchitektur des Transit Custom zahlt auf unterschiedlichen Wegen auf die generelle Leistungsfähigkeit der neuen Transportergeneration ein. Vorteile gegenüber dem Vorgänger: höhere Verwindungssteifigkeit, niedrigeres Leergewicht (ca. 100 kg) höhere Nutzlast (bis zu 1.350 kg), mehr Radstand (bis zu 200 mm), größeres Ladevolumen (Kastenwagen: 5,8 bis 6,8 m3). Dank der Durchlademöglichkeit unter den Passagiersitzen kommt zudem eine Frachtraumtiefe von bis zu 3,45 Meter hinzu. Dank der optimierten Aerodynamik hat sich zudem der Luftwiderstands-Beiwert um mehr als 13 Prozent verbessert.
Des Weiteren profitiert die neuste Auflage auch von einer geringeren Gesamthöhe. Mit flachem Dach ist der kompakte Lastesel weniger als zwei Meter hoch. Damit kann er z. B. auch besonders niedrige Parkhäuser, Tiefgaragen oder Laderampen im Untergeschoss anfahren. Für die Sicherheit sind etliche Helfer zuständig. Mit an Bord sind u. a. Querverkehrswarner, Rückfahr-Notbremsassistent, 360-Grad-Kamera sowie Tempomat samt Stopp&Go-Funktion. Der Transit Custom ist mit Einzel- und Doppelkabine sowie als Kombi und MultiCab erhältlich. Die Nettopreise für den Kastenwagen beginnen bei 61.550 Euro (Diesel), für die PHEV-Variante bei 58.850 Euro und für den Stromer bei 66.950 Euro.



