Mit dem E2 bringt Geely einen vollelektrischen Kleinwagen nach Deutschland. Der kompakte Stromer soll vor allem kleine Flotten überzeugen.
Nach dem elektrisch angetriebenen E5 und dem Plug-in-Hybrid Starray EM-i ist der E2 bereits das dritte Modell, das Geely in Deutschland anbietet. Noch im Herbst wird ein größeres SUV folgen. Für 2027 und 2028 kündigt Geely jeweils sechs weitere Neuheiten an.
Parallel zur Ausweitung der Angebotspalette soll auch das Händlernetz wachsen. Das Interesse ist groß, sagt Philipp Hempel, Executive Director Geely Auto Deutschland. Derzeit gebe es bereits mehr als 50 Händler, die entweder Autos der Marke schon in den Verkaufsräumen haben oder mit denen Verträge abgeschlossen worden seien. Für Hempel spielen die Händler gerade auch mit Blick auf die kleineren Flotten eine wichtige Rolle. „Pflege-, Apotheken- und sonstige Kurierdienste sind immer im urbanen Umfeld unterwegs. Da kommt es auf den ortsansässigen Händler an, Geely-Fahrzeuge und in diesem Fall speziell den E2 vorzustellen und damit interessant zu machen.“
Mit einer Länge von 4,14 Metern, einer Breite von 1,81 Metern und einer Höhe von 1,58 Metern zeigt sich der über die Hinterachse angetriebene E2 in der Stadt so richtig in seinem Element. Bei einem Wendekreis von 9,9 Metern lässt sich der Kleine leicht und locker durch enge Straßen bewegen oder in Parklücken rangieren. Auf der Landstraße hingegen zeigt sich, dass der Wagen nicht unbedingt auf flotte Kurvenfahrten ausgelegt ist. Die Lenkung reagiert eher schwammig, gibt kaum Rückmeldung. Federung und Dämpfung sind weich abgestimmt, was zu Wankbewegungen bei schnellen Richtungswechseln führt. Der E2 ist also eindeutig für den Stadtverkehr gedacht, da spielt er seine Stärken aus.



Angeboten wird der E2 als Pro mit einem Elektromotor, der 60 kW leistet und seine Energie aus einer Batterie mit einer nutzbaren Kapazität von 34,28 kWh bezieht. Die Versionen Max und Ultra haben eine 80 kW starke E-Maschine und einen Akku mit einer Kapazität von 45,42 kWh netto. Beide Antriebe sind Permanentmagnet-Synchronmotoren und bei den Batterien kommt Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP) zum Einsatz. Die Ladeleistung mit Wechselstrom (AC) liegt bei bescheidenen 6,6 kW. So dauert es um die fünf beziehungsweise sieben Stunden, um die Batterien von zehn auf 100 Prozent mit frischer Energie zu versorgen. Wird der Geely E2 an eine Schnellladesäule (DC) angeschlossen, kann die kleine Batterie mit 60, die große mit 80 kW geladen werden. Das bedeutet, die Ladezeit von zehn auf 80 Prozent liegt bei 26 Minuten.
Bei einem WLTP-Verbrauch von 15,9 kWh für das Basismodell und 15,5 kWh für Max und Ultra gibt Geely Reichweiten von 252 und 345 Kilometern an. Wir waren mit dem Ultra bei noch hochsommerlichen Temperaturen in der Stadt und auf Landstraßen unterwegs und hatten nach gelassenen Fahrten über insgesamt 120 Kilometer einen Verbrauch von 15,1 kWh. Das kann sich mehr als nur sehen lassen und bestätigt auch die genannten Reichweiten.
„Für die oben angesprochenen Flotten ist das alles absolut ausreichend. Die täglichen Fahrstrecken dieser Dienste liegen selten bei mehr als 150 Kilometern“, glaubt Hempel, mit dem E2 auch aufgrund der Preisgestaltung und Ausstattung ein überaus attraktives Angebot zu haben. Ja, der Preis ist tatsächlich heiß. 16.798 Euro netto verlangt Geely für die Basisversion. 20.160 Euro sind es für die Max-Version, 22.681 Euro für den Ultra. „Bei einer Sonderabschreibung für E-Fahrzeuge von 75 Prozent im ersten Jahr sowie einer von uns angebotenen Finanzierung von 0,99 Prozent lohnt es sich, über einen Kauf statt über ein Leasing nachzudenken“, betont Philipp Hempel. Selbstverständlich wird aber auch das angeboten.
In den genannten Preisen enthalten sind unter anderem LED-Licht, elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel, elektrische Fensterheber, ein manuell verstellbares Multifunktionslenkrad, Kunstledersitze, elektrisch verstellbare Vordersitze und Rücksitzlehnen, die sich im Verhältnis 60:40 geteilt vorklappen lassen. Dabei erhöht sich das Ladevolumen von 375 Litern auf bis zu 1.320 Liter – wenn der Frunk von 70 Litern mit eingerechnet wird. Vor dem Platz am Steuer liegt ein digitales Kombiinstrument mit einer Größe von 8,8 Zoll. Daneben ist das 14,6 Zoll große Infotainment-Touch-Display angesiedelt. Es gibt eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Apple CarPlay und Android Auto sowie eine Reihe von Assistenzsystemen.




