Honda bringt den Prelude nach 25 Jahren zurück. Das Coupé setzt auf Vollhybrid, sportliches Fahrwerk und gute Ausstattung – zu einem stattlichen Preis.
Keine Frage, der Prelude ist für den Fuhrpark nicht unbedingt die erste Wahl. Doch der eine oder andere User-Chooser könnte durchaus Gefallen an dem Coupé finden. Honda bringt die inzwischen sechste Generation des Prelude ein Vierteljahrhundert nach ihrem Vorgänger auf den Markt. Mit dem hat das aktuelle Modell deshalb nicht mehr allzu viel gemein. Geblieben sind die Coupéform, der eingeschränkte Platz im Fond und die zwei Türen.
Auf dem neuesten Stand sind dagegen Design, Innenraumgestaltung und Antriebssystem. Der e:HEV-Vollhybrid kombiniert einen 105 kW (143 PS) starken Zweiliter-Benzinmotor mit zwei E-Maschinen. Erstmals kommt zudem das sogenannte S+ Shift-System zum Einsatz. Auf Knopfdruck in der Mittelkonsole simuliert es einen kernigen Motorsound und sogar das Gefühl von Gangwechseln, obwohl der Prelude weder über ein klassisches Schalt- noch über ein CVT-Getriebe verfügt. Im Sportmodus sind sogar Zwischengasstöße zu hören.
Der eigentliche Antrieb erfolgt überwiegend elektrisch. Die Lithium-Ionen-Batterie wird durch die vom Verbrennungsmotor erzeugte Elektrizität sowie durch die beim Bremsen zurückgewonnene Energie geladen. Über Schaltwippen am Lenkrad lässt sich die Rekuperation in sieben Stufen einstellen. Sogar ein Ein-Pedal-Betrieb ist möglich.
Eine der beiden E-Maschinen arbeitet als Generator, die andere übernimmt den Antrieb. Sie leistet 135 kW (184 PS) und stellt ein maximales Drehmoment von 315 Newtonmetern bereit. Das liegt vom Start weg an und ermöglicht eine Beschleunigung von null auf 100 km/h in 8,2 Sekunden.


Das i-MMD-System (Intelligent Multi-Mode Drive) bietet drei unterschiedliche Betriebsarten. Neben dem rein elektrischen EV-Modus gibt es den Hybridmodus, in dem der Verbrennungsmotor über den Generator elektrische Energie für den Antriebsmotor erzeugt. Beim Motorantrieb ist der Benziner über eine Überbrückungskupplung direkt mit den Rädern verbunden.
Das System wählt je nach Fahrsituation selbstständig den passenden Betriebsmodus. Besonders gut fühlt sich der Prelude dort an, wo das unmittelbar anliegende Drehmoment der E-Maschine seine Wirkung entfalten kann.
Das vom Civic Type R abgeleitete Fahrwerk passt gut zum sportlichen Anspruch des Prelude. Bei einer temporeichen Kurvenhatz zeigt sich das Coupé entsprechend agil. Dazu trägt auch die direkt reagierende Lenkung bei, die eine gute Rückmeldung gibt.
Wer häufiger sportlich unterwegs ist, dürfte den Normverbrauch von 5,2 Litern allerdings kaum erreichen. Bei etwas zurückhaltenderem Gasfuß steht im Alltag maximal eine Sechs vor dem Verbrauchskomma. Vor allem in der Stadt spielt der Hybridantrieb seine Stärken beim Verbrauch aus.
Die sportliche Ausrichtung hat Honda auch auf den mit wertigen Materialien ausgestatteten Innenraum übertragen. Dabei unterscheidet sich sogar der Fahrersitz von seinem Pendant auf der Beifahrerseite. Stärker ausgeformte Wangen an Sitzfläche und Lehne sorgen für mehr Seitenhalt, zudem fällt die Polsterung etwas härter aus. Anders als der Fahrersitz lässt sich der Beifahrersitz nicht in der Höhe verstellen. Die Längsverstellung der Sitze erfolgt ebenso wie die Höhen- und Längsverstellung des Multifunktionslenkrads manuell. Grundsätzlich sind beide Sitze mit ihren integrierten Kopfstützen aber sehr bequem.




Über die digitale 10,2-Zoll-Instrumentenanzeige lassen sich alle wichtigen Informationen gut ablesen. Etwas altbacken wirkt dagegen die Darstellung des Infotainmentsystems. Bedient wird es über einen neun Zoll großen Touchscreen. Navigationssystem und acht Bose-Lautsprecher gehören zur Ausstattung.
Ebenfalls serienmäßig an Bord sind eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Sprachsteuerung sowie Apple CarPlay, das kabellos genutzt werden kann, und Android Auto. Smartphones lassen sich induktiv laden, außerdem stehen USB- und USB-C-Anschlüsse zur Verfügung. Erfreulich klassisch: Lautstärke und Klimaautomatik werden weiterhin über echte Drehregler bedient.
Im Fond des Prelude geht es deutlich weniger großzügig zu. Honda weist zwar vier Sitzplätze aus, doch hinten sind Bein- und Kopffreiheit knapp bemessen. Für längere Strecken dürften die beiden Plätze daher nur bedingt geeignet sein. Die wichtigsten Maße und Stauraumwerte im Überblick:
Das Be- und Entladen erleichtert die weit nach oben schwenkende Heckklappe. Sportliche Optik mit Porsche-Anklängen
Die weit nach unten gezogene Front, die serienmäßigen LED-Scheinwerfer und die ausgeprägten Radhäuser mit 19-Zoll-Rädern unterstreichen die sportliche Optik. Beim Blick auf das Heck drängt sich dagegen unweigerlich ein Vergleich mit Porsche auf. Der Eindruck wird durch den Prelude-Schriftzug zusätzlich verstärkt. Gerade hier ist die Ähnlichkeit mit Sportwagen aus Zuffenhausen kaum zu übersehen.
Honda bietet den Prelude mit einer recht umfangreichen Serienausstattung an. Dazu gehören unter anderem Brembo-Bremsen mit blau lackierten Sätteln. Mit einem Nettopreis von 41.597 Euro ist das Coupé allerdings kein günstiges Vergnügen. Zum Vergleich: Der technisch verwandte Civic e kostet selbst in der Top-Version lediglich 34.790 Euro netto. Doch das Angebot an klassischen Coupés ist inzwischen mehr als überschaubar. Für Fans dieser Fahrzeuggattung ist der Honda Prelude deshalb eine interessante Alternative.