Souveräner Auftritt, imposante Erscheinung und viele prestigeträchtige Preise: Jetzt siegt Kias Elektro-Flaggschiff EV9 doppelt bei den World Car Awards 2024.
Ausgezeichnet: Der koreanische Elektrokoloss EV9, einer der ersten siebensitzigen Stromer im Markt, schielt nicht nur bei Größe und Ausstattung in Richtung Premium, sondern das Kia-Dickschiff sorgt unter anderem auch bei einem der renommiertesten Branchenwettbewerben, dem World Car Awards 2024, für Furore. Wie jetzt im Rahmen der Preisverleihung auf der New York Auto Show bekanntgegeben wurde, fuhr das Starkstrom-SUV ganz leise und lokal emissionsfrei einen satten Doppelsieg ein und sicherte sich die angesehenen Titel „World Car of the Year“ und „World Electric Vehicle“.
Die Jury, 100 Automobiljournalisten aus 29 Ländern, würdigte besonders das innovative Design, und, welch Überraschung, die Tiefe des Raums, sprich das komfortable siebensitzige Interieur der neuen Markengröße. Zudem hoben die Branchenexperten das wettbewerbsfähige Preisniveau des EV9 heraus.
Somit reiht sich dieser Doppelsieg in etliche Auszeichnungen ein und ergänzt die stattliche Pokalvitrine, in der bereits das „Goldene Lenkrad 2023“ (Kategorie „Familienautos“) sowie die Titel „German Luxury Car of the Year 2024“, „North American Utility Vehicle of the Year 2024“ und „Best Premium SUV“ (Newsweek Auto Awards 2023) untergebracht sind.
Erfolgreicher hätte also Kias Debüt in der Fünf-Meter-Klasse kaum ausfallen können. Und dies, obwohl doch Maße und Proportionen für europäische und speziell auch deutsche Verhältnisse nach wie vor eher ungewöhnlich sind. Während US-amerikanische Autofahrer wahrscheinlich kaum mit der Wimper zucken und ob der schieren Größe nur müde lächeln werden, verlangt das Kia-Dickschiff Fahrern und Verkehrsteilnehmern hierzulande einiges ab. 5,01 Meter Fahrzeuglänge, 1,78 Meter Höhe und 1,98 Meter Breite wollen erst einmal sicher durch die wuselige Hamburger Innenstadt bugsiert werden.
So wurde beim Fahrtest mit dem Kia EV9 schnell klar: je größer die Ausfallstraße, umso besser, dagegen Vorsicht in engen Gassen und auf kleinen, verzweigten City-Pfaden. Auch die Parkplatzsuche war äußerst beschwerlich und erinnerte manches Mal an die Quadratur eines Kreises – zu wuchtig und zu viel Auto auf engstem Raum. Latent schwingt darüber hinaus immer ein wenig Angst vor Beulen und Kratzern mit, zu hübsch ist das raffinierte Blechkleid. Und was ist mit Parkhäusern? Gerade in der Elbmetropole sind selbige selbst mit einem wendigen Kleinwagen berüchtigt und gefürchtet – also lieber nicht.
Große Freude kommt indes beim Shoppen auf. Dank flexibler Sitzreihengestaltung, die vielseitigen Konfigurationsmöglichkeiten ermöglichen stattlichen Raumkomfort und eine Ladekapazität von 333 bis 2.318 Litern, kann man jedwedem Großeinkauf gelassen entgegensehen. Als pompöse, technisch ausgereifte Familienkutsche macht der EV9 ohnehin eine gute Figur. Dafür sorgt der Lounge-ähnliche Komfort des Siebensitzers, der in allen drei Sitzreihen, inklusive belüfteten Entspannungssitzen in der ersten Reihe, zur Verfügung steht. Optional gibt’s den EV9 als Sechssitzer mit zwei Einzelsitzen in der zweiten Reihe erhältlich.
Zur luxuriösen Serienausstattung gehören unter anderem ein duales Panorama-Glasdach und ein Meridian-Premium-Soundsystem mit 14 Lautsprechern sowie ein digitaler Autoschlüssel mit dem sich das Elektro-Flaggschiff via Smartphone öffnen, starten und verriegeln lässt. Die erhöhte Sitzposition, der tadellose Rundumblick, der wertige Komfort, eine ganze Armada elektronischer Helfer und die bemerkenswerte Dynamik des Kia-Dickschiffs machen anstrengende Langstreckenfahrten über Autobahn und Co. eher zu einem Genuss als zur Tortur. In der Topversion GT-line, serienmäßig allradgetrieben, stehen 385 PS und ein sattes Drehmoment von 700 Nm bereit.
Damit lässt sich der rund 2,6 Tonnen schwere Koreakoloss in beeindruckenden 5,3 Sekunden auf Tempo 100 katapultieren. Ob beim Ampelstart oder Überholvorgang, elektrisch zu beschleunigen macht in Kias Fullsize-SUV einfach großen Spaß. Ob damit tatsächlich auch 200 km/h Spitze drin sind, konnten wir beim Praxistest nicht ermitteln – zu viel Verkehr auf der Bahn. Erstaunlich gut war indes die Batterieleistung.
Der 99,8-kWh-Akku zeigte bei der Fahrzeugübergabe 239 Kilometer Reichweite an, die zurückgelegte Fahrstrecke mit etlichen Stopps über mehrere Tage hinweg lag deutlich darüber, wohl auch dank der guten Rekuperation. Der Ladevorgang an der hauseigenen Wallbox zeigte nach vier Stunden und fünf Minuten für 44,5 kWh frischen Saft an. Kosten: 12,91 Euro. Am Schnelllader soll die Batterie von zehn auf 80 Prozent in rund 24 Minuten geladen sein. Die Verbrauchswerte auf der Bahn lagen mit 25,2 kWh naturgemäß deutlich höher als im Stadtverkehr. Dort schwankte der Verbrauch je nach Wetter und Fahrweise zwischen 19,4 und 23,7 kWh. Nettopreis: ab 60.916 Euro (zzgl. USt.)
Der Kia EV9 ist ein echter Hingucker und ein großer Wurf mit Premiumanspruch. Selbiger kommt allerdings auch bei den Preisen zum Tragen. Design und Formensprache sind gelungen. Imposante Figur, kantige Proportionen und viel Platz. Komfort und Technik sind erstklassig, Handling und Fahrverhalten trotz der wuchtige Maße gut und geschmeidig. Gleichwohl ist der EV9 für enge Innenstädte eher ungeeignet, für Großfamilien oder als eleganter Personenshuttle jedoch empfehlenswert.





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