Jetzt gibt´s den neuen Astra auch als Kombi – erstmals auch als Plug-in-Hybrid. Viel Platz und Technik bietet der kompakte Opel außerdem.
Von Michael Neher
Als Limousine ist der Astra ganz frisch auf dem Markt, jetzt schiebt Opel auch den Kombi Sports Tourer nach. In der inzwischen elften Auflage, zählt man den Baureihen-Vorgänger Kadett mit, schwimmt der Opel-Bestseller nicht nur mit dem Strom der Zeit, sondern fährt als Plug-in-Hybrid auch erstmals mit Stecker vor. Zudem emanzipiert sich der ewige Golf-Jäger mit dem jüngsten Wurf endgültig von seiner General-Motors-DNA und den Zwängen der Vergangenheit. Denn: Alles am Kompaktkombi aus Rüsselsheim ist neu – Plattform, Design und fortschrittliche Technik. Für die Marke mit dem Blitz ist es der Beginn einer neuen Ära. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
Bis zu den Fondsitzen ist der komplett neu entwickelte Sports Tourer identisch mit dem Astra Fünftürer. Der Heckbereich ist indes eigenständig und mit etlichen nützlichen Detaillösungen versehen. Als da wären: niedrige Ladekante (60 cm), große Öffnung (80 cm), breite und tiefe (je 103 cm) sowie ebene Ladefläche, die sich durch Umklappen der Fondsitze (Serie: 40:20:40) auf 185 Zentimeter Sperrgepäck-Länge vergrößern lässt. Das Ladevolumen: 597 bis 1.634 Liter, etwas weniger im Plug-in-Hybrid (516 bis 1.553 Liter). Zwei Drittel der Astra-Käufer entscheiden sich für die 4,64 Meter lange Kombi-Version. Kein Wunder: In der Kompaktklasse suchen Ladekapazität und technische Ausstattung ihresgleichen.
Mit seiner Vielseitigkeit und Funktionalität ist er geradezu prädestiniert als praktische Reiselimousine für Familien und als Flottenwagen für Außendienstler. Opel hat mit dem neuen Astra Sports Tourer insbesondere aber auch User Chooser im Blick. Interessant ist der neue Kompaktkombi sowieso für alle, die viel Platz und hohen Nutzwert benötigen.
Beim Interieur stehen wertige Materialien, gute Verarbeitung und Komfort im Fokus. Feine Oberflächen – wie die Mittelkonsole und Intarsien in Klavierlack – bestimmen den Innenraum. Zudem wurden sämtliche Ablagen mit Gummibelag versehen, damit nichts rutscht und klappert. Dazu gibt’s etliche Gadgets wie das Ausflocken von Brillen- und Handschuhfach in einem besonders sanften Stoff sowie das haptisch neu gestaltete Lenkrad. Als weitere Stichworte seien das fahrerzugewandte Cockpit mit seinen beiden Pure-Panel-Displays (je 10 Zoll), die ergonomischen AGR-Sitze sowie die Armada fortschrittlicher Assistenten genannt. In keinem anderen Opel-Fahrzeug wurde laut den Rüsselsheimern jemals mehr Technik und Sensorik verbaut.
Der Auftritt des neuen Astra Sports Tourer ist dynamisch, klar und ohne viele Schnörkel. Das Design ist emotional, das Blechkleid stylisch und natürlich ziert die Frontpartie das neue Markengesicht mit dem charakteristischen Opel-Vizor (Visier). Die Spange aus dunklem Plexiglas zieht sich über die gesamte Breite der Fahrzeugfront.
Am meisten hat sich aber unter der Haube getan. Analog zum Fünftürer feiert dort ein förderfähiger Plug-in-Hybrid sein Debüt im Kompaktkombi. Zudem stehen – ebenfalls wie im Fünftürer – drei Verbrenner zur Wahl. Ein 1,2-Liter-Turbo-Dreizylinder-Benziner mit 110 oder 130 PS sowie ein 1,5-Liter-Diesel mit ebenfalls 130 PS. Die Stecker-Variante ist zugleich auch das Top-Modell und kommt auf eine Systemleistung von 180 PS. Rein elektrisch lassen sich laut Hersteller bis zu 60 Kilometer emissionsfrei abspulen.
Drei reguläre Ausstattungslinien bietet Opel für den Astra Sports Tourer an: Neben der Basis Elegance gibt es die Linien GS Line und Ultimate. Dazu kommt wie immer bei Opel eine speziell auf gewerbliche Kunden ausgerichtete, aber für alle bestellbare Linie: die Version Business Elegance. Ergonomie-Fahrersitz und Navi sind dort bereits Serie, obwohl der Einstiegspreis unter dem der Elegance-Variante liegt.
Und wie fährt sich der Best-of-Lademeister? Erfrischend unaufgeregt. Der Astra Sports Tourer ist leicht und intuitiv bedienbar, das Handling unkompliziert. Auch Speed und Beschleunigung beim Überholen passen. Selbst der Verbrauch hält sich bei unserem Test in Grenzen. Der Diesel schluckte bei der rund 54 Kilometer langen Fahrt 4,9 Liter. Beim Plug-in-Hybrid sind es laut Bordcomputer im Sportmodus 4,5 Liter. Allerdings bewältigt der Plug-in immerhin 34 Prozent der 53 Testkilometer elektrisch und damit lokal emissionsfrei.
Fazit: Der Astra Sports Tourer hinterlässt einen rundum guten Eindruck. Design, Technik, Ausstattung und Preis-Leistung sind stimmig und dürften eine kräftige Duftmarke im Segment setzen. Auch wenn der Wettbewerb nicht schläft, hat Opel mit seinem Topseller ein echtes Statement gesetzt. Zu meckern gibt’s wenig. Hm? Es gibt nur einen USB-C-, jedoch keinen für ältere Handys notwendigen USB-A-Anschluss. Und: Die Elektroversion soll erst 2023 ans Netz gehen.
Technische Daten Opel Astra Sports Tourer:
(Verbrauch, Emissionen und Reichweiten nach WLTP; Preise netto zzgl. USt.)





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