Der neue Skoda Epiq ist mit drei Leistungsstufen und zwei Batteriegrößen erhältlich. Die Basisversion zielt besonders auf den Stadt- und Flotteneinsatz.
Für den Erstaufschlag der neuen, generell mit Frontantrieb ausgerüsteten Baureihe hat Skoda das Top-Modell ausgewählt. Der Elektromotor im Epiq 55 leistet 155 kW (211 PS) und hat eine Antriebsbatterie mit einer nutzbaren Energie von 51,5 kWh. Die hier eingesetzte Nickel-Mangan-Kobalt-Chemie (NMC) liefert laut Skoda eine hohe Energiedichte. Die wiederum ermöglicht demzufolge eine größere Reichweite. 441 Kilometer sollen nach der WLTP-Norm maximal möglich sein.
Die für Dienst- und Poolfahrzeugflotten interessantere, weil vor allem auch preislich deutlich günstigere Basisversion Epiq 35 hat eine Akkukapazität von netto 37,5 kWh, nutzt Lithium-Eisen-Phosphat-Chemie (LFP) und wird von einer E-Maschine mit einer Leistung von 85 kW (115 PS) angetrieben. Der Wagen kommt laut WLTP-Wert auf 310 Kilometer. Das alles sollte für den Einsatz im reinen Stadtbetrieb absolut ausreichen. Im Epiq 40 ist die gleiche Batterie verbaut. Das mittlere Angebot in Skodas kleinster E-Baureihe hat einen 99 kW (135 PS) starken E-Motor und kommt nach den WLTP-Angaben ebenfalls auf eine Reichweite von 310 Kilometern. Während die Einstiegsvariante an einer DC-Säule höchstens mit 50 kW geladen werden kann, steigt die Ladeleistung beim Epiq 40 auf immerhin maximal 90 kW. Damit dauert es 33 beziehungsweise 25 Minuten, um den Akku von zehn auf 80 Prozent mit frischer Energie zu versorgen. 24 Minuten sind es beim Top-Modell, das mit 105 kW geladen werden kann. An der Wallbox schaffen alle drei Versionen elf kW.
Identisch sind auch die Maße. So misst der viertürige Skoda Epiq 4,17 Meter in der Länge, 1,80 Meter in der Breite, 1,58 Meter in der Höhe und hat einen Radstand von 2,60 Metern. Der Kofferraum hat ein beeindruckendes Volumen von 475 Litern. Da die Rücksitze im Verhältnis 60:40 geteilt vorgeklappt werden können, lässt sich der Stauraum noch deutlich vergrößern. Lediglich auf Wunsch gibt es auch einen Frunk unter der Motorhaube, der dann 25 Liter Stauraum bietet.
Für erste ausgiebige Testfahrten stand ausschließlich das Top-Modell zur Verfügung. Und das zeigte sich sowohl beim Antrieb als auch fahrwerkstechnisch von seiner besten Seite. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 gelingt laut Datenblatt in 7,1 Sekunden. Bei 160 Kilometern pro Stunde wird elektronisch abgeregelt. In diesem Bereich haben wir den Epiq nicht bewegt. Wir waren auf einem kleinen Teilstück Autobahn und dann auf Landstraßen in überwiegend gemäßigtem Tempo unterwegs. Dabei zeigte sich der Stromer vor allem bei Zwischensprints zwischen Tempo 50 und 100 richtig gut. Das sorgt bei Überholvorgängen für Sicherheit. Die vermittelt der Epiq 55 zudem auch, wenn es mal etwas zügiger um enge Kurven geht. Diese doch eher ruhige Fahrweise mit einigen wenigen sportlichen Einlagen hatte einen Verbrauch von 15,7 kWh zur Folge. Skoda gibt 13,7 kWh als WLTP-Wert an.
Bei der Abstimmung des Fahrwerks haben die Techniker eine breite Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit hinbekommen. So liegt der kleine Stromer jederzeit gut in der Hand und folgt exakt den Lenkanweisungen. Schlechte Straßenbeschaffenheiten werden weitestgehend weggefiltert. Lediglich lange Bodenwellen schmecken dem Epiq nicht so gut.
Im Passagierabteil bleibt es bei jedem Tempo erfreulich leise. Weder Wind- noch Abrollgeräusche sind zu hören. Schon das ist wichtig für das Wohlbefinden im Fahrzeug. Dazu kommen ein gutes Raumgefühl und Platzangebot. Das gilt auch für die Rückbank. Die Sitze sind fest gepolstert und bequem. Alle Stoffbezüge sind ausschließlich aus recycelten Polyesterfasern hergestellt. Das Lenkrad und der Platz am Steuer lassen sich manuell so vielfach verstellen, dass für so gut wie jede Körpergröße eine ergonomisch günstige Position gefunden werden kann. Das digitale Cockpit hat eine Größe von fünf Zoll, das Infotainment-Touch-Display misst 13 Zoll.
Leider gibt es keinen separaten Regler für die Lautstärke. Die kann entweder am Lenkrad, über einen Slider am großen Display oder über die serienmäßige Sprachsteuerung verstellt werden. In Serie gibt es die kabellose Verbindung mit Apple CarPlay und Android Auto sowie zwei USB-Anschlüsse vorn, Klimaautomatik, LED-Scheinwerfer im neuen T-förmigen Lichtdesign sowie eine Vielzahl von Assistenzsystemen. Die Bluetooth-Freisprecheinrichtung jedoch ist wie eine Reihe anderer netter Dinge nur in der höchsten Ausstattungsstufe oder in Paketen zu haben.
Die Preise für den Epiq 55 beginnen bei netto 26.975 Euro in der Essence-Ausstattung. Die höherwertige Selection-Variante kostet netto 29.916 Euro. Der Epiq 35 ist als Basismodell mit einem Preis von 21.765 Euro (netto) für den Einsatz von Pflege- oder Lieferdiensten die vermutlich deutlich attraktivere Version. Bei den Abmessungen, dem Platzangebot und dem Raumgefühl gibt es keinerlei Unterschiede. Und auch viele Ausstattungsdetails sind wie einige Simply-Clever-Features generell in Serie. Dazu zählen beispielsweise der Regenschirm in der Fahrertür, der Eiskratzer in der Heckklappe, eine Tasche für das Ladekabel, große Flaschenfächer in den Türen (vorne für 1,5 Liter, hinten für einen Liter), Haken im Gepäckraum oder auch Ablagetaschen für Mobiltelefone an der Rückseite der Vordersitze.
In der Hinsicht muss sich das Einstiegsmodell also keineswegs verstecken. Die Einschränkungen bei Leistung und Batteriekapazität hingegen sollten sich im reinen Stadtverkehr aufgrund von geringem Tempo und vielen Rekuperationsphasen kaum nachteilig auswirken. Nach einem Tageseinsatz würde es dann vier Stunden dauern, um einen so gut wie komplett leeren Akku – wozu es vermutlich kaum kommen wird – an der Wallbox von Null auf 100 Prozent zu laden. Beim Epiq 55 dauert es aufgrund der größeren Batterie fünfeinhalb Stunden.

