Der Mitsubishi Outlander PHEV präsentiert sich in seiner neuesten Generation als ein souveränes SUV mit Plug-in-Hybrid-Antrieb. Er will eine Mischung aus robuster Präsenz und moderner Technik sein. Wir haben ihn auf den kurvigen Straßen rund um Lissabon getestet.
Vor wenigen Jahren stand Mitsubishi in Europa kurz vor dem Rückzug – doch jetzt will die Marke mit neuer Energie zurückkehren. Der aktuelle Outlander präsentiert sich als echtes Flaggschiff und tritt selbstbewusst in einem der härtesten SUV-Segmente an. Mitsubishi setzt dabei auf Bewährtes: einen Plug-in-Hybridantrieb mit elektrischem Allrad und eine robuste Bauweise. Doch reicht das aus, um gegen die starke Konkurrenz zu bestehen? Optisch gibt sich der Outlander ja wie ein Gentleman mit breiten Schultern: kraftvoll, präsent, aber mit einer gewissen klassischen Eleganz. Sein „Dynamic Shield“-Gesicht strahlt Selbstvertrauen aus, sein Innenraum verspricht Komfort. Doch unter der Fassade zeigt sich auch, dass er in manchen Bereichen noch an alten Gewohnheiten festhält – insbesondere beim CHAdeMO-Ladestandard. Ob der neue Outlander die Mischung aus moderner Hybridtechnik und bewährter Mitsubishi-DNA stimmig vereint, zeigt die erste Testfahrt rund um Lissabon.
Der Outlander präsentiert sich mit einem auffälligen "Dynamic Shield"-Design an der Front, das durch einen großen Kühlergrill mit bogenförmigen Chrom-Elementen und markanten LED-Scheinwerfern besticht. Die hohe Gürtellinie, großzügige Radkästen und prägnante Sicken verleihen dem SUV eine kraftvolle Erscheinung. Besonders die D-Säule trägt zum unverwechselbaren Look bei. Am Heck fallen die schmalen, horizontalen Leuchten auf, die dem Fahrzeug einen modernen Touch verleihen. Je nach Ausstattung rollt der Outlander auf 18- oder 20-Zoll-Rädern, die das robuste Gesamtbild abrunden.
Im Innenraum setzt Mitsubishi auf eine deutliche Aufwertung. In der Top-Ausstattung "Top" finden sich weiche, fein abgesteppten Lederoberflächen, die sich über das Armaturenbrett und die Türtafeln ziehen. Die Materialauswahl umfasst braunes Leder, schwarzen Klavierlack, strukturiertes Metall, mattes Carbon und sogar echtes Aluminium. Die Sitze sind großzügig dimensioniert und bieten sowohl vorne als auch hinten hohen Komfort. Die Rückbank verfügt über eine verstellbare Rückenlehne und bietet auch für größere Personen ausreichend Platz. Der Kofferraum fasst mindestens 495 Liter, bei umgeklappter Rückbank stehen bis zu 1.404 Liter zur Verfügung.
Das Cockpit des Outlander wurde komplett überarbeitet. Ein 12,3-Zoll-Touchscreen und eine digitale Instrumententafel sind serienmäßig an Bord. Die Grafik wirkt jedoch etwas schlicht. Viele Funktionen werden über das Lenkrad und das Fahrerdisplay gesteuert, was nicht immer intuitiv ist. Hervorzuheben sind die zahlreichen physischen Tasten und Regler. Die Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto funktioniert einwandfrei, während das Handy in der induktiven Ladeschale geladen wird. Ein Kritikpunkt ist der Aufmerksamkeitsassistent, der den Fahrer sehr strikt überwacht und bei kleinsten Ablenkungen Alarm schlägt. Allerdings bietet der Outlander die Möglichkeit, persönliche Einstellungen zu speichern, was den Komfort erhöht.
Der Outlander setzt auf einen Plug-in-Hybrid-Antrieb als einzige Antriebsvariante. Ein 2,4-Liter-Saugbenziner wird von zwei Elektromotoren unterstützt, was eine Systemleistung von 306 PS ergibt. Die 22,7-kWh-Batterie ermöglicht eine rein elektrische Reichweite von bis zu 84 Kilometern. Das Zusammenspiel der Motoren funktioniert reibungslos und bietet ein souveränes Fahrerlebnis. Der Verbrauch liegt im hybriden Modus bei etwa 8 l/100 km, im rein elektrischen Betrieb bei durchschnittlich 20,4 kWh/100 km. Die Batterie unterstützt Schnellladen mit bis zu 50 kW, allerdings wird weiterhin der CHAdeMO-Ladestandard verwendet, was die Verfügbarkeit von Schnellladestationen einschränken kann.
Der Outlander überzeugt durch seine Geländetauglichkeit. Der Allradantrieb und das robuste Fahrwerk ermöglichen auch abseits befestigter Straßen eine souveräne Performance. Allerdings führt die auf Geländefähigkeit ausgelegte Fahrwerksabstimmung auf der Straße zu einem etwas schaukeligen Fahrverhalten bei langen Wellen und einem deutlichen Durchdringen von kurzen Schlägen in den Innenraum. Die Lenkung ist zwar präzise, aber auch etwas indirekt, was das Rangieren im Stadtverkehr nicht unbedingt erleichtert. Die Assistenzsysteme arbeiten nicht besonders unauffällig, der Abstandstempomat agiert jedoch zu spät und zu vorsichtig.
Mitsubishi plant, mit dem neuen Outlander einen Marktanteil von 8-10 % im SUV-D-Segment zu erreichen. In Deutschland sollen jährlich zwischen 5.000 und 6.000 Einheiten verkauft werden, wobei ein Gewerbekundenanteil von 50 % angestrebt wird. Die Preise starten bei 49.990 Euro für die Basisversion "Basis", die bereits eine solide Ausstattung bietet. Das Topmodell "Top" kostet 59.490 Euro und umfasst nahezu alle verfügbaren Optionen. Im Vergleich zur Konkurrenz positioniert sich der Outlander preislich im Mittelfeld, kann jedoch mit einer umfangreichen Serienausstattung punkten. Zudem bietet Mitsubishi ein Garantiepaket von bis zu acht Jahren auf die Batterie, wobei eine garantierte Leistung von 70 % zugesichert wird. Einzelne Batteriezellen können bei Bedarf ausgetauscht werden, was die Langlebigkeit des Fahrzeugs erhöht.
Der Mitsubishi Outlander ist kein SUV, das mit Hightech-Spielereien oder avantgardistischem Design auftrumpft – und das will er auch gar nicht sein. Seine robuste Bauweise, die solide Verarbeitungsqualität und die bewährte PHEV-Technologie machen ihn zu einem Fahrzeug, das in erster Linie Sicherheit, Komfort und Alltagstauglichkeit bietet. Sein Fahrverhalten ist angenehm, wenn auch nicht überragend dynamisch. Er fühlt sich auf Langstrecken und im leichten Gelände wohl. In der Stadt kann er durch seine Größe und die teils etwas indirekte Lenkung jedoch etwas behäbig wirken. Seine elektrischen Fahrleistungen sind gut, aber der CHAdeMO-Ladestandard ist nicht mehr zeitgemäß, was ihn in puncto Ladeinfrastruktur etwas ins Hintertreffen geraten lässt. Dennoch punktet der Outlander mit seiner starken rein elektrischen Reichweite von bis zu 84 Kilometern – ein Wert, der im Alltag vielen Fahrern ermöglicht, überwiegend emissionsfrei unterwegs zu sein. Die Schnellladefunktion mit 50 kW reicht aus, auch wenn sie nicht mit den modernsten Standards mithalten kann. Ein großes Plus ist jedoch die garantierte Batterieleistung von 70 % über acht Jahre hinweg und die Möglichkeit, einzelne Zellen auszutauschen – ein Detail, das besonders die Wartungskosten beeinflusst. Der Mitsubishi Outlander ist ein SUV für Menschen, die einen souveränen, gelassenen und beständigen Begleiter suchen. Er ist kein Trendsetter, sondern einer, der sich auf das Wesentliche konzentriert. Ja, er hat ein paar Ecken und Kanten. Ja, er wirkt in manchen Bereichen etwas altmodisch – aber genau das macht ihn irgendwie aus. (ja)