Mercedes-Benz hat seine LCV-Transporter weiterentwickelt. Wir sind die batterieelektrischen e-Vito und e-Sprinter bereits gefahren.
Mercedes-Benz bietet mit den neuen Modellen mit batterieelektrischem Antrieb von Vito und Sprinter lokal emissionsfreie Lösungen für den gewerblichen Einsatz von Leichten Nutzfahrzeugen. Optisch sind sowohl Sprinter als auch Vito – egal ob mit Verbrenner oder E-Maschine – ihrer Linie treugeblieben. Äußerlich ist die Weiterentwicklung der beiden Transporter von Mercedes-Benz Vans also eher diskret, auch wenn es ein neues Frontdesign samt moderner LED-Leuchten zu sehen gibt.
Der e-Vito ist in zwei Längenvarianten (5,14 Meter und 5,37 Meter) erhältlich und bietet eine Ladefläche von 6,0 bis 6,6 Kubikmetern. Der e-Sprinter mit verschiedenen Radständen und Aufbauhöhen bietet wie gewohnt eine größere Flexibilität und ein Ladevolumen von bis zu 14 Kubikmetern. Der Innenraum des e-Vito wirkt robust und praktisch gestaltet und natürlich hält die Digitalisierung Einzug. Das aus den Mecedes-Benz PKW bekannte MBUX-Multimediasystem, das als eines der besten Infotainmentsysteme auf dem Markt gilt, ist im e-Vito zu finden und auch im e-Sprinter. Jeweils mot 1025 Zoll großen Zentraldisplays. Das ist nicht unbedingt riesig, findet man in Transportern mittlerweile auch gerne 13-Zoll-Touchscreens. Beide LCVs, sowohl e-Vito als auch e-Sprinter bleiben zudem bei grundsätzlich analogen Instrumenten mit einem kleinen Farbdisplay für die Fahrerinformation. Da setzen andere Hersteller bereits auf volldigitale Lösungen. Nostalgikern werden die analogen Zeiger mit Rundtacho und Powermeter gefallen, aber 2024 erwartet man sie eigentlich nicht mehr. Beide Modelle verfügen natürlich über zahlreiche Ablagemöglichkeiten und komfortable Sitze, die optional auch ausgewertet werden können
Der Mercedes-Benz e-Vito wird von einem 85 kW (116 PS) starken Elektromotor angetrieben, der ein maximales Drehmoment von 360 Nm liefert. In der Basis ist bei 80 km/h Schluss, optional können 100 oder 120 km/h Höchstgeschwindigkeit freigeschaltet werden. Die 60 kWh Batterie (netto) soll eine Reichweite von bis zu 318 Kilometer laut WLTP-Zyklus ermöglichen. Bei unserer eher kurzen Testfahrt konnten wir die realistische Reichweite nicht belastbar ermitteln, doch dank der hervorragenden Smartphone-Konnektivität mit eigener App haben wir eine klare Aussage über den Durchschnittsverbrauch des Fahrzeugs von 23,2 kWh auf 100 Kilometern. Mit Zuladung ein vertretbarer Wert. Demnach dürfte die realistische Reichweite in Richtung 260 Kilometer gehen, freilich abhängig von den Fahrbedingungen und der Beladung.
Der e-Vito lädt nun mit 11 kW an AC-Anschlüssen. Gleichstromladung ist standardmäßig mit 50 kW und optional mit 80 kW möglich. Für die regulären Anforderungen lokalen/regionalen Güterverkehr mit Ladungen über Nacht an der Wallbox ist das wohl ausreichend, aber Langstreckentauglichkeit ergibt sich damit nicht. Als Tourer ist der e-Vito auch mit einer 90 kWh fassenden Batterie und maximal 110 kW Ladeleistung zu haben. Eine wirkliche Besserung ist erst mit der neuen für 2026 angekündigten Plattformstruktur zu erwarten.
Der e-Sprinter bietet eine leistungsstärkere Option mit Batteriegrößen von 56 kWh, 81 kWh oder gar 113 kWh (nutzbar). Der Elektromotor wird mit 100 kW (136 PS) oder 150 kW (203 PS) Leistung angeboten. Den Elektro-Sprinter konnten wir noch kürzer fahren, als den mittleren Transporter und haben ebenfalls keine belastbare Bewertung de Reichweite, die Mercedes-Benz mit bis zu 487 Kilometer bei der großen Batterie angibt. Etwa 400 Kilometer sollten mit der großen Batterie also realistisch machbar sein.
Der batterieelektrische Sprinter hat mit der großen Batterie eine optionale Schnellladefähigkeit von bis zu 115 kW (Standard sind auch hier 50 kW). An der Wallbox lädt auch er mit höchstens 11 kW. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 90 km/h kann gegen Aufpreis auf 80 beschränkt oder auf 100 beziehungsweise 120 km/h angehoben werden. Der e-Vito beginnt bei knapp 41.550 Euro, die extralange Version bei 42.825 Euro. Der elektrische Sprinter startet bei knapp 40.000 Euro. Wer ihn in der größten Version und Ausstattung, lang mit Hochdach und 113 kWh großer Batterie will, muss mindestens 63.825 Euro einplanen – jeweils ohne Sonderwünsche, die schnell an die 10.000 Euro Aufpreis reichen können. (alle Preise netto exkl. USt).



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