Im Frühjahr kommt Suzukis erstes vollelektrisches Fahrzeug auf den Markt. Für wen sich der e Vitara lohnt und was das SUV kann.
Der e Vitara ist Suzukis erstes vollelektrisches Modell. Es soll emotionales Design mit Vielseitigkeit verbinden und das nicht nur im Innenraum, sondern auch beim Antrieb. Mit diesem Anspruch will der Hersteller das elektrische B-SUV-Segment stärken. Doch was genau kann das BEV und lohnt es sich auch für den Fuhrpark?
Neben einer neuen Plattform, Innenraum-Technik und verschiedenen Assistenzsystemen liefert das SUV auch elektrischen Allradantrieb und einen Trail-Modus für das Gelände.
Der e Vitara verfügt über eine Lithium-Eisenphosphat-Batterie in zwei Ausführungen mit 49 und 61 kWh. Dadurch soll die WLTP-Reichweite bei bis zu 426 Kilometern entsprechen. Die große Batterie gibt es wahlweise mit Front- oder Allradantrieb.
An der Schnellladesäule steht das Elektro-SUV etwa 45 Minuten – unter Idealbedingungen, um von 10 auf 80 Prozent zu kommen. An AC-Ladesäulen benötigt das Fahrzeug circa 4,5 bis 5,5 Stunden, um von 10 auf 100 Prozent zu laden. Die Höchstgeschwindigkeit liegt laut Suzuki bei 150 Kilometern pro Stunde. Nach Angaben des Herstellers verbraucht das BEV auf 100 Kilometer zwischen 14,9 kWh (Frontantrieb und kleine Batterie) und 16,6 kWh (Allradantrieb und große Batterie).
Der e Vitara ist 4,27 Meter lang, 1,80 Meter breit und 1,65 Meter hoch. Die Rückbank ist um 16 Zentimeter verschiebbar, je nachdem, ob mehr Beinfreiheit oder mehr Platz im Kofferraum benötigt wird.
Im Vergleich zum Vitara hat sich das neue BEV um neun Zentimeter verlängert. Das Kofferraumvolumen hat im Gegensatz allerdings abgenommen. Beim Vitara liegt es zwischen 375 Litern und 1.120 Litern. Beim neuen vollelektrischen SUV kann es durch das Umklappen der hinteren Sitzreihe von 238 Liter auf 526 Liter erhöht werden. Das Gesamtvolumen bis zur Dachhöhe beträgt laut Herstellerangaben 1052 Liter.



Suzuki bietet den e Vitara in drei Ausstattungslinien an: Club, Comfort und Comfort +. Dabei ist in der Club-Linie schon einiges enthalten. Dazu gehört:
Bei der nationalen Fahrveranstaltung bei Göttingen konnte die Redaktion das Fahrzeug ausprobieren und seine Funktionen testen.
Das Fahrerlebnis ist klar auf Komfort ausgelegt. Mit seinem Radstand von 2,70 Metern gleitet das BEV über die Straße und bietet dabei reichlich Platz für die Insassen. Für Mitfahrende auf der Rückbank gibt es reichlich Beinfreiheit – für den Kopf wird es vor allem für größere Personen aber etwas eng. In unserem Fall bei einer Körpergröße ab 1,72 Metern blieb nicht mehr viel Platz nach oben.


Auch im Gelände haben wir den e Vitara ausprobiert. Im Trail-Modus fuhren wir durch ein Waldgebiet mit verschiedenen Untergründen und Hängen. Dabei probierten wir auch die Hill-Descent-Control-Funktion – zu Deutsch Bergabfahrthilfe – aus.
Im Gelände fährt sich der e Vitara ebenso komfortabel wie auf der Straße – wobei hier zu sagen ist, dass es sich um eine gemäßigte Geländefahrt gehandelt hat. Für Hardcore-Offroad-Fans ist das Fahrzeug eher nichts. Eher für Menschen, die am Wochenende mal einen Ausflug machen und dafür eben auch durch ein Stückchen Wald fahren müssen.
Das Cockpit des e Vitara ist mit verschiedenen Bedienelementen ausgestattet. Am und ums Lenkrad herum befinden sich allerlei Knöpfe und Hebel für viele grundlegende Funktionen. Der Rest lässt sich über das 10,1-Zoll-Display mit Touchfunktion steuern. Auf dem Papier alles einfach und intuitiv. In der Praxis eher nicht. Für Funktionen wie die Rekuperation oder die Sitzheizung müssen erst mehrere Klicks im Menü vollführt werden – beim Fahren eine große Ablenkung. Die Rekuperationsstufen lassen sich außerdem nur im Stand ändern. Auch bei der Software hat Suzuki eine Entscheidung getroffen: keine Over-the-Air-Updates. So bleiben Software und Bedienlogik über den gesamten Lebenszyklus gleich.


Das Elektro-SUV ist laut Suzuki vor allem für „junge Familien, Empty Nester, Aktive und Menschen, die nach praktikablen Lösungen suchen“, sagt Marcell Goltermann, General Manager Sales & Marketing Automobile von Suzuki Deutschland. Außerdem rechnet der Hersteller mit etwa 70 Prozent Bestandskunden und legt das Neukundenpotenzial bei 30 Prozent fest. Dabei sieht Suzuki ein hohes Potenzial bei Gewerbekunden. Beim Vergleich Front- zu Allradantrieb prognostiziert der Hersteller, dass etwa 60 Prozent der Kunden den Frontantrieb wählen werden.
Der Suzuki e Vitara kommt 2026 mit einer Ladegeschwindigkeit auf den Markt, die einfach nicht ausreicht. Besonders für Fuhrparks, die längere Strecken zurücklegen ist dies ein Nachteil. Auch die niedrige Höchstgeschwindigkeit wirkt sich negativ aus.
Positiv für Fuhrparks ist die Preisgestaltung. Der Einstiegspreis liegt bei 29.990 Euro für die kleine Batterie, Frontantrieb und die einfache Ausstattung. Die Varianten mit dem größeren 61-kWh-Akku starten bei 36.490 Euro. Den elektrischen Allradantrieb gibt es ab 39.490 dazu und die Version mit Topausstattung und Allrad ist ab 42.990 Euro erhältlich. Im Vergleich zur Konkurrenz im B-SUV-Segment positioniert sich der e Vitara von Suzuki preislich eher am unteren Ende. Besonders die Allradoption ist bei den Wettbewerbern häufig teurer oder gar nicht erhältlich.
Letztendlich bleibt die Frage, ob der vorteilhafte Preis die Nachteile wie Ladezeiten, unstrukturierte Bedienung und geringe Höchstgeschwindigkeit aufwiegt.