Seat-Deutschland-Chef Bauer spricht im Interview mit bfp über Seat, Cupra, das Flottengeschäft und Produktoffensiven.
Die spanische Volkswagen-Tochter Seat galt lange Zeit als Sorgenkind des Konzerns. Doch seit einigen Jahren geht es stetig aufwärts. Das liegt natürlich vor allem auch am großen Erfolg des vor sechs Jahren ins Leben gerufenen Seat-Ablegers Cupra. Die Marke, die nach und nach zu einem reinen Elektro-Anbieter entwickelt werden soll, verzeichnet ständig steigende Verkaufszahlen. Inzwischen gilt das aber ebenso wieder für Seat. Welchen Anteil das Flottengeschäft daran hat, wie wichtig die Marke Cupra und damit auch deren E-Fahrzeuge für Flotten- und Gewerbekunden sind, das hat Deutschland-Geschäftsführer Bernhard Bauer im Gespräch mit bfp Fuhrpark & Management erklärt.
Bauer: Die ersten vier Monate 2024 liefen in der Tat extrem gut. Wir haben 48.285 Fahrzeuge von Seat und Cupra in Deutschland ausgeliefert und damit einen neuen Rekord aufgestellt. Die gewerblichen Zulassungen machten dabei rund ein Drittel aus. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnen wir für beide Marken ein Wachstum in Höhe von 50 Prozent. Der Marktanteil liegt bei 5,7 Prozent – damit haben wir ein absolutes Top-Ergebnis erzielt. Das Flottengeschäft ist entsprechend wichtig für uns, und daran hat auch Seat einen wichtigen Anteil. Gerade bei großen Flotten genießt die Marke eine hohe Relevanz.
Bauer: Die Gründe für die gute Entwicklung der Marke Seat im Flottengeschäft sind vielschichtig. Grundsätzlich lässt sich festhalten: Seat bietet mit geräumigen Fahrzeugen wie dem Seat Leon Sportstourer und dem Seat Ateca sehr attraktive Optionen für Flottenkunden. Zusätzlich stehen eine Vielzahl an Antriebsoptionen zur Verfügung – vom Dieselaggregat bis zum Hybrid. Außerdem rückt die Marke Seat in diesem Jahr wieder stärker in den Fokus – beispielsweise durch das 40-jährige Jubiläum des bei Flottenkunden beliebten Seat Ibiza inklusive attraktiver Sondermodelle. Das pusht natürlich. Für die Marke Cupra können wir mit dem Cupra Leon Sportstourer und dem vollelektrischen Cupra Born zwei starke Modelle anbieten. Darüber hinaus steigern wir mit besonderen Angeboten das Interesse an unseren Fahrzeugen noch zusätzlich: Aktuell gibt es zu unseren Leasingangeboten beispielsweise eine Sonderaktion „Wartung und Verschleiß“ für den Seat Leon und Cupra Leon, die bereits ab 18 Euro netto monatlich verfügbar ist.
Bauer: Wir werden unser Portfolio weiter ausbauen. Der Seat Leon und der Seat Leon Sportstourer bekommen eine neue Generation von Hybridmotoren, die mit einer rein elektrischen Reichweite von mehr als 100 Kilometern überzeugen. Auch der Innenraum erhält eine umfangreiche Überarbeitung. Wie erwähnt, bieten wir den Seat Ibiza in neuen Sondereditionen an. Und im kommenden Jahr erfolgt die Produktaufwertung des Seat Ibiza und des Seat Arona. Unsere Flottenkunden können sich also auf ein gewohnt vielfältiges Produktportfolio freuen – und zu dem es neue, attraktive Leasingangebote geben wird. Alles weitere dazu im Jahresverlauf. Außerdem warten viele Flottenkunden auf die Einführung des Cupra Tavascan – wir spüren bereits eine enorme Nachfrage. Zum Launch wird es für unser erstes vollelektrisches SUV-Coupé attraktive Ausstattungspakete und Preisvorteile geben.
Bauer: Aktuell konzentrieren wir uns bei der Elektrifizierung auf unsere Challenger-Brand Cupra. Hier werden in den kommenden zwei Jahren zwei neue vollelektrische Modelle erscheinen. Darunter auch das urbane Elektrofahrzeug Cupra Raval, mit dem wir die Elektromobilität demokratisieren möchten. Das bedeutet: Der Cupra Raval wird zu einem attraktiven Einstiegspreis erhältlich sein. Bezüglich Seat kann ich so viel sagen: Wir haben stets alle Optionen im Auge.
Bauer: Bei Cupra war das Wachstum in den vergangenen Monaten noch mal stärker als bei Seat. Daran hat natürlich auch das Flottengeschäft seinen relevanten Anteil. Besonders beliebt sind der Cupra Leon Sportstourer und der Cupra Formentor – letzterer ist unser Bestseller des vergangenen Jahres. Aber auch die Bedeutung unseres vollelektrischen Cupra Born im Flottengeschäft nimmt zu. Für Unternehmen, die ihren Fuhrpark elektrifizieren möchten, ist unser erstes vollelektrisches Modell eine beliebte Option. Allgemein stellen wir fest, dass die Cupra Modelle gerade bei User-Choosern sehr beliebt sind.
Bauer: Die Produktaufwertungen des Cupra Formentor und des Cupra Leon sind bereits bei „Cupra for Business“ bestellbar. Damit liefern wir praktisch direkt nach der Weltpremiere die Möglichkeit für Flottenkunden, ihren Fuhrpark um die neuesten Optionen aus dem Cupra Portfolio zu ergänzen. Und damit wir noch weitere Argumente liefern können, gibt es für den neuen Cupra Leon noch bis Ende Juni 2024 direkt auch die „Wartung und Verschleiß“-Sonderaktion obendrauf.
Bauer: Der Cupra Tavascan und der Cupra Terramar sind unsere „new heroes for a new era“. Sie werden in den kommenden Jahren die Marke prägen und deren Weg in die Zukunft mitentscheiden. Entsprechend wichtig sind beide Modelle für Cupra. Das gilt auch in Hinblick auf das Flottengeschäft. Wir sehen uns mit den beiden Neuheiten hierfür gut aufgestellt. Wir decken mit zwei Modellen eine Vielzahl an benötigten Antriebsoptionen ab. Für Flottenkunden, die einen klassischen Benziner bevorzugen, ist der Cupra Terramar die optimale Wahl. Mit seinem modernen Hybridantrieb verbindet er zudem das Beste aus zwei Welten. Und mit dem Cupra Tavascan bedienen wir den wachsenden Bedarf an vollelektrischen Flottenlösungen.