Ist das Auto-Abo ein Mobilitätsangebot mit Zukunft? Das gerade für kleine und mittlere Unternehmen interessante All-Inclusive-Modell hat keinen leichten Stand im Markt und die Zahl der Angebote schrumpft. Eine Übersicht.
Es war beinahe schon ein Hype, der durch Autozeitschriften ging. Vor allem im B2C-Geschäft wurde das Auto-Abo als die große neue Alternative zum Leasing oder Kauf angepriesen. Der medial raketenhaft verbreitete Start dieser besonderen Form von Fahrzeug-Langzeitmieten ist erst wenige Jahre her. Seitdem sind auch im B2B-Sektor zahlreiche Angebote entstanden – aber auch einige wieder verschwunden.
Die Option, Mobilitätslücken über ein flexibles All-Inclusive-Modell schließen zu können, schien eine gute Geschäftsidee. Zwischenzeitlich lag die Zahl der online direkt auffindbaren Auto-Abos bei über 50. Je nach Anbieter konnten Fuhrpark- und Mobilitätsverantwortliche Autos direkt online mit wenigen Klicks buchen, eine möglichst einfache Customer Journey wurde versprochen, dazu volle Transparenz und kaum ein Risiko für Zusatzkosten. Vom Fahrzeughersteller bzw. Importeur mit eigenen Abteilungen im Vertrieb über Kooperationsgeschäfte von Marken mit Flottendienstleistern bis zu freien Standalone-Anbietern (Leasing- und Mobilitätsdienstleister, Banken, Autohäuser, Start-ups, …) sind auch heute noch diverse Anbieter im Markt vertreten. Die Zahl hat sich jedoch reduziert.
Eine redaktionelle Übersicht über die relevantesten Player im Markt mit den jeweils günstigsten Einzelangeboten an Fahrzeugen zum Vergleich finden Sie auf der folgenden Doppelseite in dieser bfp-Ausgabe.
Auf Herstellerseite war Volvo beispielsweise Pionier des Auto-Abo-Angebots auf dem deutschen Markt. „Care by Volvo“ hieß das Produkt, dass es nun seit Kurzem in der Form nicht mehr gibt. Steffen Freichel, Director Commercial Operations bei Volvo Cars Deutschland führt für die Entscheidung, das Abo-Modell in dieser Form nicht mehr anzubieten, unter anderem an, dass die Grenzen zwischen Full-Service-Leasing und Auto-Abo mittlerweile verschwimmen. Im Gespräch mit bfp am Rande einer Volvo-Presseveranstaltung ließ Freichel durchblicken, dass auch der Aufwand hinter Care by Volvo mit einer eigenen Abteilung nicht so ganz im Verhältnis zum konkreten Geschäftserfolg lag. Warum Volvo dennoch am Vertriebsmodell Abo in Zukunft festhalten will und mehr zu Volvos Geschäftskundenstrategie lesen Sie in kürze im Interview mit Steffen Freichel und Volvo-Deutschland-Chef Herrik van der Gaag auf fuhrpark.de und in der nächsten Ausgabe von bfp FUHRPARK & MANAGEMENT.
Andere Hersteller nutzen oder nutzten derweil Drittanbieter für Abomodelle unter eigener Marke. Prominentes Beispiel ist Fleetpool, die nicht nur eine eigene Abomarke, like2drive, für Privat- und Geschäftskunden an den Markt brachten. Für Seat und Cupra, Kia und Ford übernahm Fleetpool das Abogeschäft sowie für ein eigenes Angebot von Shell Recharge. Like2drive, Conqar (Seat), Ford Auto Abo und Shell Recarge Abo sind bereits wieder eingestellt. Lediglich Kia Flex hat davon noch eine aktive Plattform im Netz, auf der weiterhin Auto-Abos zu haben sind. Fleetpool selbst hat auf eine Anfrage von bfp, warum der eigene Dienst like2drive gegen Ende 2024 eingestellt wurde, bis Redaktionsschluss nicht reagiert.
Als die ersten Auto-Abos an den Start gingen, waren die monatlichen Raten teilweise lächerlich niedrig. Es gab stellenweise keine günstigere Möglichkeit, einen vollausgestatteten Neuwagen zu fahren. Like2drive war dabei einer der, wenn nicht DER günstigste Anbieter. Die Preise sind jedoch innerhalb weniger Jahre massiv gestiegen, Mehr als 100 Prozent Aufschlag für vergleichbare Fahrzeuge der selben Klasse und Ausstattung innerhalb von vier Jahren waren eher die Regel als die Ausnahme. Vergleichsportale haben den Markt mehrfach begleitet und machten beispielsweise im Jahr 2024 eine durchschnittliche Steigerung von 11 Prozent im Privatkundensegment aus.
Die gestiegenen Abokosten dürften neben der zunehmend verschwimmenden Grenze zu anderen Langzeit-Mietangeboten für den Rückgang auf dem Markt sorgen. Für den Fuhrpark bieten die Mietangebote, die meist auch Full-Service-Elemente enthalten oder gar ganz abdecken, ebenfalls planbare Flexibilität. VW Financial Services hat auf Herstellerseite beispielsweise die Marken VW FS | Rent-a-Car und Euromobil fürs Mietgeschäft. „Unsere Kundinnen und Kunden schätzen besonders die Möglichkeit, schnell auf neue Herausforderungen zu reagieren, ohne langfristige Verpflichtungen einzugehen. Ob für Projekte, saisonale Schwankungen oder die Umstellung auf E-Mobilität – die Langzeitmiete eröffnet neue Möglichkeiten und sorgt für wirtschaftliche Effizienz“, sagt Jörg Pape, Geschäftsführer der Euromobil GmbH im VW-Konzern. Auch bei den Langzeitmieten, je nach Anbieter zum Beispiel ab 30 Tagen, sind Kosten und Service meist transparent gestaltet. Pape nennt es „Rundum-Sorglos-Lösung“ und verweist vor allem auf Nachhaltigkeitsziele von Unternehmen. „Mit flexiblen Mietlösungen können Firmen die Elektromobilität praxisnah erleben und wichtige Beiträge zu ihren Nachhaltigkeitszielen leisten – ohne sofort in eine eigene Elektroflotte investieren zu müssen“.
Und das geht sowohl mit einem der verbliebenen Abo-Angebote oder eben auch in Langzeitmieten. Fuhrpark- und Mobilitätsmanagern bleibt hier die Qual der Wahl und notwendigerweise immer ein Kosten- und Servicevergleich.
Was steckt eigentlich hinter einem Auto-Abo?
Ein Auto-Abo ist ein flexibles Mobilitätsangebot, das Unternehmen ermöglicht, Fahrzeuge für einen festen monatlichen Betrag zu nutzen. Im Gegensatz zu Kauf oder Leasing sind Wartung, Versicherung, Steuern und oft auch Reifenservices bereits enthalten. Die Laufzeiten sind meist kürzer als beim Leasing und beginnen häufig bei einem Monat. Die Feinheiten der einzelnen Anbieter unterscheiden sich teils leicht, teils sehr deutlich voneinander und die Definition des Full-Service-Angebots muss immer genau recherchiert werden.
Wie unterscheiden sich Auto-Abos vom Leasing? Beim Leasing binden sich Unternehmen meist über mehrere Jahre an ein Fahrzeug, müssen gegebenenfalls eine Anzahlung leisten und/oder am Ende der Laufzeit eine Schlussrate zahlen oder sich um die Rückgabe eventuell gegen Restwerterstattung kümmern. Auto-Abos hingegen sind flexibler, da sie häufig kurzfristiger kündbar sind und keine hohen Einstiegs- oder Schlusskosten erfordern. Zudem sind im Nutzungsbetrag oft alle Nebenkosten außer Treibstoff oder Strom enthalten.
Was ist der Unterschied zwischen Auto-Abo und Langzeitmiete? Die Langzeitmiete ähnelt dem Auto-Abo, vor allem bei Full-Service-Leasing-Angeboten. Sie hat jedoch oft eine höhere Tages- oder Wochenmiete und richtet sich vor allem an kurzfristige Bedarfe. Während Langzeitmietverträge meist nicht länger als sechs Monate laufen, bieten Auto-Abos oft günstigere Konditionen bei längeren Laufzeiten und sind auf eine dauerhafte Nutzung ausgelegt.
Welche Vorteile bietet ein Auto-Abo für Unternehmen?
Gibt es Nachteile eines Auto-Abos für Unternehmen?
Wie unterscheiden sich Auto-Abos für B2B-Kunden von Angeboten für Privatkunden? Unternehmen erhalten oft spezielle Konditionen, zum Beispiel günstigere Raten bei mehreren Fahrzeugen, individuelle Vertragslaufzeiten oder Business-Support-Services.
Für welche Unternehmen lohnt sich ein Auto-Abo besonders? Auto-Abos sind für Unternehmen mit wechselndem Mobilitätsbedarf geeignet, z. B.: