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Carsharing bei Dienstwagen

Carsharing-Apps für Unternehmen im Vergleich

Welche Carsharing-App passt zu welchem Fuhrpark? Der Vergleich zeigt, worauf Unternehmen bei Preisen, Verfügbarkeit und Einsatzbereichen achten sollten.

6 Min.20.07.2026, 17:16 Uhr
Von
Farina Fontaine
Farina Fontaine
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Corporate-Carsharing-Apps ermöglichen Buchung und zentrale Abrechnung von Poolfahrzeugen in einer modernen Flottenstrategie.
Corporate-Carsharing-Apps ermöglichen Buchung und zentrale Abrechnung von Poolfahrzeugen in einer modernen Flottenstrategie. Artem Varnitsin - stock.adobe.com

Zitiervorschlag

Carsharing-Apps für Unternehmen im Vergleich. In: /mobilitaet-und-nachhaltigkeit/carsharing-apps-fuer-unternehmen-im-vergleich, 20.07.2026, /mobilitaet-und-nachhaltigkeit/carsharing-apps-fuer-unternehmen-im-vergleich (abgerufen am: 29.10.2026)

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Der klassische Dienstwagen verliert an Bedeutung, während Fuhrparkverantwortliche Kosten, ESG-Vorgaben und Mobilitätsbedarf gleichzeitig im Blick behalten müssen. Immer mehr Unternehmen setzen auf Alternativen und bieten ihren Mitarbeitern ein Mobilitätsbudget statt eines eigenen Fahrzeugs an.

Corporate Carsharing kann dafür ein Baustein sein: Bei diesem Konzept gibt es keine persönlichen Dienstwagen mehr für einzelne Mitarbeiter, sondern einen Fahrzeugpool, aus dem bei Bedarf ein Auto für einen festgelegten Zeitraum gebucht werden kann. Doch welcher Carsharing-Anbieter ist der billigste und liefert die besten Angebote für Unternehmen?

Warum Corporate Carsharing für Fuhrparks immer relevanter wird

Schon im Jahr 2024 gaben im Rahmen des Arval Fuhrpark- und Mobilitätsbarometers 23 Prozent der befragten Unternehmen an, Corporate-Carsharing-Lösungen zu nutzen oder über ihre Einführung in den nächsten drei Jahren nachzudenken. Einer der Gründe dafür sind die Standzeiten der Dienstwagen, die nur selten die vollen acht Stunden tägliche Arbeitszeit bewegt werden.

Poolfahrzeuge, die mehrere Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten nutzen, können die Auslastung im Fuhrpark verbessern. Gut ausgelastete Poolfahrzeuge ersetzen im Idealfall zwei bis drei Firmenfahrzeuge und senken dadurch Anschaffungs-, Betriebs- und Leasingkosten.

Über den Carsharing-Markt in Deutschland

Der gesamte Carsharing-Markt wächst stark. Im Jahr 2023 war in 3,7 Millionen deutschen Haushalten mindestens eine Person für Carsharing registriert. Laut dem Bundesverband Carsharing standen Anfang 2026 in 1.490 Gemeinden in Deutschland Carsharing-Angebote bereit. In 1.479 Gemeinden gab es stationsbasierte Angebote sowie kombinierte Angebote aus stationsbasiertem und stationsunabhängigem Carsharing. Free-Floating-Angebote bedienten die Nachfrage in 53 Gemeinden.

Stationsbasiert vs. Free-Floating: Die zwei Grundmodelle des Carsharings

Bevor es an den Anbietervergleich geht, müssen Fuhrparkmanager den Unterschied zwischen den zwei Grundmodellen des Carsharings kennen:

  • Stationsbasiert: Bei dieser Art des Carsharings werden die Fahrzeuge über eine App gebucht und dann an einem festen Standort abgeholt und auch dorthin wieder zurückgebracht. Insbesondere für planbare Dienstreisen zum Beispiel zu Zweigestellen oder Kunden bietet sich dieses Modell an. Bei Elektrofahrzeugen ist bei diesem Modell auch die Ladeinfrastruktur unkompliziert, denn die Autos werden zwischen zwei Buchungen am Standort geladen. Es bietet etwas weniger Flexibilität, da das Fahrzeug immer an den Standort zurückgebracht werden muss, dafür ist die Verwaltung und Planung übersichtlicher.
  • Free-Floating: Bei diesem Modell haben die Fahrzeuge keinen festen Standort, sondern können in einem festgelegten Gebiet angemietet und innerhalb des Gebiets an einem beliebigen Ort wieder abgestellt werden. Dadurch ist die Nutzung flexibler. Diese Autos müssen in der Regel nicht weit im Voraus gebucht werden, sondern können per App geöffnet und sofort gestartet werden. Das ist praktisch für spontane Fahrten, aber häufig teurer als stationsbasiertes Carsharing. Außerdem gibt es das Free-Floating-Carsharing überwiegend in Großstädten, während das stationsbasierte Carsharing flächendeckender angeboten wird.

Fuhrparkmanager, die verschiedene Corporate-Carsharing-Angebote vergleichen wollen, sollten also wissen, was für die Mitarbeiter ihrer Firma relevant ist. Unternehmen sie mehr planbare Dienstreisen oder kommt es häufiger zu spontanen Fahrten innerhalb der Stadt?

Was ist die billigste Corporate-Carsharing-App?

Für Unternehmen sind Angebote relevant, bei denen Fahrzeuge zum passenden Zeitpunkt verfügbar und möglichst planbar buchbar sind. Das gilt nach Angaben des Bundesverbands Carsharing besonders für stationsbasierte Anbieter, wobei auch einige Free-Floating-Anbieter Vorbuchungen ermöglichen. Der folgende Überblick zeigt ausgewählte große Anbieter und ihre jeweiligen Einsatzbereiche.

Free-Floating-Anbieter Miles

Der größte Carsharing-Anbieter auf dem deutschen Markt ist Miles, ein konzernunabhängiger Anbieter aus Berlin. Das Abrechnungsmodell unterscheidet sich von anderen Anbietern, denn Nutzer können wählen, ob auf Basis der gefahrenen Kilometer oder nach Zeit abgerechnet wird. Über die Miles-App können Geschäftsreisen problemlos verwaltet werden und Mitarbeiter können ihr Auto selber wählen. Eine zentrale Zahlungsmethode für alle Mitarbeiter, konsolidierte Monatsrechnungen und ein übersichtliches Dashboard machen das Angebot für kleine wie große Unternehmen attraktiv, die auf Free-Floating-Carsharing setzen wollen. Tanken, Laden und die Versicherung sind ebenfalls inkludiert.

Gut geeignet ist Miles für Unternehmen, die in Städten unterwegs sind und längere Zeit an den Zielorten verweilen oder gelegentlich größere Fahrzeuge brauchen, denn in der Flotte befinden sich auch Transporter.

Stadtmobil: Free-Floating und stationsbasiertes Carsharing

Stadtmobil ist nach Miles der zweitgrößte Anbieter und setzt sowohl auf stationsbasiertes Carsharing als auch auf Free-Floating-Angebote. Stadtmobil gehört zusammen mit cambio und teilAuto zum cantamen-Netzwerk, in dem über 12.000 Fahrzeuge an über 3.000 Standorten in Deutschland buchbar sind. Im gesamten cantamen-Netzwerk erfolgt die Buchung über die App des jeweiligen Carsharing-Anbieters.

Die Fixkosten für die Nutzung von Stadtmobil variieren je nach Region, dasselbe gilt für die variablen Kosten für das Carsharing. Fuhrparkmanager können sich auf der Website von Stadtmobil über die Tarife für ihre Region informieren, darunter Berlin, Hannover, Karlsruhe, Rhein-Main, Rhein-Neckar und Stuttgart.

Free2move: Business-Free-Floating-Lösung in großen Städten

Dieser Carsharing-Anbieter gehört zum Stellantis-Konzern und ist aus dem Zusammenschluss von DriveNow und Car2Go hervorgegangen. In mehreren deutschen Großstädten können mit Free2Move Autos für bis zu 30 Tage genutzt werden.

Für Firmenkunden bietet Free2move eine Business-Lösung mit Vorbuchung bis zu 30 Tage im Voraus, zentraler Abrechnung, Mitarbeiterverwaltung und Kostenübersicht. Je nach Angebot können Fahrzeuge auch geliefert oder außerhalb des Geschäftsgebiets genutzt werden. Tanken, Laden und Versicherung sind inkludiert. Weitere Infos gibt es auf der Website von Free2move.

Cambio: Kombiniertes Angebot mit flexiblen Tarifen

Cambio ist in Deutschland und Belgien vertreten und kombiniert stationsbasiertes und stationsunabhängiges Carsharing. Fuhrparkmanager können mit cambio ihre eigene Firmenflotte ergänzen und Mitarbeiter können Autos einfach über die App buchen.

Es gibt eine monatliche Grundgebühr sowie eine weitere Gebühr pro registriertem Fahrer. Der Preis pro Stunde variiert je nach Tag, Uhrzeit, Fahrzeug und Standort. Über die Tarife für den jeweiligen Standort können sich Fuhrparkmanager auf der Website von Cambio informieren.

Teilauto: Stationsbasiertes und stationsunabhängiges Carsharing

Teilauto gehört ebenfalls zum cantamen-Netzwerk und bietet stationsbasiertes sowie Free-Floating-Carsharing mit acht Fahrzeugklassen an, darunter Transporter und E-Autos. Für Unternehmenskunden sind bei vereinbarten Mindestumsätzen Rabatte von bis zu 50 Prozent möglich. Blockbuchungen erlauben Reservierungen für feste Zeitfenster. Geschäftskunden zahlen keinen monatlichen Grundpreis und können eine unbegrenzte Anzahl an Fahrberechtigten benennen. Die Preise werden tage- oder wochenweise angegeben. Genauere Tarife lassen sich auf der Website von Teilauto einsehen.

Free-Floating mit Sixt Share: Tarife für Geschäftskunden

Mit mehr als 500 Stationen in Deutschland und zahlreichen Fahrzeugen direkt in der Stadt ist Sixt Share ein weiterer Corporate-Carsharing-Anbieter im Bereich stationsunabhängiges Carsharing. Für Firmenkunden bieten die Business-Tarife etwa die Abgabe der Fahrzeuge an anderen Sixt-Stationen, was für One-Way-Dienstreisen ein Vorteil ist. Tarife erfahren interessierte Unternehmen auf Anfrage auf der Website von Sixt.

Unternehmen erhalten außerdem Business Zugang zu einer zentralen Verwaltungsmöglichkeit sowie dem Management von Kostenstellen. In der App lässt sich zwischen privatem und dienstlichem Profil hin- und herschalten.

Flinkster mit praktischer Bahn-Anbindung

Flinkster ist das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn, mit über 4.500 Fahrzeugen in 400 Städten. Die Fahrzeuge stehen nicht nur in den Metropolen, sondern auch in kleineren Städten. Durch die vielen Stationen an Bahnhöfen lässt sich eine Zugreise mit einem Flinkster-Fahrzeug gut fortsetzen.

Die Business-Lösung von Flinkster richtet sich an Unternehmen und ermöglicht freigegebenen Mitarbeitern eine eigenständige Buchung über die App sowie die Zurechnung von Fahrten auf ein zentrales Firmenkonto. Weitere Details finden Sie auf der Website von Flinkster.

Wofür sollten sich Fuhrparkverantwortliche entscheiden?

Der Bundesverband Carsharing gibt an, dass stationsbasierte Corporate-Carsharing-Anbieter im Durchschnitt günstiger und außerdem deutlich flächendeckender verfügbar sind als die stationsunabhängigen Anbieter.

Der Preis, den ein Unternehmen letztlich für Carsharing zahlt, hängt stark von der Nutzung ab: Werden die Fahrzeuge für kurze oder lange Strecken genutzt? Sind One-Way-Mieten relevant? Spielt die Tageszeit eine Rolle? Wie häufig werden Fahrzeuge stunden- oder tageweise gebucht? Einige Anbieter bieten spezielle Unternehmenstarife an, die zum Teil individuell vereinbart werden können. Deshalb lässt sich die billigste Carsharing-App nicht pauschal benennen.

Fuhrparkmanager sollten bei der Auswahl für eine Carsharing-App auf folgende Kriterien achten:

  • Ist der Anbieter am Unternehmensstandort verfügbar?
  • Wie übersichtlich ist die dazugehörige Business-App sowie die Abrechnungsinfrastruktur?
  • Welche Fahrzeugklassen und -verfügbarkeit gibt es?
  • Wie ist das Versicherungsmodell strukturiert?
  • Welche Reporting- und Kostenstellenfunktionen bietet der Anbieter Business-Kunden?
  • Muss das Unternehmen ESG-Ziele oder CSRD-Berichtspflichten erfüllen, weshalb auf einen Anbieter mit einem hohen Anteil an Elektrofahrzeugen in der Flotte gesetzt werden sollte?

Die Entscheidung sollte auf Basis des Nutzungsprofils der Mitarbeiter fallen. Wer sich nicht auf einen Anbieter festlegen will, kann das Unternehmen auch bei mehreren Diensten registrieren. Das erhöht zwar den Verwaltungsaufwand, ermöglicht aber je nach Nutzung die passendste und günstigste Option.

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