Die Nationale Konferenz für Betriebliche Mobilität zeigt dieses Jahr unter anderem praxisnahe Lösungen für betriebliche und nachhaltige Mobilität.
„Wir wollen hauptsächlich praxistaugliche Dinge, denn wir legen extremen Wert darauf, dass die Themen, die in verschiedenen Formaten präsentiert, besprochen und bearbeitet werden für die aktuelle Arbeit in den Unternehmen hilfreich sind“, sagt Axel Schäfer, Geschäftsführer Bundesverband Betriebliche Mobilität. „Da haben wir viele Themen-Slots bzw. Cluster gestaltet, immer so, dass die praktische Anwendung ermöglicht wird. Jeder Teilnehmende soll das für sich optimale aus dem umfangreichen Programm mitnehmen.“ Das beginnt mit einer Mobilitätsmanagementwerkstatt, geht weiter über das Thema nachhaltige Mobilität, konkreten Instrumenten wie Mobilitätsbudgets oder Fragen des Personalmanagements wie Einbindung von Mitarbeitenden.
„Wenn man sich mit dem Thema wirklich intensiv beschäftigt und sich Gedanken darüber macht, wie man emissionsfrei werden möchte, kann man es schaffen“, sagt Can Baltaci, Referent Fuhrparkmanagement und zertifizierter E-Fleet-Manager (BBM), bei der Ankündigung seines Praxisberichts. Es sei wichtig sich mit den drei Stellschrauben zu beschäftigen: Total Cost of Ownership, CO2 und den Menschen und seinen Bedürfnissen. Wenn diese drei Stellschrauben ineinander greifen und in einer Symbiose agieren, ist die emissionsfreie Mobilität machbar. Worauf er auch hinweist ist, dass alte Technik gepaart mit Unwissenheit dazu führt, dass viele Menschen nicht wissen wie attraktiv Elektromobilität sein kann (wenn man es richtig macht). Die Unternehmen müssen genau wie Automobilhersteller Aufklärungsarbeit leisten. „Ich erlebe jeden Tag als Fuhrparkleiter, dass in den Köpfen so viel Unwissenheit und Unsicherheit herrscht, weil keine Aufklärung stattfindet“, so Baltaci.
Wie beginnt man, wenn man vor der Aufgabe steht, ein völlig neues Mobilitätskonzept zu erarbeiten. Darüber wird Stefan Mackscheidt auf der NaKoBeMo sprechen. Er ist Fleet-Manager bei der Mercer Deutschland GmbH. „Zunächst einmal sollte man sich die Frage stellen, aus welcher Motivation heraus ein Mobilitätskonzept erarbeitet werden soll. Möchte man die Verkehrseffizienz verbessern, die CO₂-Emissionen reduzieren oder die Mitarbeiterzufriedenheit steigern? Ziele festzulegen hilft dabei, den Fokus der zu treffenden Maßnahmen zu bestimmen“, so Mackscheidt. Bevor es an die eigentliche Konzeption geht, bedürfe es einer umfassenden Analyse der aktuellen Mobilitätssituation im Unternehmen. Hierzu müssen eine Vielzahl an Informationen zusammengetragen werden.
Um Strom noch effektiver einzusetzen, müssen wir auf sektorübergreifende Lösungen setzen, bei denen Energie- und Mobilitätswirtschaft eng verknüpft sind. „Smart Charging und vernetzte Energiesysteme sind zentrale Bausteine der Mobilität der Zukunft“, unterstreicht Amir Roughani, CEO der Vispiron Systems GmbH. Durch intelligente Ladesysteme lasse sich der Energieverbrauch optimieren, indem Fahrzeuge zu Zeiten geladen werden, in denen der Strom besonders günstig ist oder erneuerbare Energie im Überfluss vorhanden ist. Vernetzte Energiesysteme ermöglichen zudem eine bessere Integration von de-zentralen Erzeugern wie Solaranlagen und Batteriespeichern. Im Dialog mit Prof. Dr. Stephan A. Jansen wird Roughani tiefer darauf eingehen.
Gewerbliche Flotten sind entscheidende Akteure für die Verbreitung von Elektrofahrzeugen und den Übergang zu einem nachhaltigen Verkehrssektor. „Tatsächlich entfallen etwa zwei Drittel der monatlichen Neuzulassungen auf gewerbliche Halter – ein erhebliches Potenzial für die Verkehrswende“, sagt Charlotte Ojala, Managerin Elektromobilität bei der NOW-GmbH. Unternehmen treiben die Verbreitung von Elektroautos aktiv voran und schaffen durch die spätere Bereitstellung auf dem Gebrauchtwagenmarkt Zugang zu emissions-armen Fahrzeugen für eine breitere Käuferschicht. Aber: „Beziehen Sie Ihre Mitarbeiter aktiv in den Prozess ein. Individuelle Vorbehalte gegen Elektrofahrzeuge sind nicht selten, können aber durch Testfahrten und den Austausch positiver Erfahrungen schnell ab-gebaut werden“, ergänzt Ojala.
Der Wandel in der Mobilität führt zu mehr Bedarf an Flexibilität, Attraktivität und Nachhaltigkeit. Das erfordert eine strategische Neuausrichtung der klassischen Mobilitätsangebote in den Unternehmen. Auto Abos, Mobilitätsbudgets und Fahrräder ersetzen oder ergänzen den klassischen Dienstwagen und das Jobticket. Was oft fehlt? Ein Konzept – und Rahmenbedingungen. „Über die praktische Gestaltung von Mobilitätsbudgets spreche ich im Rahmen der Nationalen Konferenz für betriebliche Mobilität“, sagt Manuel Castro Moreira, Senior Mobility Consultant bei belmoto.
Die Nationale Konferenz für betriebliche Mobilität bietet eine Plattform, um sich mit den Herausforderungen und Chancen der zukünftigen Mobilitätsgestaltung auseinanderzusetzen. Experten aus Wissenschaft und Praxis teilen ihre Erfahrungen und geben Tipps zur Umsetzung von Mobilitätskonzepten. Gemeinsam wird diskutiert, wie Unternehmen eine nachhaltige Mobilität für ihre Mitarbeitenden gestalten können und welche Schritte notwendig sind, um den Wandel in der Praxis voranzutreiben. Beiträge dazu präsentieren unter anderem:
Weitere Informationen finden Sie auf der Website der Nationalen Konferenz für betriebliche Mobilität. Tickets finden Sie hier.