Die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland sorgt für Unsicherheit im Straßenverkehr. Laut einer Umfrage lehnen über 80 % eine Mitfahrt bei Kiffern ab.
Die Teillegalisierung von Cannabis in Deutschland sorgt weiter für Diskussionen – auch in Bezug auf den Straßenverkehr. Der 63. Verkehrsgerichtstag, der vom 29. bis 31. Januar 2025 in Goslar stattfindet, nimmt die neuen Regelungen und deren Auswirkungen auf die Verkehrssicherheit unter die Lupe. Eine aktuelle Umfrage des ACV Automobil-Club Verkehr zeigt: Die Akzeptanz für Cannabis-Konsum im Straßenverkehr ist gering, der Informationsbedarf dagegen hoch.
Seit August 2024 gilt in Deutschland ein gesetzlicher Grenzwert von 3,5 Nanogramm THC pro Milliliter Blutserum für Autofahrer. Dieser Wert soll sicherstellen, dass Cannabis-Konsumenten den Straßenverkehr nicht gefährden. Doch wie steht die Bevölkerung zu diesem Thema? Der ACV gab beim Meinungsforschungsinstitut Civey eine Umfrage in Auftrag, um die Einstellungen und das Wissen der Menschen zu erheben.
Die Ergebnisse der Umfrage sind deutlich: Mehr als 80 Prozent der befragten 2.500 Bundesbürger lehnen es ab, in ein Fahrzeug einzusteigen, wenn der Fahrer zuvor Cannabis konsumiert hat. Besonders kritisch sieht die Altersgruppe ab 30 Jahren diese Thematik. Auffällig ist jedoch die Einstellung jüngerer Menschen zwischen 18 und 29 Jahren: Hier würden knapp 30 Prozent trotz Cannabis-Konsum des Fahrers mitfahren.
Um die Risiken des Fahrens unter Cannabis-Einfluss ins Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken, unterstützt der ACV die Kampagne „Don’t drive high“ der Initiative #mehrAchtung. Ziel ist es, insbesondere jüngere Verkehrsteilnehmer für die Gefahren zu sensibilisieren und damit die Verkehrssicherheit zu erhöhen.
Die Teillegalisierung von Cannabis stellt den Straßenverkehr vor neue Herausforderungen. Die Umfrageergebnisse machen deutlich: Die Bevölkerung fordert klare Regeln und mehr Aufklärung. Gleichzeitig zeigt sich, dass technische Lösungen für eine effektive Kontrolle der neuen THC-Grenzwerte dringend notwendig sind. Der 63. Verkehrsgerichtstag bietet eine wichtige Plattform, um diese Themen zu diskutieren und lösungsorientierte Ansätze zu entwickeln. (ja)