Bis zu 6.000 Euro für den Pkw-Führerschein: Die Ausbildung ist deutlich teurer geworden. Eine geplante Reform soll die Kosten senken.
Während die Verbraucherpreise zwischen 2020 und 2025 insgesamt um 21,9 Prozent stiegen, verteuerte sich der Theorieunterricht für den Pkw-Führerschein um 52 Prozent. Auch praktische Fahrstunden kosteten 45 Prozent mehr als fünf Jahre zuvor. Das zeigt eine Auswertung von Statista auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts.

Besonders stark sind die Kosten für den Theorieunterricht gestiegen. Zwischen 2020 und 2025 legten sie um 52 Prozent zu. Praktische Fahrstunden verteuerten sich im gleichen Zeitraum um 45 Prozent. Die Führerscheingebühren stiegen dagegen mit 17,5 Prozent weniger stark als die allgemeinen Verbraucherpreise.
Je nach Fahrschule, Zahl der benötigten Fahrstunden und Prüfungserfolg kostet der Pkw-Führerschein laut Statista rund 2.500 bis mehr als 4.500 Euro. In ungünstigen Fällen können Medienberichten zufolge sogar bis zu 6.000 Euro anfallen.
Nicht nur der Führerscheinerwerb, auch die individuelle Mobilität ist teurer geworden. Der Verbraucherpreisindex für den Bereich Verkehr lag 2025 um 27,1 Prozent über dem Niveau von 2020. Darin enthalten sind neben Anschaffung und Betrieb von Fahrzeugen auch Verkehrsdienstleistungen.
2026 verstärkte sich der Preisanstieg insbesondere bei Kraftstoffen. Im September kosteten Benzin und Diesel nach Angaben des Statistischen Bundesamts im Durchschnitt 37,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Die Energiepreise insgesamt stiegen im gleichen Zeitraum um 14,9 Prozent.
Die Bundesregierung will den Führerscheinerwerb vereinfachen und kostengünstiger gestalten. Eine entsprechende Reform befindet sich derzeit im parlamentarischen Verfahren.
Geplant ist unter anderem, die Präsenzpflicht für den Theorieunterricht abzuschaffen. Fahrschüler könnten sich dann vollständig digital, etwa per App, auf die theoretische Prüfung vorbereiten. Zudem soll der Fragenkatalog um rund ein Drittel reduziert werden.
Auch bei der praktischen Ausbildung sind Änderungen geplant. So könnte die bisher vorgeschriebene Mindestanzahl von zwölf Sonderfahrten entfallen. Fahrten auf Autobahnen, über Land und bei Dunkelheit blieben jedoch Bestandteil der Ausbildung. Darüber hinaus ist vorgesehen, dass Fahrschüler unter bestimmten Voraussetzungen mit erfahrenen Begleitpersonen wie ihren Eltern auf öffentlichen Straßen üben dürfen.
Nach Einschätzung des Verkehrsministers könnten Fahrschüler dadurch mehrere Hundert Euro, im besten Fall sogar bis zu 1.000 Euro sparen. Wie stark die Reform die tatsächlichen Führerscheinkosten senken wird, bleibt allerdings offen. (SP-X/iz)