Wer zur falschen Zeit tankt, zahlt oft mehr. Eine Shiftmove-Studie zeigt, wie die Spritpreise im Tagesverlauf schwanken und wo Fuhrparks sparen können.
Bis zu 209.000 Euro im Jahr könnten große Firmenflotten durch günstigere Tankzeiten einsparen. Doch auch bei kleineren Fuhrparks bleibt Sparpotenzial ungenutzt. Das zeigt eine aktuelle Auswertung des Flottenmanagement-Anbieters Shiftmove. Dafür hat das Unternehmen 181.620 Tankvorgänge deutscher Fuhrparks über einen Zeitraum von 90 Tagen analysiert. Das Ergebnis: An allen untersuchten Tagen lagen die durchschnittlichen Kraftstoffpreise am Nachmittag über denen am Vormittag. Dennoch tanken viele Unternehmen weiterhin zu den teureren Tageszeiten.
Seit dem 1. April 2026 dürfen Tankstellen ihre Kraftstoffpreise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Preissenkungen sind dagegen jederzeit möglich. Wie sich diese Regelung auf die Tankkosten auswirkt, zeigt die Shiftmove-Auswertung. An allen 90 untersuchten Tagen lagen die durchschnittlichen Kraftstoffpreise am Nachmittag über denen am Vormittag.
Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:
Bei einer Tankfüllung von 50 Litern Diesel ergibt sich daraus eine mögliche Preisdifferenz von rund sieben Euro.
Die Untersuchung zeigt, dass viele Unternehmen die günstigeren Vormittagsstunden bislang nur begrenzt nutzen. Shiftmove betrachtete dazu 126 Unternehmen mit jeweils 80 bis 120 Fahrzeugen. Bei 83 dieser Fuhrparks fanden lediglich 39 Prozent der Tankvorgänge am Vormittag statt. Das errechnete jährliche Einsparpotenzial liegt bei rund 2.000 Euro pro Flotte.
Anders sieht es bei acht Unternehmen aus, die bereits klare Tankregeln eingeführt haben. Dort erfolgen rund 76 Prozent der Betankungen vor 12 Uhr. Das verbleibende rechnerische Sparpotenzial beträgt der Auswertung zufolge nur noch etwa 1.000 Euro jährlich.
„Eine einfache Tankregel halbiert die vermeidbaren Kosten“, sagt Katharina Fritsch, Director Customer Experience bei Shiftmove. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass sich eine gezielte Steuerung der Tankzeiten finanziell lohnen kann. Allerdings lässt sich aus dem Vergleich nicht eindeutig ableiten, welcher Anteil der Unterschiede allein auf die Tankregeln zurückzuführen ist.
Noch deutlicher fallen die möglichen Einsparungen bei großen Fuhrparks aus. In Flotten mit 1.000 bis 4.000 Fahrzeugen findet teilweise nur etwa die Hälfte der Tankvorgänge am Vormittag statt. Würden die Nachmittagsbetankungen auf günstigere Zeitfenster verlegt, könnten Unternehmen laut Shiftmove abhängig von der Flottengröße jährlich zwischen 119.000 und 209.000 Euro einsparen.
Dass sich Tankvorgänge gezielt organisieren lassen, zeigen einzelne Beispiele aus der Studie. Eine Lebensmittel-Verteilflotte mit 110 Fahrzeugen erledigt 83 Prozent ihrer Tankvorgänge vor 12 Uhr. Bei einem Energieversorger mit knapp 100 Fahrzeugen liegt die Quote bei 75 Prozent. Auch größere Zustell- und Serviceflotten mit festen Routen erreichen Vormittagsquoten zwischen 74 und 85 Prozent.
Die genannten Einsparungen sind allerdings theoretische Maximalwerte. Das Unternehmen geht bei der Berechnung davon aus, dass sämtliche Nachmittagsbetankungen zum günstigeren Vormittagspreis erfolgen. In der Praxis ist das nicht immer möglich. Betriebsabläufe, Einsatzzeiten und zusätzliche Fahrwege können das tatsächlich realisierbare Sparpotenzial begrenzen.