Der Flottenmarkt 2025 steht vor Herausforderungen: Wirtschaft, CO₂-Grenzwerte und China-Konkurrenz. Erfahren Sie hier, welche Trends die Branche prägen.
Wir leben in spannenden und ereignisreichen Zeiten. Das gilt nicht nur für die Politik, sondern auch für die Automobilindustrie. Besonders dieses Jahr wird zeigen, wohin die Reise geht. Die wirtschaftliche Unsicherheit, wachsende Konkurrenz aus China und verschärfte CO₂-Grenzwerte setzen den Markt unter Druck. Wir ordnen die aktuellen Entwicklungen ein.
Im Jahr 2024 zeigt sich die wirtschaftliche Zurückhaltung auch im Flottenmarkt. Das Marktvolumen schrumpfte um 6,7 Prozent – ein Rückgang, der sich über nahezu alle Antriebsarten erstreckte. Besonders stark betroffen waren Elektrofahrzeuge mit einem Minus von 17,9 Prozent. Damit machten sie etwa die Hälfte der Rückgänge im relevanten Flottenmarkt aus. Die anfängliche Euphorie gegenüber der E-Mobilität hat sich merklich abgekühlt.
Ein zusätzlicher Dämpfer kam durch das vorzeitige Ende der Ampelregierung. Dadurch wurden geplante Förderungen für Elektroautos nicht umgesetzt. Die Anhebung des Bruttolistenpreises auf 95.000 Euro für den geldwerten Vorteil sowie die geplante Sonderabschreibung bleiben vorerst aus.
Auch die im November 2024 eingeführten EU-Strafzölle auf chinesische Elektroautos trugen zum Rückgang der Neuzulassungen bei. Die Marktanteile der chinesischen Hersteller stagnierten auf dem Niveau von 2023. Doch wie lange dieser Effekt anhält, bleibt fraglich.
Bereits jetzt passen sich die ersten Hersteller an: BYD setzt mit einer Produktionsstätte in der Türkei ab 2026 auf eine "local-for-local"-Strategie, um die Zölle zu umgehen. Leapmotor produziert im Joint-Venture mit Stellantis bereits jetzt in Polen. Die aktuellen Rückschläge dürften daher nur von kurzer Dauer sein.
Trotz der aktuellen Herausforderungen gibt es Hoffnung für 2025. Laut Dataforce könnte der Flottenmarkt nach dem Rückgang in 2024 wieder leicht wachsen. Während die Zahl der Verbrenner weiter zurückgehen dürfte, wird ein Anstieg bei Elektroautos erwartet. Ihr Anteil in Flotten könnte von 16 Prozent auf 26 Prozent steigen.
Diese Entwicklung wird vor allem durch die verschärften EU-Emissionsziele beeinflusst. Die zulässige CO₂-Grenze sinkt von 116 g/km auf 93,6 g/km. Dies zwingt viele Hersteller dazu, verstärkt auf elektrifizierte Modelle zu setzen. Zudem bleiben Elektroautos durch die 0,25- bzw. 0,5-Prozent-Regelung im Flottenmarkt attraktiv.
2025 könnten bis zu 154 neue Modelle auf den Markt kommen, davon 109 vollelektrische Fahrzeuge. Plug-in-Hybride machen weitere 20 Modelle aus. Insgesamt werden damit 84 Prozent der Neuerscheinungen einen Stecker haben – ein klares Signal für die Zukunft der Automobilbranche.
Ein besonderes Augenmerk sollten Fuhrparkverantwortliche auf die wichtigsten Neuerscheinungen werfen. Welche Modelle sich als besonders attraktiv erweisen, zeigt unsere Infografik mit den Top-Modellen für den Flottenmarkt 2025. (ja)