Carlos Tavares, der umstrittene Chef von Stellantis, geht 2026 in Rente. Stellantis kündigt sofortige Personalwechsel an, um die Organisation zu straffen und zu verbessern.
Carlos Tavares, der langjährige CEO von Stellantis, wird Anfang 2026 in den Ruhestand gehen. Der Autokonzern bestätigte dies am späten Donnerstagabend. Mit dann 68 Jahren wird Tavares seinen Posten nach einer intensiven und oft kontrovers diskutierten Karriere räumen. Insbesondere die harten Einsparmaßnahmen und sein strikter Führungsstil sorgten in den letzten Jahren immer wieder für Konflikte, sowohl intern als auch mit den Händlern des Konzerns.
Parallel zu dieser Ankündigung hat Stellantis eine Reihe bedeutender Veränderungen in der Führungsriege bekanntgegeben, die mit sofortiger Wirkung umgesetzt werden. Doug Ostermann, bisheriger Leiter des China-Geschäfts, übernimmt die Position des Finanzchefs und ersetzt Natalie Knight, die das Unternehmen verlässt. Auch Uwe Hochgeschurtz, bisher verantwortlich für das Europageschäft, muss gehen. Seine Aufgaben werden von Jean-Philippe Imparato, der bisher die Nutzfahrzeugsparte geleitet hat, übernommen. Zudem wird Antonio Filosa, CEO von Jeep, zusätzlich zum Chief Operation Officer für Nordamerika ernannt.
Tavares‘ Führungsstil war über die Jahre nicht unumstritten. Besonders in den letzten Monaten kam es wiederholt zu offenen Auseinandersetzungen mit Stellantis-Händlern, die Tavares vorwarfen, allzu rigoros vorzugehen. Besonders der strenge Sparkurs und die Unterstützung von strengeren CO₂-Vorschriften für Automobilhersteller in der EU stießen auf Widerstand. Dennoch gelang es Tavares in der Vergangenheit, beeindruckende Renditen zu erzielen. Allerdings musste er zuletzt den Ausblick auf den Gewinn reduzieren, was seiner Position weiter schadete.
Mit den aktuellen Personalwechseln und der angekündigten Umstrukturierung möchte Stellantis die Organisation effizienter aufstellen und die Herausforderungen in einem globalen, von Unsicherheit geprägten Marktumfeld besser bewältigen. Ziel sei es, die „Vereinfachung voranzutreiben“ und die Leistungsfähigkeit der Organisation zu steigern, wie der Konzern mitteilte. (ja)