Die Flotte wächst im Dezember um 50,7 Prozent, die Autovermieter gar um 85,6 Prozent. Gesamtjahresplus im Pkw-Markt: 1,1 Prozent.
Erneut erwies sich der Relevante Flottenmarkt als Garant für Wachstum. Mit +50,7 Prozent war der Kanal stärker als der Privatmarkt mit +32,8 Prozent. Noch stärker allerdings wuchsen die Zulassungen der Vermieter mit +85,6, die weiterhin damit beschäftigt sind ihre Flotten aufzustocken. Der Fahrzeughandel legte ebenfalls um +28,6 Prozent zu, während der Fahrzeugbau als einziger Kanal nachgab (-28,8 Prozent).
Der deutsche Pkw-Markt ist im Dezember um stattliche 38,1 Prozent gewachsen. Mit 314.318 Neuzulassungen lag das diesjährige Ergebnis somit um 86.688 Autos höher als letztes Jahr. Durch den Endspurt schaffte es der Gesamtmarkt im letzten Monat noch ins Plus zu drehen und insgesamt 1,1 Prozent zuzulegen. Dies ist das Resultat einer mehrmonatigen Jahresendspurt-Rallye. Der Dezember war bereits seit August der fünfte Monat in Folge mit positiven Wachstumsraten für den Gesamtmarkt.
Für die hohen Zulassungszahlen zum Ende des Jahres sind, laut Dataforce, vor allem Vorzieheffekte verantwortlich. Durch die Reduzierung des Umweltbonus von 6.000 auf 4.500 Euro staatlicher Förderung für Elektroautos und den Wegfall der Prämie für Plug-In Hybride arbeiteten die Hersteller auf Hochtouren, um ihre Steckerfahrzeuge noch 2022 zum Kunden zu bringen.
BEVs und PHEVs kamen zusammen auf einen Rekord-Marktanteil von jeweils 33,2 Prozent und 22,2 Prozent. Somit liegen beide Kraftstoffarten zusammen bei über 55,4 Prozent. Auf das Gesamtjahr gesehen liegen die Marktanteile bei 16,9 Prozent für BEVs und 13,2 Prozent für PHEVs.
Im Privatmarkt war der Anteil von BEVs mit 44,3 Prozent besonders hoch, während PHEVs ein wenig schwächelten (16,2 Prozent). Umgekehrt sah es im Relevanten Flottenmarkt aus. Dort erreichten die elektrifizierten Verbrenner mit 26,0 Prozent nahezu den gleichen Anteil wie den der vollelektrischen Fahrzeuge (30,4 Prozent).
Sowohl Benziner als auch Diesel (beide inkl. Hybride) sahen im Dezember ihren historisch geringsten Marktanteil. Zusammen kamen beide auf lediglich 44,2 Prozent. Durch die erwähnten Änderungen in der Förderung von elektrifizierten Fahrzeugen ergaben sich allerdings auch aufgeblähte Zulassungszahlen für den letzten Monat des Jahres, so Dataforce.
Vergleiche man die Zahlen vom Dezember 2022 mit dem Dezember-Durchschnitt der Vor-Corona-Jahre (2016-2019) so sei eine Steigerung von 52 Prozent im Flottenmarkt und 28 Prozent im Privatmarkt erkennbar. Die kumulierten Jahreswerte hingegen kämen auf lediglich +1 Prozent, und sogar -22 Prozent für die beiden Kanäle im Vergleich zu 2016-2019. In der Flotte schätzt Dataforce zudem 14.599 und im Privatmarkt 19.098 Sonderzulassungen. Die vorgezogenen Zulassungen von elektrifizierten Fahrzeugen würden im ersten Quartal 2023 fehlen.
Die leichten Nutzfahrzeuge und Pkw-Utilities konnten im Dezember genauso wie der Pkw-Markt zulegen. Dabei bedeuteten 41.428 Neuzulassungen ein Plus von 20,4 Prozent gegenüber Dezember 2021. Im Gegensatz zum Pkw-Markt schafften es die Transporter allerdings nicht das Jahr positiv abzuschließen. Kumuliert ergab sich für 2022 ein Minus von 9,1 Prozent, meldet der Marktbeobachter.
Das Wachstum im Dezember wurde vor allem vom Relevanten Flottenmarkt getragen. Mit +30,8 Prozent sorgte dieser dafür, dass das Minus im Privatmarkt von 5,0 Prozent mehr als ausgeglichen wurde. Bei den Sondereinflüssen lag nur der Fahrzeughandel mit +33,9 Prozent im Plus. Der Fahrzeugbau und die Autovermieter büßten beide leicht ein (-1,2 Prozent / -4,0 Prozent). (deg)