Die Neuzulassungen gehen im ersten Halbjahr 2025 um 4,7 Prozent zurück. Vor allem Flotten brechen ein.
Der deutsche Pkw-Markt hat in der ersten Jahreshälfte 4,7 Prozent an Neuzulassungen verloren. Das entspricht einem Minus von etwa 70,000 Pkw im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Insgesamt kumulierte sich der Gesamtmarkt auf 1,4 Millionen Pkw. Wie der Datendienstleister Dataforce mitteilt kamen die größten Verluste dabei aus dem Flottenmarkt. Rund 60,000 Pkw wurden weniger zugelassen, was einem Rückgang von 12,2 Prozent entspricht. Der Privatmarkt verhielt sich dagegen relativ stabil mit einem Minus von 1,0 Prozent.
Verstärkt wurden die Rückgänge im ersten Halbjahr durch den auf dem Papier deutlich schlechteren Monat Juni. Im Juni 2025 gingen die Neuzulassungen um 13,8 Prozent zurück, was auf einen Sondereffekt im Vorjahr zurückzuführen ist. Damals kam es kurz vor dem Inkrafttreten der EU-Cybersicherheitsverordnung zu einem massiven Anstieg taktischer Zulassungen, da viele nicht-konforme Modelle wie der Fiat 500 oder der VW Transporter noch schnell auf den Markt gebracht wurden. Trotz des Rückgangs verzeichnete der Markt mit 256.193 Neuzulassungen weiterhin ein hohes Volumen.
Die Aufschlüsselung nach Marktsegmenten macht deutlich, dass die taktischen Zulassungen des Vorjahres bei den Autohändlern aufzufinden sind. Der Marktanteil des Fahrzeughandels schnellte im Juni 2024 von 15 auf 20 Prozent zum Vormonat in die Höhe. Dadurch ist es nicht verwunderlich, dass im gleichen Segment diesen Juni vor allem Benziner und Diesel stark an Volumen verloren (-32% & -34%), denn zu diesen Kategorien gehören die abgeschafften Modelle. Doch auch neue Modelle sind von Eigenzulassungen betroffen. So zeigen die hohen E-Auto-Quoten im Segment Fahrzeugbau Auffälligkeiten. 27 Prozent im Juni sind weit über Marktniveau und ein Zeichen dafür, dass Hersteller selbst ihre E-Autos zulassen, wenn der Markt sie noch nicht genug abnimmt.
Der Transportermarkt konnte im ersten Halbjahr ebenfalls nicht wachsen und verlor um 5 Prozent. Große Verluste fanden in den Flotten statt (-13.500 Fahrzeuge), die Hersteller steigerten zeitgleich Eigenzulassungen (+4.200). Der einzige Unterschied ist der Aufschwung im Privatmarkt. Dieser verzeichnete einen Anstieg um 13 Prozent und fast 7.000 Fahrzeuge gesamt. Aber auch beim Blick auf den Jahresverlauf fällt auf, dass es im Juni letzten Jahres ein Hoch an Sonderzulassungen gab. (ks)