Taktische Eigenzulassungen trieben im März die Zahl der Neuzulassungen nach oben. Die tatsächliche Nachfrage nach neuen Autos dürfte aber durch Inflation und Krisen ausgebremst werden. Ein Experte warnt deshalb vor einem rückläufigen Gesamtjahr.
Die Pkw-Neuzulassungen des Kraftfahrt-Bundesamts für März 2026 zeigen einen deutlichen Anstieg. Laut Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer vom Center Automotive Research (CAR) sind die Zahlen jedoch nur bedingt aussagekräftig.
Das Plus von 16 Prozent geht nach Einschätzung Dudenhöffers vor allem auf taktische Zulassungen zurück. Hersteller und Handel hätten zum Quartalsende verstärkt Tages- und Vermieterzulassungen genutzt, um interne Bonusziele zu erreichen. Solche Maßnahmen lassen die Statistik kurzfristig ansteigen, bilden aber keine nachhaltige Marktdynamik ab.
Für das Gesamtjahr rechnet Dudenhöffer mit einem Rückgang des Neuwagenmarkts um rund sechs Prozent auf etwa 2,7 Millionen Einheiten. Ausschlaggebend seien die wirtschaftlichen Folgen der Iran-Krise, die Inflation und eine schwächere Konjunktur, was größere Anschaffungen wie einen Autokauf dämpfen dürfte.
Der zunehmende Wettbewerbsdruck könnte laut Dudenhöffer zu höheren Rabatten führen. Während Hersteller Preisnachlässe für Verbrenner zuletzt ausgeweitet hatten, sind die Rabatte für Elektroautos leicht gesunken. Grund ist die wachsende Nachfrage nach batterieelektrischen Modellen, die angesichts hoher Kraftstoffpreise bei vielen Käufern immer beliebter werden. Der Preisabstand zwischen Elektroautos und Verbrennern könnte sich dadurch wieder etwas vergrößern. Gleichzeitig erwartet Dudenhöffer weiter steigende Marktanteile für Elektroautos in den kommenden Monaten. (SP-X)