Während der Relevante Flottenmarkt weiter ins Minus rutscht, rücken E-Autos wieder mehr in den Fokus. Stichworte: EU-Strafzölle und -Flottenziele.
Noch ist eine stabile Wende nicht in Sicht. Gemäß der aktuellen Dataforce-Zahlen zeigt der deutsche Pkw-Markt im September 2024 lediglich eine trügerische Erholung. Mit 208.848 Neuzulassungen und einem Rückgang von nur sieben Prozent gegenüber dem Vorjahr wirke die Situation zunächst positiv, jedoch offenbare der saisonbereinigte Trend (SAAR) mit knapp 2,5 Millionen Fahrzeugen eine deutliche Unterschreitung des regulären Volumens von drei Millionen Pkw, was die anhaltende negative Entwicklung bestätige, heißt es weiter in der Dataforce-Analyse. Im relevanten Flottenmarkt, einem Schlüsselsegment der Automobilindustrie, zeige sich ein ähnliches Bild. Mit einem Rückgang von 6,4 Prozent verlor dieser Bereich rund 4.000 bis 5.000 Fahrzeuge. Der Verlust sei zwar als relativ normal zu betrachten, deute aber dennoch auf eine anhaltende Schwäche im Geschäftskundenbereich hin, führen die Dataforce-Experten aus.
Wiederum besonders interessant sei die Entwicklung der Elektrofahrzeuge im Flottenmarkt. Trotz des allgemeinen Rückgangs erreichten E-Autos dem Dataforce-Bericht zufolge hier mit einem Marktanteil von 21,6 Prozent einen neuen Höchststand. Diese positive Entwicklung im Elektrosegment könnte auf die bevorstehenden Veränderungen im Jahr 2025 zurückzuführen sein, wenn sich die CO2-Flottenziele der EU auf 93,6 g/km verschärfen, wird geschlussfolgert. Demnach zeige sich die Vorbereitung auf diese Verschärfung auch in den Strategien der Hersteller. So hätten VW und Tesla bereits die Preise für volumenstarke E-Modelle gesenkt, um ihre Absätze zu steigern und die EU-Ziele zu erreichen. Laut Dataforce könnten diese Maßnahmen den Relevanten Flottenmarkt in den kommenden Monaten weiter beeinflussen und möglicherweise zu einem Anstieg der E-Auto-Zulassungen in diesem Segment führen. Im Gegensatz dazu verzeichneten Benzin- und Dieselfahrzeuge im Flottenmarkt deutliche Verluste von 22 Prozent. Dieser Trend unterstreiche die zunehmende Bedeutung von Stromern im Geschäftskundenbereich und könne ein Indikator für einen beschleunigten Wandel in der Flottenzusammensetzung sein.
Der Transportermarkt, der eng mit dem Flottengeschäft verknüpft ist, zeigte demzufolge ebenfalls eine rückläufige Tendenz. Mit 32.767 Neuzulassungen und einem Minus von fünf Prozent wurde dieser Rückgang hauptsächlich durch Verluste im relevanten Flottenmarkt verursacht. Dieser Kanal verlor acht Prozent, was einem Rückgang von etwa 1.500 Fahrzeugen entspricht. Insgesamt zeigt der relevante Flottenmarkt im September 2024 der Dataforce-Erhebung zufolge eine komplexe Situation. Während der allgemeine Trend rückläufig sei, gebe es im Bereich der Elektrofahrzeuge positive Signale. Die Entwicklungen in diesem Segment könnten richtungsweisend für die zukünftige Gestaltung von Unternehmensflotten sein und einen sanfteren Übergang zu den verschärften CO2-Zielen im Jahr 2025 ermöglichen. Fazit: Der Gesamtverlust von 15.654 Pkw-Zulassungen verteilt sich laut Dataforce relativ gleichmäßig auf Flotten-, Privat- und Vermietermarkt. Besonders auffällig sei der Einbruch bei den Autovermietern um 18,2 Prozent. Fahrzeugbau und Fahrzeughandel verzeichneten geringere Verluste, was auf taktische Zulassungen der Hersteller hindeute – ein Indikator für eine schwache Kundennachfrage. (MN)