Rekordwerte bei Zulassungen, starke Flottenperformance: Škoda schließt 2025 mit Bestmarken ab. Hülsmann übergibt zum Jahreswechsel an Barwasser.
Škoda Auto Deutschland beendet das Jahr 2025 mit historischen Erfolgen: Bereits einen Monat vor Jahresende hat die Marke mit 208.521 Neuzulassungen den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2019 (208.171 Einheiten) übertroffen. Der Marktanteil kletterte auf 8,0 Prozent – ebenfalls eine neue Bestmarke für die tschechische VW-Tochter.
Bei dem traditionellen Jahresabschlussgespräch in Weiterstadt nutzte Škoda die Gelegenheit, den Führungswechsel offiziell zu vollziehen. Jan-Hendrik Hülsmann, der das Unternehmen in den vergangenen drei Jahren leitete, übergibt zum 1. Januar 2026 an Frank Barwasser. Hülsmann wechselt zurück zu Volkswagen, wo er den europäischen Vertrieb der Kernmarke VW verantworten wird.
Als Hülsmann vor drei Jahren das Amt antrat, lag Škoda bei einem Marktanteil von 5,6 Prozent. Zum Abschied konstatierte er: „Das Jahr 2025 entwickelt sich für uns zu einem Jahr der Rekorde. Unser Produktportfolio trifft den Nerv der Kunden, das Vertrauen in unsere Marke und ihre Innovationsfähigkeit ist sehr hoch."
Mit dem aktuellen Marktanteil von 8,0 Prozent hat Škoda seinen vierten Platz im deutschen Markenranking deutlich gefestigt und ist zum 17. Mal in Folge die stärkste Importmarke. Die Marke liegt damit auf Augenhöhe mit Mercedes (9,2 Prozent) und BMW (8,8 Prozent) im Wettbewerb um Platz zwei hinter Volkswagen (19,8 Prozent).
Die Marke sei kein Nischenanbieter mehr, sondern präge das Straßenbild, betonte Hülsmann. Der Fahrzeugbestand von Škoda in Deutschland ist mittlerweile auf 2,75 Millionen Fahrzeuge angewachsen. Diese Zahl präge mittlerweile deutlich das Straßenbild. Andere Marken würden verdrängt, was wichtig sei, weil die Wahrnehmung im Straßenbild letztlich weiteres Neuwagengeschäft generiere.
Einen wesentlichen Anteil am Erfolg haben die batterieelektrischen Fahrzeuge. Mit der Enyaq-Familie und dem im Frühjahr eingeführten Elroq erzielte Škoda bis Ende November 45.928 BEV-Zulassungen. Das entspricht einem Marktanteil von 9,4 Prozent bei Elektrofahrzeugen – Position zwei hinter Volkswagen (94.599 Einheiten).
Der Elroq entwickelte sich zum Kassenschlager: Im Oktober war das kompakte Elektro-SUV das meistverkaufte Elektrofahrzeug in Deutschland. Hülsmann nannte das Modell ein „echtes Hero Car". Der Elroq habe erstmals Preisparität zum Verbrenner dargestellt und sei vom Start weg ein Erfolg gewesen. Man verkaufe ein Drittel mehr als in den optimistischsten Szenarien erwartet.
Der Markt der batterieelektrischen Fahrzeuge sei aus Sicht von Škoda eindeutig die Zukunft und nehme an Fahrt auf, auch wenn das aktuell politisch gebremst werde, erklärte Hülsmann.
Entscheidend für den Erfolg war auch die Einhaltung der CO₂-Flottengrenzwerte. Das sei gelungen, mit einer Quote von 28 Prozent bei Steckerfahrzeugen, also BEV und PHEV-Modellen. Das sei noch ohne den „Elroq-Faktor" gerechnet, mit dem Erfolgsmodell liege man bereits bei 35 Prozent. Mit den neuen Modellen könne der Anteil auch in Richtung 40 Prozent gehen, je nach politischen Rahmenbedingungen, prognostizierte Hülsmann.
Zwischen Verbrenner und reinem Elektroantrieb gebe es allerdings noch eine Übergangstechnologie, die man eigentlich schon mal „totgesagt" habe: Die PHEV seien wieder da, konstatierte der scheidende Geschäftsführer. Mit dem neuen Kodiaq und dem neuen Superb komme man zur rechten Zeit, die mit 100 Kilometer elektrischer Reichweite in neue Dimensionen vorstoßen.
Die PHEV-Versionen von Superb und Kodiaq konnten ihr Absatzvolumen verdreifachen. Die Gattung sei vor allem in Flotten sehr gefragt, bei User-Choosern.
Als sehr gesund und ausgewogen sieht Hülsmann das Verhältnis zwischen privaten und gewerblichen Zulassungen. Die Zahlen belegen die starke Position im Flottengeschäft: Beim Enyaq entscheiden sich 78 Prozent Flottenkunden für das elektrische SUV und nur 14 Prozent Privatkäufer, beim Elroq wurden dagegen 50 Prozent private Käufer registriert. Zudem erreiche der Elroq eine Eroberungsquote von 75 Prozent.
Besonders bemerkenswert: Der Elroq fahre gegen den Trend, obwohl die Nachfrage bei privaten Kunden nach dem Ende der staatlichen Förderprämien stark eingebrochen sei. Im Flottenbereich ist Škoda mittlerweile die zweithäufigste Marke hinter Volkswagen. Dies sei wichtig, weil der Flottenmarkt stetiger und weniger volatil sei als das Privatgeschäft.
Wichtig sei auch der „Kanalmix" im Vertrieb, erklärte Hülsmann. Grundsätzlich gelte es, so viele Fahrzeuge wie möglich über den stationären Handel zu vertreiben und die Tageszulassungen niedrig zu halten, damit die Restwerte stabil bleiben – und somit langfristig auch die Leasingraten bei Neuwagen bekömmlich. Gering sei die Zahl der Verkäufe an Handel oder Autovermieter.
Škoda realisiere „echtes Geschäft", das von hoher Nachfrage gespiegelt sei und letztlich auch gute Margen garantiere. Rückgrat bleibt der Octavia mit 41.305 Neuzulassungen, dem aber mittlerweile der Elroq als elektrische Alternative mit 22.531 Einheiten auf den Fersen ist.
Darüber hinaus runde man das Angebot durch ein Auto-Abo in Kooperation mit Europcar ab, was fürs Erste ein „Versuchsballon" sei. Wenn das Feld sich weiter entwickle, wolle man allerdings vorne mit dabei sein. Auch für die E-Mobilität sei das Abo ein ideales Konzept zum Einstieg.
Im kommenden Jahr wird Škoda seine Elektro-Palette weiter ausbauen. Im Herbst kommt mit dem Epiq ein voll familientauglicher Kompakt-E-SUV als BEV-Pendant zum Verbrenner Kamiq auf den Markt, der mit einem Preis von rund 26.000 Euro die Elektromobilität einer noch breiteren Bevölkerungsgruppe zugänglich machen soll. Hier wünsche man sich eine möglichst „breit angelegte" Förderkulisse, wobei speziell der Epiq das Interesse auch bei weniger vermögenden Kunden steigern dürfe.
Zusätzlich wird die Serienversion der Vision 7S (Arbeitstitel „Space-BEV") eingeführt, die sieben vollwertige Sitze bietet und mehr Platz als ein Kodiaq. Das Fahrzeug werde „wettbewerbsfähig" gepreist und die Marke auf ein neues Niveau heben, oberhalb der 50.000-Euro-Marke. Die Händler seien bei der Präsentation schon mal angetan gewesen, erklärte Hülsmann.
Zunächst wird eine neue Serie von Sondermodellen zum Kundenevent, dem sogenannten Škoda Buffet am 24. Januar vorgestellt. Hier lösen die „Balance"-Modelle die „Tour"-Editionen ab.
Trotz der Elektro-Offensive hält Škoda am Vollsortiment fest. Weitere Lücken wolle man schließen und neben den PHEVs auch die Verbrenner auf Euro-7-Niveau bringen, übrigens auch die Diesel-Modelle, wie Hülsmann betonte. Ab 2027 sollen alle Selbstzünder die Euro-7-Norm erfüllen.
Der Transformationspfad, den die EU bisher vorgeschrieben habe, sei allerdings „sehr ambitioniert" gewesen und nicht für alle Märkte realistisch. Insofern sei das Umdenken auf EU-Ebene „begrüßenswert". Für den Betrieb von Verbrennern über 2035 hinaus gehe es um stark hybridisierte Modelle, man glaube hier an einen gangbaren Zwischenweg.
Auch im Hinblick auf die Erwägungen eines „Local Content"-Anteils in der Produktion sehe man sich mit hoher regionaler Wertschöpfung und jüngst zwei europäischen Akkufabriken „gut aufgestellt", wie auch immer die Regularien dann konkret ausgestaltet würden.
Zur Frage, ob sich der Marktanteil im Dezember noch weiter steigern lasse, zeigte sich Hülsmann gelassen: „Was am Monatsende passiert, hängt oft davon ab, wie verzweifelt andere Marken sind."