Neue staatliche Zuschüsse für Elektroautos könnten laut einer Analyse sinkende Herstellerrabatte auslösen und so den Preisvorteil teilweise aufheben.
Die staatliche Förderung für Elektroautos beeinflusst offenbar das Preisgefüge am Markt. Nach Einschätzung des Center Automotive Research (CAR) haben Hersteller ihre Nachlässe zuletzt reduziert.
Für die Auswertung verglich das Institut die Preisentwicklung der 20 wichtigsten Elektroautos mit jener der 20 wichtigsten Verbrennermodelle. Demnach sank der durchschnittliche Rabatt auf E-Autos von 19,5 Prozent im Januar auf 18,6 Prozent im Mai. Bei Verbrennern blieb das Niveau nahezu stabil und lag zuletzt bei 18,4 Prozent. Studienleiter Ferdinand Dudenhöffer erklärte, die Prämie wirke damit faktisch wie eine Preiserhöhung.
Parallel dazu vergrößerte sich der Abstand bei den tatsächlich gezahlten Preisen. Im Mai lag dieser bei 1.971 Euro zugunsten der Verbrenner. Seit Dezember entspricht das einem Anstieg um 643 Euro.
Nach Einschätzung des Instituts gewöhnt sich der Markt an die staatliche Unterstützung. Insbesondere Volumenhersteller hätten ihre Rabatte zuletzt reduziert. In einer erweiterten Betrachtung der 25 wichtigsten Modelle zeigten sich unter anderem bei BYD, Cupra, Hyundai, Opel und Kia sinkende Nachlässe. Tesla hat laut Analyse im Mai zudem eine zuvor gewährte Förderung von 3.000 Euro für das Model Y nicht verlängert. Staatliche Prämien selbst sind in der Analyse nicht berücksichtigt.
Kritisch sieht CAR auch die Auswirkungen auf deutsche Premiumhersteller. Diese profitierten vergleichsweise wenig von der Förderung, die stärker auf einkommensschwächere Haushalte abziele. Mit Ausnahme von Mercedes hielten sie ihre Rabatte daher stabil oder hätten sie leicht erhöht. Da viele dieser Fahrzeuge in Deutschland produziert würden, könnte ein Teil der Förderung an inländischer Wertschöpfung vorbeigehen. (Sp-X)