BMW bringt den iX5 mit 141 kWh Batterie auf den Markt. Doch der Blick auf fünf Modelle zeigt: Große Akkus allein garantieren weder Effizienz noch Reichweite.
Mit dem iX5 setzt BMW bei der Batteriekapazität in Elektroautos einen neuen Maßstab. Das SUV erhält einen Energiespeicher mit 141 kWh Netto-Kapazität und übertrifft damit bisherige Modelle der Oberklasse deutlich. Gleichzeitig zeigt die Entwicklung im Markt, dass Reichweite längst nicht mehr allein von der Größe der Batterie abhängt. Fortschritte bei Zelltechnik, Ladeleistung und Effizienz verändern die Bedeutung großer Akkus.
Noch vor wenigen Jahren galten Batterien mit 40 oder 50 kWh als ausreichend. Während frühe Elektroautos wie der Nissan Leaf mit 24 kWh auskamen und selbst das Tesla Model S einst mit 60 kWh startete, bewegen sich aktuelle Mittelklassemodelle inzwischen häufig um 80 kWh. In der Oberklasse sind dreistellige Batteriekapazitäten zur Regel geworden.
Mit dem neuen iX5 treibt BMW diese Entwicklung weiter voran. Die Kapazität von 141 kWh verdeutlicht, dass die Kilowattstunde für viele Hersteller zum Prestigewert geworden ist. Größere Batterien ermöglichen grundsätzlich höhere Reichweiten und adressieren damit weiterhin eine der wichtigsten Anforderungen vieler Käufer.
Allerdings bringt jede zusätzliche Kilowattstunde auch Nachteile mit sich. Größere Batterien erhöhen Gewicht, Kosten und Rohstoffbedarf. Gleichzeitig haben sich die technischen Grundlagen deutlich weiterentwickelt. Neue Zellchemien steigern die Energiedichte, Rundzellen speichern mehr Energie auf gleichem Raum, 800-Volt-Systeme reduzieren Ladezeiten und moderne Thermomanagementsysteme verbessern die Effizienz.
Es stellt sich zunehmend die Frage, wie groß eine Batterie überhaupt sein muss. Wer regelmäßig Schnellladeinfrastruktur nutzt, benötigt nicht zwangsläufig maximale Reichweiten. Viele Hersteller sehen heute einen Bereich zwischen 80 und 100 kWh als praktikablen Kompromiss zwischen Reichweite, Gewicht und Kosten.
Ausnahmen bleiben große Luxusfahrzeuge, schwere SUV oder Nutzer mit besonders hohen Fahrleistungen. Doch ähnlich wie früher Höchstgeschwindigkeit oder Motorleistung entwickelt sich auch die Batteriekapazität zunehmend zu einem Wettbewerbsmerkmal.
Wie unterschiedlich die Anforderungen ausfallen können, zeigt der Markt. Während ein Dacia Spring mit 24,3 kWh auskommt und der Opel Rocks Electric sogar nur 5,5 kWh nutzt, fährt der GMC Hummer EV mit 212,7 kWh die derzeit größte Batterie in einem Serien-Pkw. Noch größere Energiespeicher finden sich im Nutzfahrzeugbereich: Der Mercedes eActros 600 verfügt über rund 621 kWh Speicherkapazität. Entscheidend bleibt daher nicht die Größe allein, sondern das Zusammenspiel von Batterie, Fahrzeugkonzept und Antrieb.





Die fünf Beispiele zeigen, dass die Kapazität von Traktionsbatterien weiter steigt. Gleichzeitig wird deutlich, dass die Größe des Energiespeichers allein kein verlässlicher Maßstab für die Qualität eines Elektroautos ist. Aerodynamik, Fahrzeuggewicht, Antriebstechnik und Ladeleistung beeinflussen Reichweite und Alltagstauglichkeit mindestens ebenso stark. Der aktuelle Wettlauf um immer größere Akkus liefert deshalb zwar beeindruckende Zahlen, beantwortet aber nicht automatisch die Frage nach dem effizientesten Elektroauto. (sp-x)