Peugeot will 2030 rein elektrisch sein, pusht aber gerade seine Hybrid-Palette. Im Fokus: Effizienz, Komfort und finanzielle Vorteile für Dienstwagenfahrer.
Die Krux mit der Elektromobilität. Zwar steigt die Nachfrage wieder, doch durch etliche politische Wirrungen, u. a. das abrupte Ende der Umweltprämie, bleiben sowohl Geschäfts- als auch Privatkunden verunsichert. Egal ob für Fuhrpark oder Freizeit, niemand weiß so recht, wohin die Reise letztlich geht. Nur eins ist gewiss: An der Elektromobilität führt auf kurz oder lang kein Weg vorbei. Die Krux der Autobauer: Sie müssen einerseits die Elektrifizierung ihrer Modellflotten voranbringen, andererseits dürfen sie die Bedürfnisse der Kunden nicht aus den Augen verlieren. Hersteller fahren deshalb gar nicht so schlecht damit, zweigleisig unterwegs zu sein, und auch auf Hybridantriebe zu setzen. Bietet doch diese Brückentechnologie nach wie vor einen gangbaren Kompromiss beim Übergang aus der fossilen in die neue Welt der Mobilität.
Auch Peugeot beschreitet diesen Pfad. Zwar möchte die Löwenmarke flugs zu einem der führenden Anbieter von alltagstauglichen und bezahlbaren Vollblutstromern werden, doch pushen die Franzosen gerade ebenso ihre Hybridpalette. Mit oder ohne Stecker gegen Reichweitenangst und Ladefrust lautet das Motto, mit Hybrid-Power in die elektrische Zukunft die Devise. Doch statt mit voller Kraft voraus in die Stromer-Ära zu segeln, navigieren die Franzosen geschickt durch die Gewässer des Übergangs. Ihr Kompass? Eine Flotte Hybridderivate, die die Kunden sanft an den Gedanken heranführen soll, dass ein bisschen Strom im Tank gar nicht so übel ist.




Der Löwe brüllt quasi hybrid, und das quer durch alle Baureihen. Vom quirligen 208 bis zum stattlichen SUV-Flaggschiff 5008 – überall surrt und schnurrt es leise elektrisch. Dabei setzt Peugeot auf zwei Strategien: den Mildhybrid (HEV) für Einsteiger und den Plug-in-Hybrid (PHEV) für Fortgeschrittene. Nehmen wir den 5008 Hybrid als Beispiel. Mit seinen knapp 1.8 Tonnen wahrlich kein Leichtgewicht, huscht er dank des cleveren 48-Volt-Systems mit erstaunlicher Leichtigkeit durch den Stadtverkehr. Der Dreizylinder-Benziner mit 136 PS bekommt dabei Unterstützung von einem 28 PS starken Elektromotor, der in einem speziell entwickelten Sechsgang-Doppelkupplungsgetriebe sitzt. Ergebnis? Ein Verbrauch von etwa 5,5 Litern auf 100 Kilometer im urbanen Dschungel – nicht schlecht fürs SUV- Dickschiff.
Wer mehr elektrische Power möchte, greift zum Plug-in-Hybrid. Peugeots kompakter Topseller 308 macht hier den Anfang. Mit einer Systemleistung von 180 PS, kombiniert aus 1,6-Liter-Benziner und E-Motor, verspricht der Teilzeitstromer Sparsamkeit, und Fahrspaß zugleich. Bis zu 57 Kilometer rein elektrisch sind drin – durchaus tauglich für den täglichen Pendlerverkehr. Zeitglich optimieren die Franzosen und tüfteln an Verbesserungen. So sollen bereits Anfang 2025 die Baureihen 4008 und 5008 mit einem noch potenteren Plug-in-System vorfahren. Damit sollen dann 195 PS Systemleistung und bis zu 85 Kilometer elektrische Reichweite möglich sein.
Das ist jetzt zwar noch lange nicht die Pole Position im Teilzeitstromer-Reichweitenranking, jedoch schon mal ein ordentlicher Schritt nach vorn. Zudem liefert Peugeot damit gute Argumente fürs Flottengeschäft, die steuerliche Vorteile bei der Dienstwagenbesteuerung versprechen. Die schlechte Nachricht: Die PHEV-Technik hat ihren Preis. Während der 5008 Hybrid bei 35.504 Euro (alle Preise zzgl. USt.) startet, sind für den 308 PHEV mindestens 37.185 Euro fällig – satte 5.252 Euro mehr als für die Mildhybrid-Variante. Da wird manch einer zweimal überlegen, ob er den Sprung zum Steckerhybrid wagt. Ungeachtet dessen will Peugeot bis 2030 komplett auf rein elektrische Antrieb umstellen. (mn)