Der ADAC hat seinen Winterreifentest 2026 veröffentlicht mit einem Ergebnis, das nicht ganz positiv ausfällt: Über die Hälfte der Kleinwagen-Reifen ist nicht empfehlenswert.
Während der ADAC im vergangenen Jahr mit 31 getesteten Reifen den größten Winterreifentest der Clubgeschichte durchgeführt hatte, legt er in diesem Jahr nochmal einen Reifen drauf: Der ADAC hat insgesamt 32 Reifen für seinen aktuellen Reifentest ausgewählt. Zwei Dimensionen wurden genauer unter die Lupe genommen: 185/65 R15, die vor allem auf Kleinwagen gefahren wird, und die Größe 225/50 R17, die bei vielen Mittelklassewagen montiert wird.
Da ein Winterreifen unter sämtlichen Bedingungen wie Nässe, Trockenheit, Schnee oder Eis performen muss, wurden wie immer die Reifen in diesen Disziplinen getestet. Umweltfaktoren wie die prognostizierte Laufleistung, der Reifenabrieb und die Effizienz flossen ebenfalls in die Gesamtbewertung mit ein.
„Bei den Kleinwagenreifen legen die Ergebnisse nahe, dass diese Dimension bei den Herstellern nicht so stark im Fokus steht wie andere Reifengrößen“, resümiert der ADAC mit Blick auf das Gesamtergebnis der Winterreifen in der Größe 185/65 R15. Denn nur zwei Reifen bekommen die Note „gut“, fünfmal „befriedigend“, sechsmal „ausreichend“ und dreimal sogar „mangelhaft“.
Der Continental WinterContact TS 870 erhält mit 2,2 die beste Bewertung im gesamten Testfeld. Laut Reifentester zeigt er ausgewogene und durchweg gute Leistungen auf allen Untergründen und eine ordentliche Umweltbilanz. Mit dem Michelin Alpin 7 auf dem zweiten Platz (Gesamturteil 2,5) ist ein weiterer Premiumreifen vorne auf dem Siegertreppchen. Er überzeugt die Tester mit einer guten Fahrsicherheit und zeigt lediglich leichte Abstriche beim Handling auf Schnee.
Den dritten und vierten Platz teilen sich der Hankook Winter i*cept RS3 und der Linglong Sport Master Winter, gefolgt vom Optimo Winter Touring OW41. Damit reihen sie sich noch vor altbekannten Premiummarken wie Goodyear, Bridgestone, Nokian oder Vredestein ein.
Sowohl Hankook als auch Linglong und Optimo punkten unter anderem mit ihrer Performance auf Nässe. Besonders stark auf Nässe ist auch der Goodyear UltraGrip Performance 3 mit der Note 1,9. Insgesamt reicht es für ein „befriedigend“. Platz sieben belegt der GT Radial WinterPro2 Evo.
Vier Reifen bekommen die Gesamtnote 3,8: Bridgestone Blizzak LM 005, Nokian Tyres Snowproof 2, Vredestein Wintrac und Barum Polaris 6. Mit 1,4 ist der Bridgestone Reifen der beste im Test auf Nässe. Der Vredestein und der Barum überzeugen jeweils auf winterlicher Fahrbahn.
Mit 3,9 folgen der Kumho WinterCraft WP52+ und der Viking WinTech NewGen mit Stärken auf nasser und winterlicher Fahrbahn. Die drei Reifen Sunny Winter-max NW611, Atlas Polarbear HP und Rockblade Rock 868S sind nicht zu empfehlen. Sie „sind in der Fahrsicherheit sogar so schwach, dass sie nicht über ein ‚mangelhaft‘ in der Gesamtnote hinauskommen“, schreibt der ADAC. Da nützt es einem Rockblade nicht, dass er mit 1,5 der Beste im Test auf winterlicher Fahrbahn ist. Bei der Fahrsicherheit, die eine hohe Gewichtung im Gesamttestergebnis hat, und auf nasser Fahrbahn schneiden die drei genannten Reifen „mangelhaft“ ab.
Bei der getesteten Dimension 225/50 R17 schneiden zwar über die Hälfte (zehn Reifen) zufriedenstellend ab, dennoch bekommen sechs Reifen die Note „mangelhaft“. „Der gemeinsame Schwachpunkt dieser Reifen ist mangelnde Ausgewogenheit. In mindestens einer Fahrkategorie sind die Leistungen der Reifen so schlecht, dass sie als sicherheitsrelevant einzustufen sind. Besonders bei einigen günstigeren Produkten zeigt sich dieser Zielkonflikt: Guten Leistungen auf einer Fahrbahnoberfläche stehen teilweise gravierende Defizite auf anderen Fahrbahnoberflächen gegenüber“, so der ADAC in seinem Fazit. Zu diesen Reifen gehören der Falken Eurowinter HS02 Pro, der Toyo Tires Observe EWS1 sowie die teils weniger bekannten Marken beziehungsweise Reifen Tracmax Ice-Plus S210, Aptany RW211, Royal Black Royalwinter UHP und Sunwide Snowide.
Dennoch haben diese Reifen auch Stärken. So punktet der Falken auf Nässe und der Toyo auf nasser und trockener Fahrbahn. Der Sunwide ist sogar der Beste im Test auf winterlicher Fahrbahn und ebenfalls der Aptany kann in dieser Disziplin punkten. Dennoch nützt es wenig, wenn in fahrsicherheitsrelevanten Disziplinen seitens der Reifentester Schwächen erkannt werden.
Nun zu den positiven Nachrichten: Der Pirelli Cinturato Winter 3 fährt mit einem Gesamturteil von 2,2 den Gesamtsieg ein. Besonders auf nasser Fahrbahn zeige er eine starke Performance, die nicht weit von der Bestnote „sehr gut“ entfernt ist. Nur knapp dahinter landet abermals der WinterContact TS 870 von Continental (Gesamturteil 2,3).
Ebenso „gut“ sind der Goodyear UltraGrip Performance 3 und der Michelin Alpin 7. Am Goodyear erkennt man, dass die Performance oft unterschiedlich je nach Reifengröße ausfallen kann. Denn während er in der 225er-Dimension „gut“ ist, schneidet er in der 185er mit „befriedigend“ ab.
Die Gruppe der „befriedigend“ bewerteten Reifen führt der Bridgestone Blizzak 6 an. Er zeigt in allen Disziplinen eine gute Performance. Den folgenden Platz teilen sich der Hankook Winter i*cept RS3 und der Esa+Tecar Supergrip Pro2. Eine ordentliche Performance zeigt auch der Dunlop Winter mit der Gesamtnote 2,9 und sogar einer 1,8 in der Umweltbilanz.
Mit 3,1 werden der Yokohama BluEarth Winter V906 und der Vredestein Wintrac Pro+ bewertet. Beide Reifen zeigen in allen Disziplinen eine ähnlich gute Performance ohne große Auffälligkeiten. (red/akl)