Opel hat den Astra komplett erneuert. Geblieben sind eine breite Palette an Antriebsvarianten und die beiden Karosserieversionen Limousine und Sportstourer.
Es ist die inzwischen zwölfte Generation des Astra, die jetzt auf die Straße rollt. Besonders stolz ist Opel darauf, dass die Baureihe komplett im Heimatstandort verwurzelt ist. Design, Entwicklung und Produktion fanden und finden in und um Rüsselsheim statt.
Um alle Bedürfnisse der Kunden abzudecken, bietet Opel bei der Neuauflage vier Antriebsvarianten an. Bislang lagen Diesel und Hybrid mit einem Anteil von jeweils 35 Prozent gleichauf. Der Elektro-Astra konnte 20 Prozent für sich verbuchen, der Plug-in-Hybrid zehn Prozent. Da für den letztgenannten Antrieb der geldwerte Vorteil weiterhin bei 0,5 Prozent festgeschrieben ist, erwartet die Marke mit dem Blitz hier gerade bei den Flottenkunden ein deutlich steigendes Interesse. Zudem haben die Techniker das System noch einmal deutlich verbessert.
Der 110 kW (150 PS) starke 1,6-Liter-Benziner ist jetzt mit einem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe statt wie bisher mit einer Achtgang-Automatik kombiniert. Die E-Maschine des Systems mit den beiden Antriebsherzen leistet nun 92 kW (125 PS) – eine Steigerung um elf kW (15 PS).
Das resultiert in einer um zwölf kW (16 PS) erhöhten neuen Systemleistung von 144 kW (196 PS) und einem Systemdrehmoment von 360 Newtonmetern. Damit liegt der Astra Plug-in-Hybrid leistungsmäßig an der Spitze der Baureihe. Der Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 wird mit dem Sportstourer in 7,7 Sekunden geschafft. Als Höchsttempo gibt Opel 225 (rein elektrisch 135) Kilometer pro Stunde an.
Fast noch wichtiger aber sind die laut WLTP-Norm 84 Kilometer elektrische Reichweite, die aufgrund des von 12,4 auf 17,2 kWh vergrößerten Akkus machbar sind. Wird in der Stadt der E-Modus gewählt, sollen es sogar 100 Kilometer sein. Mit dem in der Batterie gespeicherten Strom fährt der Astra jetzt 20 Kilometer weiter als zuvor. Das ist gut für die Umwelt, spart auch Treibstoff und senkt die Alltagskosten.
Außer dem reinen elektrischen Fahren stehen mit Eco, Hybrid und Sport drei Modi zur Wahl. Dabei läuft die Zusammenarbeit zwischen Benziner und E-Maschine generell für die Insassen unmerklich. Während im Eco-Betrieb alles konsequent auf möglichst geringen Verbrauch ausgelegt ist, wird im Modus Hybrid automatisch der für die jeweilige Situation günstigste Antrieb gewählt beziehungsweise bei Bedarf der E-Motor als Unterstützung zugeschaltet.
Wer es mal so richtig krachen lassen möchte, der schaltet auf Sport. Dann leuchtet das digitale Display in roter Farbe und die Post geht beim Druck aufs Gaspedal mächtig ab.
Einerlei wie schnell es voran geht oder auf welchem Untergrund die Fahrt verläuft, die Abstimmung von Federung und Dämpfung ist für alles bestens gewappnet. Die Entwickler haben eine Spreizung zwischen Komfort und Sportlichkeit hinbekommen. Die exakt reagierende Lenkung trägt mit bester Rückmeldung dazu bei, dass sich der Astra Sportstourer leicht und locker selbst bei flottem Tempo um die Ecken steuern lässt.
Vor dem griffigen Multifunktionslenkrad liegt ein zehn Zoll großes digitales Cockpit. Das geht quasi übergangslos in das daneben angesiedelte Infotainment-Touchscreen über. Die Anzeigen beider Bildschirme sind klarer und lassen sich vielfach individuell einstellen. Nach wie vor gibt es Knöpfe und Tasten für wichtige Bedienelemente wie beispielsweise die Lautstärkeregelung oder die Klimaanlage.
Verbannt hat Opel indessen die Beschichtung mit dem einstmals so beliebten Klavierlack. Fingerabdrücke und andere Gebrauchsspuren haben die Flächen schnell unansehnlich gemacht. Stattdessen sind die Oberflächen nun mit einem kratzfesten, dabei durchaus edel wirkenden grauen Material versehen.


Von der zweiten Ausstattungsstufe (GS) an, sind vorne serienmäßig neue, von der Aktion gesunder Rücken zertifizierte Sitze verbaut. Vielfahrer können sich dann darüber freuen, dass bei der Entwicklung der Sitzflächen speziell auf eine Entlastung des bei längeren Fahrten besonders belasteten Steißbeins geachtet wurde.
Wer im Fond mitreist, hat selbst bei einer Körpergröße von 1,85 Metern ausreichend Platz für die Beine. Die Kopffreiheit wird auch vom leicht nach hinten abfallenden Dach des Sportstourers nicht eingeschränkt. Für die Praxistauglichkeit ganz wichtig ist natürlich das Volumen des Kofferraums. Der bietet im Sportstourer mit Plug-in-Hybrid-Antrieb 466 Liter. Das sind zwar aufgrund der großen Batterie 131 Liter weniger als beim Diesel oder Hybrid. Dennoch lässt sich noch immer eine Menge verstauen. Von Vorteil ist dabei, dass die Ladekante lediglich 60 Zentimeter hoch und die Ladeöffnung quadratisch ist.
Die Breite am Radeinbau misst wie die Öffnung 102x103 Zentimeter. Außerdem kann das Volumen aufgrund der im Verhältnis 40:20:40 geteilt vorklappbaren hinteren Lehnen auf bis zu 1.483 Liter vergrößert werden. Die maximale Zuladung beträgt 434 Kilogramm. Soll der Astra Sportstourer als Zugmaschine dienen, können bis zu 1.330 Kilogramm an den Haken genommen werden. Die Stützlast liegt bei 75, die Dachlast bei 80 Kilogramm.
Optisch hat Opel den Astra nur im Detail verändert. Die Neuauflage des 4,64 Meter langen, inklusive Außenspiegel 2,06 Meter breiten und 1,48 Meter hohen Sportstourers ist vor allem am Gesicht zu erkennen. Die Designer haben die Front etwas feiner gezeichnet. Auffällig vor allem, dass der Opel-Blitz im Gesicht jetzt grundsätzlich, also auch bereits bei eingeschaltetem Tagfahrlicht, beleuchtet ist. Serienmäßig zählen LED-Scheinwerfer zur Ausstattung.
Erstmals im Angebot und in der höchsten Ausstattungsstufe in Serie ist die so genannte Intelli-Lux HD-Technologie mit mehr als 50.000 Pixeln. Damit werden nicht nur Fahrbahn und Seitenstreifen gut und für die anderen Verkehrsteilnehmer blendfrei ausgeleuchtet. Bei Verkehrszeichen wird das Licht in exakt dem Bereich so gedimmt, dass störende Reflexionen vermieden werden.
Außer einer Vielzahl von Assistenzsystemen hat Opel schon die Basisversion recht gut bestückt. Unter anderem sind Klimaautomatik, elektrisch verstell- und beheizbare Außenspiegel, Multimedia-Infotainmentsystem, Freisprecheinrichtung, kabellose Verbindung von Apple Car Play oder Android Auto und 16 Zoll Alu-Rädern enthalten. Die empfehlenswerte GS-Variante hat zudem 17 Zöller, die ADR-Fahrersitze, das Dach in Karbon-Schwarz sowie eine 180-Grad-Rückfahrkamera.


Außer dem Plug-in-Hybrid bietet Opel für die Astra-Baureihe einen 96 kW (130 PS) starken 1,5-Liter Diesel sowie einen Hybrid mit einem 1,2 Liter Dreizylinder-Benziner, der 100 kW (136 PS) leistet und in Kombination mit einer E-Maschine (15,6 kW/21 PS) auf eine Systemleistung von 107 kW (145 PS) kommt.
Abgerundet wird das Programm von der E-Version mit Frontantrieb. Der Elektromotor mit einer Leistung von 115 kW (156 PS) ermöglicht ein Höchsttempo von 170 Kilometern pro Stunde. Die Batterie hat eine Kapazität von 58 kWh. Bei einem WLTP-Verbrauch von 15,5 kWh soll eine Reichweite von bis zu 454 Kilometern machbar sein. Innerstädtisch sind es laut WLTP-Norm bis zu 580 Kilometer. Geladen werden kann allerdings lediglich mit 100 kW an einer DC-Säule. 32 Minuten dauert es, um den Energiegehalt des Akkus von 20 auf 80 Prozent zu bringen - Werte, die von den Mitbewerbern inzwischen deutlich übertroffen werden. Der Plug-in-Hybrid aber kann sich, vor allem als Sportstourer, mit der Konkurrenz jederzeit messen.