Update für den Mazda CX-30: Zum Modelljahr 2025 erhält das Kompakt-SUV dezente Neuerungen – vor allem beim Infotainment. Wir haben den überarbeiteten CX-30 getestet.
Der Mazda CX-30 scheint beliebt zu sein, und das nicht nur im Privatmarkt. Während Mazdas Kompakt-SUV laut Kraftfahrtbundesamt im Jahr 2023 etwas über 7.000 Mal zugelassen wurde, bei einem Gewerbeanteil von 31,8 Prozent, waren es im Jahr 2024 schon über 9.200 Neuzulassungen mit knapp 40 Prozent Gewerbeanteil. Und dann folgte auch schon ein Update des CX-30 zum Modelljahr 2025, bei dem es allerdings nicht allzu viele Neuerungen gibt. Sie beziehen sich hauptsächlich auf das Infotainment-System. Die 2,0-Liter-Sauger gibt es mit dem neuen Modelljahr nicht mehr, stattdessen geht es jetzt mit dem 140 PS starken Mazda CX-30 als 2,5-Liter-Benziner e-Skyactiv los. Den haben wir uns geschnappt und über einen Zeitraum von 2 Wochen auf seine Fahrtauglichkeit hin getestet.
Beim Design und bei der Materialqualität trifft Mazda wie so oft ins Schwarze. Das Kompakt-SUV CX-30 macht schon was her, erst recht im Mazda-Rot. Hier verfolgt Mazda die Designphilosophie Kodo – Soul of Motion, die Schönheit von Bewegung durch schlichte, aber ausdrucksstarke Designs ausdrücken soll. Diese Philosophie überträgt sich sowohl auf das Äußere als auch auf das Innere. Das Cockpit wirkt aufgeräumt, kein einziger Touchscreen ist in Sicht. Das 10,25-Zoll-Display kommt ohne Touchfunktion. Mazda scheint hingegen noch auf viel Haptik zu setzen. Das steht in direktem Kontrast zu Modellen anderer Hersteller, die immer mehr auf digitale Displays und Voice-Control setzen. Nicht so im CX-30 und das ist auch gar kein Problem.
„Weniger ist mehr“ lautet das Credo der Mazda-Designer. Dennoch dominieren zahlreiche Knöpfe das Cockpit auf dem Lenkrad und um die Temperaturregler. Das macht das Handling von verschiedensten Funktionen aber auch einfach. Nichts muss in irgendwelchen Untermenüs gesucht werden, alles ist nur eine Handbewegung weit entfernt. Voice-Control für das Navigationsgerät, ein vorher eingebundenes Smartphone oder die Lautstärkeregelung können direkt am Lenkrad angewählt werden und die Temperatur-Regulierung über die Regler rechts vom Lenkrad.
Bei den Maßen des CX-30 hat sich im Vergleich zum Vorgängermodell nichts geändert. Es bleibt bei einer Länge von 4,39 Metern, einer Breite von 1,79 Metern und einer Höhe von 1,54 Metern. Letzteres macht sich im Fond bemerkbar. Hinterm Lenkrad macht sie kein Problem, schließlich kann man Höhe und Lage des Sitzes elektronisch verändern. Auf der Rückbank wird es für große Mitfahrerinnen und Mitfahrer allerdings eng. Zur Decke hin bleibt ihnen bei einer Körpergröße von 1,87 Metern praktisch kaum Platz. Eine geschlossene Faust passt nicht mehr dazwischen. Die Beinfreiheit ist hingegen ok, aber viel ist es auch nicht. Auch der Kofferraum prahlt nicht gerade mit viel Platz. Laut Herstellerangaben sind es gerade einmal 430 Liter, ohne umgeklappte Rücksitze.


Fahrerinnen und Fahrer sitzen im CX-30 leicht erhöht. Dadurch erhalten sie eine gute Sicht, zumindest durch die Windschutzscheibe. Die Rundumsicht ist allerdings ein wenig eingeschränkt. Gerade große Personen haben im CX-30 Schwierigkeiten, wenn sie an erster Stelle vor der Ampel stehen und diese dann nur durchs nach vorne Strecken sehen. Die kleine Heckscheibe bestätigt diesen Eindruck nochmal nach hinten.
Das neue Einstiegsmodell des CX-30 hat 140 PS bei einem 238 Nm Drehmoment und hat damit weniger Leistung als der Vorgänger, was sich aber nicht aufdrängt. Beim Anfahren reagiert das Mini-SUV unmittelbar aufs Gaspedal, schießt aber nicht gerade nach vorn. Eine Rakete ist es nun mal nicht. Auch die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h hält sich mit 10,3 Sekunden in Grenzen. Die Schaltwege sind indes kurz und geschmeidig. Man merkt wieder, wie viel Spaß ein Schaltgetriebe machen kann, wenn man mitunter hauptsächlich Automatik fährt. Kurven nimmt er mühelos mit, die Lenkung reagiert zügig.
Auch Geräusche steckt das Update des CX-30 erstaunlich gut weg. Der Motor besticht durch einen besonders ruhigen Lauf und wirkt dabei gelassen. Obwohl er ein SUV ist, überrascht der Wagen mit Agilität. Besonders auf Landstraßen hinterlässt das Kompakt-SUV einen stabilen Eindruck und bewältigt selbst enge Kurven mühelos. Die Federung hingegen könnte etwas besser gegenwirken.
Auf den ersten Blick wirkt das 10,25-Zoll-Infotainment-Display vom Design-Standpunkt her gut integriert. Es geht direkt in das darunter gelegene Leder-Element über, wirkt gar unscheinbar im Vergleich zu den zeitgenössischen Touchscreens, die andere Fahrzeuge im Cockpit optisch dominieren. Da es auch keine Touch-Funktion im herkömmlichen Sinne besitzt und nah an der Windschutzscheibe platziert ist, wird die Distanz zwischen Fahrer und System auch noch einmal bildlich unterstrichen. Im täglichen Einsatz wird diese Distanz aber auch praktisch deutlich. Das Infotainment-System scheint aus der Zeit gefallen zu sein. Die Vorteile, die ein moderner Touch-Screen mit sich bringt, sind im Mazda CX-30 einfach nicht gegeben. Um sich durch das Infotainment-System zu navigieren, benötigt es den kreisrunden Befehlsknopf unter dem Schaltknüppel, mit dessen Hilfe jeder einzelne Menüpunkt passiert werden muss. Das kostet einfach zu viel Zeit, wirkt gar umständlich. Beim Eingeben der Adresse hat man die Wahl zwischen besagtem Knopf und Voice-Control. Außerdem lässt sich mit der Amazon-Sprachassistentin Features wie Musik-Apps oder Nachrichten abrufen.
Den Befehlsknopf kann man bei der Eingabe einer Adresse allerdings getrost ignorieren, da es viel zu lang dauert und zu umständlich ist, auf diese Weise die Navigation zu starten. Die Voice-Control funktioniert allerdings nicht viel besser. Ja, sie ist schneller, allerdings müssen Userinnen und User bei der Nutzung auf eine Vielzahl von Anweisungen reagieren, die auch mal fehlinterpretiert werden können, wenn man die Anweisungen nicht ganz klar und deutlich artikuliert. Ansonsten machte das Navigationssystem mitunter auf der Langstrecke Probleme. Laut Mazda soll die neue Hybrid-Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen eine dynamische Routenführung ermöglichen.
In unserem Fall auf einer Testfahrt zwischen Frankfurt (Oder) und unserem Verlagssitz in Hannover wollte sich das Navigationssystem allerdings einfach nicht auf die kürzeste Strecke einlassen. Weder Stau noch andere Behinderungen standen der Fahrt im Weg. Aber das Navigationssystem wollte prinzipiell entweder über Hamburg oder über Halle (Saale) fahren, massive Umwege. Das mehrmalige Wiedereinstellen der Route hat nicht geholfen. Vom direkten Weg konnten wir das Fahrzeug erst überzeugen, nachdem wir sämtliche Anweisungen ignoriert hatten. Nach vielen gefahrenen Kilometern hat das Navi dann die kürzere Strecke ausgemacht, die wir allerdings sowieso schon fuhren und die von Anfang an die Kürzeste war.
Die Auswahl an Ausstattungsvarianten des Mazda CX-30 ist groß, das war auch beim Modell-Update des Mazda CX-60 der Fall. Grundsätzlich bietet Mazda gern viele Ausstattungspakete an. Ob das aber sinnvoll ist? Beim Mazda CX-30 sind es jedenfalls bis zu 6 Varianten, die zur Auswahl stehen. Das macht den Vergleich allerdings auch umständlich. Bei unserem Benziner Mazda CX-30 Skyactiv G 140 gibt es sechs Ausstattungspakete, darunter die Prime-Line für 24.739 Euro (alle Preise netto, zzgl. USt.), Centre-Line für 26.756 Euro, Homura für 27.092 Euro, Nagisa für 28.184 Euro, die Exclusive-Line für 29.277 Euro und die Ausstattungsvariante Takumi für 31.042 Euro. Das klingt an sich nach Auswahl, kann aber auch trügen.
Denn man muss wirklich genau hinschauen, um zu erfahren, was denn genau der Unterschied zwischen den Ausstattungspaketen des Mazda CX-30 Modellbaujahr 2025 ist, insbesondere derjenige, der zwischen Centre und Homura lediglich 336 Euro (netto) ausmacht. Hier und da geht es um zusätzliche technische Ausstattungen, dann sind es Bestandteile der Innenausstattung oder Designelemente, die allerdings auch nur minimale Unterschiede ausmachen können. Insgesamt trennt die günstige Prime-Line und die teuerste Variante Takumi 6.303 Euro (netto) und zwischen ihnen stehen noch 4 weitere Varianten zur Auswahl. Zumindest auf ein Head-up-Display konnten sie sich alle einigen. Dieses ist bereits ab der günstigsten Variante Serie. 18-Zoll-Leichtmetallfelgen sind dann ab der Centre-Line mit dabei. Wer also auf Nummer sicher gehen will, bekommt mit der Centre-Line bereits einen gut ausgestatteten Mazda CX-30 mit unter anderem Einparkhilfe vorne und hinten, Klimatisierungsautomatik, Lenkradheizung, Voll-LED-Scheinwerfer, Rückfahrkamera, Head-up Display und Navigationssystem. Nur die Sitzbezüge sind dann aus Stoff, dafür gibt es aber eine Sitzheizung.
Im Konfigurator für den Mazda CX-30 können Sie sich einen genauen Überblick über die einzelnen Ausstattungsvarianten verschaffen.
Mazda bleibt beim CX-30 seiner Linie treu. Optisch überzeugt das Kompakt-SUV mit eleganter Linienführung und hochwertigem Innenraum. Gerade wer minimalistisches Design mit klarer Haptik schätzt, findet im CX-30 eine erfrischende Alternative zu den trendigen, software-defined vehicles mit überdigitalisierten Cockpits. Fahrdynamisch präsentiert sich der neue 2,5-Liter-Benziner solide, mit guter Straßenlage und Ausgewogenheit. Abstriche muss man hingegen bei der Beschleunigung machen. Ein Sportwagen ist der CX-30 nunmal nicht.
Weniger gelungen zeigt sich das Infotainment-System, das trotz modernisierter Optik funktional veraltet wirkt. Die Bedienung über das Drehrad ist umständlich, bei der Sprachsteuerung ist Verbesserungsbedarf. Auch das Navigationssystem scheint im Hinblick auf Zielstrebigkeit nicht ganz auf der Höhe der Zeit. Die Vielzahl an Ausstattungslinien bietet Spielraum zur Individualisierung, wirkt in der Praxis aber eher unübersichtlich. Wer sich die Mühe macht, findet mit der Centre-Line jedoch bereits ein gutes Gesamtpaket.
Alles in allem bleibt der CX-30 ein attraktiver Kompakt-Crossover mit Charakter. Das Update zum Modelljahr 2025 bringt keine Revolution, aber in Teilen sinnvolle Anpassungen.
Neben den zahlreichen Ausstattungsvarianten bietet Mazda für den CX-30 auch unterschiedliche Motorisierungen an: