Mazda hat seinem Premium SUV CX-60 eine Frischekur verpasst. Außen praktisch unverändert, ging es eher um die inneren Werte. Wir waren bei der ersten Testfahrt des Mazda CX-60 in Madrid mit dabei.
Im Juni 2022 standen die ersten Mazda CX-60 in den Autohäusern und obwohl das Jahr schon zur Hälfte rum war, schafften es noch 5.410 CX-60 über die Ladentheke. 2023 waren es dann 6.663 und 2024 noch 6.121. Das heißt: Bewähren konnten sich die Japaner mit ihrem neuen Premium SUV von Beginn an. Jetzt haben sie dem CX-60 mit dem Modelljahr 2025 einen Feinschliff verpasst, der insbesondere auf den Fahr- und Handlingkomfort abzielt. Insbesondere? Naja, fast ausschließlich! Denn bis auf zwei neue Ausstattungsvarianten bleibt quasi alles beim Alten. Selbst der Plug-in-Hybrid hat nicht mehr elektrische Reichweite bekommen. Was das dezente Update des Mazda-Mittelklasse-SUV als Plug-in-Hybrid (PHEV) drauf hat konnten wir nun schon einmal ausprobieren.


Am Außendesign des CX-60 hat sich im Vergleich zum Modelljahr 2022 praktisch nichts geändert. Hier brilliert das SUV durch gewohnte Eleganz. Gemäß der Designphilosophie „Kodo“ reichen sich Schönheit und Nutzen die Hand, innerhalb einer Silhouette mit langer Front und kurzem Heck, präsentiert in einer Crossover-Architektur. Die Front ziert den bekannt auffälligen Kühlergrill. Dieser wird umspielt von einer Leiste, die auf beiden Seiten in schmale Leuchtelemente übergeht und dann auf das vertikale Scheinwerferdesign trifft. Mittig sitzt wie gewohnt das Mazda-Logo.


Der Mazda CX-60 ist 4.745 mm lang, 1.890 mm breit und 1.680 mm hoch, bei einem Wendekreis von 10,8 Metern und einem Radstand von 2.870 mm. Letzterer kommt den Mitfahrerinnen und Mitfahrern zugute. Auch große Passagiere hinter dem Fahrer finden hier eine komfortable Sitzhaltung, bei, in diesem Fall, einer Körpergröße des Fahrers von 1.87cm. Der Kofferraum bietet mitsamt Unterboden ein maximales Fassungsvermögen von 570 Litern und lässt sich beim Umklappen der Rücksitze auf bis zu 1.726 Liter erweitern (1.148 Liter bei Beladung bis zur Fenster-Unterkante). Der Laderaum verfügt außerdem über eine 12 Volt Steckdose mit optionaler Erweiterung auf 230 Volt.
Ab den Versionen Homura und Takumi präsentiert sich das Innere des SUV in Nappaleder. Weitere edle Materialien und Oberflächen, darunter Ahornholz, japanische Textilien, Chromakzente, unterstreichen im Zusammenspiel den Premium-Anspruch des neuen CX-60. Von Natur aus weich lassen die in Nappaleder gekleideten Sitze in Kurven auch nicht an Halt nach. Bequem und sicher sitzt es sich definitiv.
Das Cockpit hingegen fällt nicht gerade durch Minimalismus auf. Während zeitgenössische Neuwagen zunehmend auf Touch- und Voicecontrol setzen, bleibt es im neuen Modelljahr, wie auch schon beim Vorgänger, maßgeblich haptisch. Knöpfe und Schalter dominieren das Armaturenbrett und Lenkrad. Ein 12,3-Zoll-Multi-Informations-Farbdisplay mit Touch-Funktion (nur Apple CarPlay / Android Auto) ist Serie in allen Ausstattungsversionen. Das muss aber mit einem kreisrunden Regler über die Mittelkonsole bedient werden. Der Tacho mitsamt Verbrauchsanzeige ist wiederum digital, in höheren Ausstattungsversionen gibt es noch ein Head-Up-Display. Für den Mazda CX-60 steht außerdem optional ein Bose Premium Sound System mit zwölf Lautsprechern zur Verfügung.
Das Modelljahr 2025 des Mazda CX-60 präsentiert sich mit leichten Fahrwerksmodifikationen. Der Plug-in-Hybrid kombiniert einen 2,5-Liter Vierzylinder-Benzindirekteinspritzer mit einem 175-PS-Elektromotor. Zusammen bieten sie eine Leistung von 327 PS bei einer Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Auf der Strecke zeigt sich das Miteinander aus Verbrenner- und Elektromotor nun von seiner besten Seite und brilliert durch ein ruhiges Fahrverhalten. Im Vorgängermodell war das noch etwas anders, fiel es doch unter anderem durch ein unausgewogenes Fahrwerk auf.
Beim Kick-Down nimmt sich der Mazda zwar kurz Zeit um aufzudrehen, flankiert vom Aufheulen des Motors. Dann schaltet er während der Fahrt aber geschmeidig in höhere Gänge und das, ohne zu ruckeln sowohl auf gerader Strecke, als auch bergauf. Die Lenkung in den Kurven ist auch recht präzise. Wir fuhren das SUV in der teuersten Variante mit Nappalederausstattung und da fiel auch der gute Seitenhalt auf, den die Sitze Fahrer und Beifahrer gewähren.
Vom Navigationssystem hingegen waren wir ein wenig enttäuscht, hat es uns doch insbesondere auf der Autobahn im Stich gelassen. Mehrfach wurde auf etwaige Ausfahrten zu spät hingewiesen. Auch war die Straßenführung im Display nicht immer eindeutig. Allerdings waren wir auch im europäischen Ausland unterwegs. Wie sich das Navi in Deutschland schlägt, können wir also nicht sagen.
Der Mazda CX-60 bleibt sich treu – und das ist Fluch und Segen zugleich. Die leichte Fahrwerksüberarbeitung sorgt für Komfort und ein präzises Handling, das Zusammenspiel von Verbrennungs- und Elektromotor funktioniert geschmeidig. Auch die hochwertigen Materialien im Innenraum und die neuen Top-Ausstattungen Homura Plus und Takumi Plus unterstreichen den Premium-Anspruch des Mitteklasse-SUVs. Doch während Mazda an diesen Stellschrauben dreht, bleibt das Infotainment fast unverändert – und damit veraltet. Auch ein Navigationssystem, das ausgerechnet auf der Autobahn patzt, trübt das Gesamtbild ein.
Und dann ist da noch der Preis. Für ein Fahrzeug, das sich zwar elegant und wertig gibt, aber in Sachen Technologie nicht ganz auf Höhe der Zeit ist, muss man tief in die Tasche greifen. Denn wirklich viel Ausstattung bekommt man erst gegen reichlich Aufpreis.
Die Wahl zwischen den Ausstattungsvarianten ist groß, dementsprechend aufwendig ist der Vergleich der einzelnen Varianten. Insgesamt stehen sechs zur Auswahl, darunter die Prime-line (41.084 Euro, alle Preise netto, zzgl. USt.), Exclusive-Line (43.823 netto), Homura (49.705 netto), Homura Plus (52.815 netto), Takumi (49.705 netto) und Takumi Plus (52.815 netto). Wegen der fehlenden Ausstattungsvielfalt der Prime-linie lohnt sich eine Anschaffung aber eher ab der Exclusive-Line. Und auch dann muss man bei den einzelnen Paketen genauer hinschauen. Beispielsweise kosten in der Exclusive-Line Matrix-LED, Notbremsassistent und Frontüberwachungssystem extra. Die gibt es im Paket Drive Assistance gegen 1344 Euro Aufpreis. Takumi, Homura, Takumi Plus, Homura Plus sind damit in Serie ausgestattet.
Das Convenience- und Sound-Paket mit unter anderem Bose Surround-Sound System, 360 Grad Monitor – See-Through-Ansicht, induktivem Laden für Smartphones und einer elektrischen Heckklappe mit Hands-Free-Steuerung kostet bei der Exclusive-Line, Homura und Takumi im Plug-in-Hybriden 2352 Euro. Serie ist es hingegen im Paket Takumi Plus und Harumi Plus. Und das Panorama-Glasschiebedach mit elektronischem Schiebe- und Kippmechanismus gibt es gegen 1092 Euro Aufpreis in der Exclusive-Line, dem Paket Homura und Takumi. Serie ist es hingegen bei Takumi Plus und Homura Plus.
Wer sich einen genaueren Überblick über die Ausstattungsvielfalt des Mazda CX-60 verschaffen will, kann dies entweder über den Mazda Online-Konfigurator oder durch einen Blick auf das CX-60 Datenblatt.
Besitzerinnen und Besitzer eines Dienstwagens mit Plug-in-Technologie profitieren im Rahmen der Dienstwagenbesteuerung vom vergünstigten Steuersatz von 0,5 Prozent. Dieser Vorteil gilt nach der aktuellsten Reform des Einkommensteuergesetz. Demzufolge kann bei Anschaffung eines Plug-in-Hybriden nach dem 31. Dezember 2024 und vor dem 1. Januar 2031 der Steuersatz von 0,5 Prozent angesetzt werden, soweit eine der folgenden Bedingungen erfüllt ist:
Der Mazda CX-60 als Plug-in-Hybrid schafft zwar eine maximale vollelektrische Reichweite von 64 Kilometern, allerdings qualifiziert er sich dank der niedrigen CO2-Emissionen von 31-33 g/km für den niedrigeren Steuersatz.