Effizient, wendig und erstmals auch vollelektrisch: Die neuste Auflage des Ford E-Transit Courier hat frischen Wind in die Lieferlogistik gebracht – leise und lokal emissionsfrei.
Die Krux mit den CO2-Vorgaben. Wie andere Hersteller auch, hat Ford Pro mit vielerlei Herausforderungen zu kämpfen. Dabei liefert die Nutzfahrzeugsparte im Vergleich zur Pkw-Abteilung durchaus erfreuliche und positive Absatzzahlen. Für dieses Jahr sollen es nach eigenen Angaben bis zum Jahresende rund 90.000 Neuzulassungen werden. Sahnehäubchen obendrauf: Bei den leichten und mittleren Transportern, dem Kernsegment, konnte sogar die Marktführerschaft erklommen werden. Also, alles gut? Eben nicht! Denn da ist einerseits und weiterhin die nachvollzieh- und erklärbare Zurückhaltung verunsicherter Kunden und andererseits eine (noch) recht schleppend vorankommende Elektrifizierungsquote. Magere elf Prozent sind es aktuell. Und das, obwohl Ford zufolge weltweit mehr als 50 Milliarden US-Dollar in die Elektrifizierung der Produktpalette investiert werden.
Da kommt der vollelektrische E-Transit Courier (Länge: 4,34 Meter) gerade recht. Er ist der Kleinste unter Fords leichten Nutzfahrzeugen. Seit dem Frühjahr dieses Jahres hierzulande am Netz, soll mit ihm der urbane Lieferwagen quasi neu definiert werden. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Und bei genauerem Hinsehen bietet der kompakte Lastesel unter Strom tatsächlich einige Vorteile gegenüber seinen Diesel-Kollegen, die bei dem einen oder anderen Gewerbekunden durchaus verfangen könnten. Während der Selbstzünder vor allem für Außendienstler mit längeren Streckenanforderungen, höherer Anhängelast und geringerer Ladeinfrastruktur infrage kommt, dürfte der E-Transit Courier die bessere Wahl für urbane Flotten sein, die nachhaltige Mobilität, niedrigere Betriebskosten und modernste technische Ausstattung priorisieren.
Beim Fahrtest im Kölner Umland konnte der Ford-Transporter schon mal punkten. Bereits beim Start ist die unmittelbare und zugleich leise Performance des E-Motors zu spüren. 136 PS und 290 Nm Drehmoment sorgen für direkten, kraftvollen gleichwohl effizienten Vortrieb. Besonders im urbanen Umfeld zeigt der E-Transit Courier seine Stärken: Die spontane Beschleunigung sorgt für entspanntes Einfädeln in den Stadtverkehr und dynamische Überholmanöver. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 145 km/h und dem typischen „One-Pedal-Driving“, das dank starker Rekuperation den Einsatz des Bremspedals oftmals weitgehend überflüssig macht, präsentiert sich der Courier praktisch und zeitgemäß.
Das Ladevolumen beträgt 2,9 Kubikmeter und übertrifft damit das Vorgängermodell um 25 Prozent. Erstmals lassen sich auch zwei Euro-Paletten einladen. Bis zu 701 Kilogramm Nutzlast sind möglich. Der Innenraum folgt konsequent dem Prinzip „praktischer Arbeitsplatz“ und bietet mit der Digitalanzeige und dem großen Touchscreen des neuesten Sync-4-Systems eine vernetzte und übersichtliche Kommandozentrale. Die variable Mittelkonsole und clevere Ablagen sind für elektronische Geräte und Unterlagen ausgelegt, das optionale Office-Paket verwandelt den Cockpitbereich auf Wunsch in ein rollendes Büro. Auch beim Lade- und Reichweitenerlebnis kann der Courier im städtischen Liefergeschäft punkten: Die Batterie bietet eine nutzbare Kapazität von 43 kWh und ermöglicht bis zu 293 Kilometer Reichweite nach WLTP. Freilich, in der Praxis pendelt sich die Reichweite bei alltäglicher Nutzung eher bei 200 bis 250 Kilometern ein – abhängig von Beladung, Wetter und Fahrweise.
An der Wallbox lädt der Lieferwagen mit 11 kW in etwa 5,3 Stunden voll, Schnellladesäulen bringen ihn in unter 23 Minuten von 10 auf 80 Prozent, oder liefern nach circa zehn Minuten rund 100 Kilometer zusätzliche Reichweite. Komfortabel gestaltet sich die Plug & Charge-Funktion: Der Transporter erkennt kompatible Stationen selbstständig, und die cloudbasierte Reichweitenberechnung vermeidet böse Überraschungen auf der Tour. Im Fahrverhalten beeindruckt der E-Transit Courier mit einer auf Komfort und Robustheit abgestimmten Federung, die auch schlechte Wegstrecken souverän pariert.
Dank des Wendekreises von nur 10,7 Metern ist das Rangieren selbst in engen Straßen mühelos, die Lenkung arbeitet direkt und kontrolliert. Die üppige Serienausstattung unterstützt durch etliche Assistenten – darunter adaptiver Tempomat, Müdigkeitswarner, Rückfahrkamera und eine Trennwand mit Klappfunktion, die Flexibilität und Sicherheit erhöht. Punkten soll der E-Transit Courier auch bei den Betriebskosten: Die Wartung ist laut Hersteller zumindest 35 Prozent günstiger als die konventionellen Dieselvarianten. Zudem soll ein umfangreiches Service-Netz schnelle Hilfe und kurze Ausfallzeiten garantieren. Kleines Schmankerl: Für Gewerbekunden ist ein Jahr E-Telematics inklusive. Der Ford-Pro-Dienst liefert Echtzeitdaten zu Ladezustand, Reichweite und Fahrverhalten und soll so die Umstellung auf Elektromobilität besonders einfach machen. Mit Features wie automatischer Verriegelung, TVL-Einbruchschutz und intelligenten Alarmsystemen ist die Sicherheit auf dem neuesten Stand. Für den deutschen Markt ist der Kastenwagen als Trend und Limited verfügbar, die Preisliste beginnt bei 29.230 Euro netto (zzgl. USt.). Damit ist Ford Pro auf dem Niveau der etablierten Konkurrenz und adressiert anspruchsvolle Flotten genauso wie moderne Handwerksbetriebe.



