Nach dem siebensitzigen Topmodell kommt Hyundais Business Shuttle Staria jetzt auch als Neunsitzer. Billig wirkt aber auch die neue Basis nicht.
Mit einer richtig futuristischen Interpretation eines Business-Vans ist Hyundai seit Sommer 2021 in Deutschland unterwegs. Wegweisend ist der Staria, wie Hyundai seinen People Mover nennt, zwar weniger in Sachen Antriebstechnik. Denn unter der Haube werkelt immer ein 177-PS-Diesel mit Achtgang-Automatik. Wie von einem anderen Stern wirkt aber das Staria-Design: Die glatte Front, die Scheinwerfer im Stoßfänger, die durchgehende LED-Lichtleiste vorn oder die niedrige, dann aber steil zur Front ansteigende Fensterlinie führen zu einem äußerst individuellen Auftritt. Oder wie Hyundai sagt: Das Design sei von einem Flugzeug inspiriert.
Wie dem auch sei, der 5,25 Meter lange Staria überzeugt mit inneren Qualitäten. Und das heißt übersetzt für große Vans vor allem: viel Platz. Bislang bot Hyundai den Staria ausschließlich als Siebensitzer an, nun ergänzt der Neunsitzer das Programm – als neue Einstiegsvariante des Staria-Portfolios.
Denn sieben Sitze bedeuteten und bedeuten im Staria weiterhin: Hier kommt die vollausgestattete Luxusvariante. Elektrisch verstellbare Einzelsitze in der zweiten Reihe, Lederpolster, Bose-Soundsystem, elektrische Schiebtüren rechts und links sowie der „Passenger View und Talk-Modus“, ein Kamera- und Audiosystem zur Kommunikation mit den Passagieren in Reihe zwei und drei, sind in der weiterhin bestellbaren Top-Variante Signature immer mit an Bord. 48.361 (mit Frontantrieb) oder 50.084 Euro (mit Allradantrieb) sind für einen vollausgestatteten Business-Van dieser Größe zwar nicht teuer, aber auch kein Einstiegsangebot (alle Preise netto zzgl. USt.)
Dass es auch für weniger Geld geht, zeigt Hyundai jetzt mit dem neunsitzigen Staria. Der fährt mit weniger Serienausstattung auf, ist damit aber auch günstiger und soll vermehrt gewerbliche Kunden ansprechen. 42 Prozent Flotten- und Gewerbekunden erwartet Hyundai mittelfristig für den Staria insgesamt, der als Neunsitzer nun bereits ab 40.420 Euro zu haben ist. Dafür gibt es die Basis-Ausstattung Trend, der besser ausgestattete Prime kostet mindestens 45.042 Euro. Allradantrieb kostet für beide Varianten – wie beim Signature – 1.723 Euro Aufpreis.
Und was gibt es da fürs Geld? Wirklich nackt ist schon der Trend nicht: LED-Licht, alle wichtigen Assistenten, Einparkhilfe vorn und hinten sowie Rückfahrkamera, Navi, 10,25-Zoll-Digitalinstrumente und -Touchscreen, Apple Carplay und Android Auto, Zweizonen-Klimaautomatik, Lenkradheizung und Sitzheizung vorn sind Standard. Wer sich für nächsthöhere Level Prime entscheidet, erhält zusätzlich zum Beispiel Ledersitze, belüftete Vordersitze, das „Passenger View und Talk-Modus“-System, die elektrische Heckklappe und Schiebtüren sowie ein Gepäcknetz.
Was es dagegen weder für Geld noch gute Worte gibt: Ausbaubare Rückbänke. Zwar lässt sich die mittlere Bank um 20 und die hintere Bank um 400 Millimeter längsverschieben. Ansonsten sind aber lediglich die Lehnen umklappbar (Mitte und hinten) beziehungsweise die Bank insgesamt hochklappbar (hinten). Flexibel geht anders in diesem Segment.
Das führt auch dazu, dass der Staria seine potenzielle Ladekapazität nicht annähernd ausschöpft. 831 Liter Kofferraumvolumen hinter der dritten Sitzreihe des Neunsitzers sind zwar ein Wort. Maximal gehen dann aber nur 1.303 Liter in den koreanischen Business Van. Zum Vergleich: Der 5,17 Meter lange VW Multivan mit langem Überhang und ausbaubaren Fondsitzen schluckt maximal 3,5 Kubikmeter Gepäck.
Ansonsten gibt´s allerdings wenig zu meckern in Sachen Hyundai Staria. Platz für Fahrer und Passagiere bietet der Koreaner im Überfluss, dazu gibt es die aus anderen Hyundai-Modellen bekannten ergonomischen Bedieneinheiten. Auch der Motor gibt keinen Anlass zur Klage, präsentiert sich durchzugsstark und akustisch wenig vorlaut.


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