Kia hat sein Elektro-Crossover EV6 zur Schönheitsfarm geschickt. Das Facelift trägt viel frische Schminke, spürbare Verbesserungen bei Technik und Komfort.
Update: Der Kia EV6, Europas „Car of the Year 2022“, präsentiert sich zum Modelljahr 2025 in einer umfassend überarbeiteten Version. Das preisgekrönte Elektro-Crossover, das seit seiner Einführung im Herbst 2021 bereits mehr als 210.000 Käufer weltweit fand, erhält ein markantes Facelift und zahlreiche technische Verbesserungen. Und Facelift ist in diesem Falle wörtlich zunehmen. Vor allem an der Optik wurde kräftig gefeilt. So präsentiert sich der geliftete EV6 mit einer grundlegend überarbeiteten Front- und Heckpartie. Das neue Beleuchtungskonzept prägt sowohl die typische „Tigernose“ als auch die auffällige Rückleuchtengrafik. Die GT-Line betont darüber hinaus mit zusätzlichen LED-Elementen und stylischen 20-Zöllern (optional) ihren sportlichen Charakter.
Und wie fährt sich das Update? Weiterhin überzeugend! Denn der Kia EV6 2025 präsentiert sich während der Testfahrt an der portugiesischen Atlantikküste als beeindruckender Vertreter seiner Zunft. Auf der malerischen Strecke von Cascais nach Peniché zeigt der höchst agile Vollblutstromer, was er zu leisten vermag. Mit seinen 325 PS beschleunigt der Allradantrieb den EV6 in nur 5,3 Sekunden von Null auf Tempo 100, bei 188 km/h Spitze wäre dann theoretisch Schluss – schade nur, dass in Portugal höchstens 120 km/h erlaubt sind. Aber auch damit sorgt das unmittelbar verfügbare Drehmoment von 605 Newtonmetern für enormes Fahrvergnügen. Beim Beschleunigen wird man spürbar in den Sitz gedrückt, während der EV6 jegliches Überholmanöver auf den kurvigen Küstenstraßen souverän erledigt.




Trotz der beeindruckenden Leistung zeigt sich der EV6 erstaunlich effizient. Die ohnehin beachtlichen Leistungsdaten sorgen dank der revolutionären 800-Volt-Ladetechnologie, die der südkoreanische Autobauer für die Mittelklasse verfügbar gemacht hat, selbst nach drei Jahren noch für Aufsehen. Das Beste: Sie wurden nochmals optimiert. Folge: Höhere Batteriekapazität und deutlich größere Reichweite. Denn mithilfe der vierten Generation ist die Leistungsfähigkeit der Akkus um rund 8,5 Prozent gestiegen. Die Reichweite beim Hecktriebler erhöht sich mit dem 84-kWh-Akku auf 582 Kilometer. Die Allradversion schafft nun bis zu 546 Kilometer. Auch die Ladegeschwindigkeit wurde verbessert: Unter optimalen Bedingungen lässt sich die Batterie in 18 Minuten von 10 auf 80 Prozent laden. Chapeau!
Im aufgewerteten Interieur fällt gleich das neue Lenkrad ins Auge, das eine bessere Sicht auf das Kombi-Instrument bietet. Die überarbeitete Mittelkonsole präsentiert sich in schwarzer Hairline-Optik. Das markante Panoramadisplay beherbergt nun ein neues Infotainmentsystem, das für seine Benutzerfreundlichkeit ausgezeichnet wurde. Neu sind auch die Fingerabdruck-Erkennung und ein digitaler Fahrzeugschlüssel. Das Fahrwerk wurde optimiert, um die Stabilität auf schlechten Straßen zu erhöhen. Zudem wurde die Schalldämmung des Hecktriebwerks verbessert, was den Geräuschpegel im Innenraum weiter reduziert. Die Anhängelast wurde auf bis zu 1,8 Tonnen erhöht. Ferner hat die Assistentenriege Zuwachs bekommen und wurde funktional erweitert. Neu sind unter anderem ein Lenkrad mit kapazitiver Hands-on-Erkennung, verbesserte Spurhalte- und Spurfolgehelfer sowie ein erweiterter Kollisionsvermeider, der nun auch beim Einparken unterstützt.
Fazit: Der überarbeitete Kia EV6 präsentiert sich als modernes und vielseitiges E-Crossover, das mit seinem souveränen Auftritt, fortschrittlicher Technik und verbesserter Effizienz überzeugt. Die gesteigerte Reichweite, schnellere Ladezeiten und das erweiterte Assistenzangebot machen ihn zu einem attraktiven Angebot im wachsenden Stromer-Segment. Mit seiner Kombination aus Leistung, Komfort und Nachhaltigkeit dürfte der EV6 auch weiterhin eine wichtige Rolle in Kias Elektrifizierungsstrategie spielen.