Länger, digitaler – und unter dem Label i7 erstmals auch vollelektrisch. Die aktuellen Limousinen der 7er-Reihe von BMW kommen mit großem Aufgebot auf die Straße.
Die aktuelle 7er-Reihe springt nicht nur optisch ins Auge. Auch technisch geht BMW bei der aktuellen Generation seiner Luxuslimousine, seit Herbst 2022 auf dem Markt, in die Vollen. So ist unter dem Label i7 erstmals auch eine vollelektrische Version des 7er bestellbar. Als i7 eDrive 50 und i7 xDrive 60 gab es die zunächst mit 455 und 544 PS, vor Kurzem schob BMW aber auch das i7-Topmodell M70 xDrive nach: Was der Allradler mit 659 PS kann, konnten wir bereits auf der Straße prüfen.
Was der i7 mit dem 7er gemein hat: Von der Niere bis zur Gesamtlänge, er fällt auf. Die Neuauflage der Luxuslimousine kommt mit satten 5,39 Metern Länge auf die Straße und übertrifft ihr Vorgängermodell damit um 13 Zentimeter. Ebenso auffallend beim i7 und 7er ist der Kühlergrill mit seiner klassischen BMW-Niere, die jetzt nach unserem Geschmack deutlich überdimensioniert ist. Ihre Besonderheit: Im Dunkeln leuchtet die Umrandung der Niere hell auf. Dazu gesellen sich noch zwei schmale Scheinwerfer rechts und links oberhalb der Niere.
Im Interieur entfernt sich BMW auch in i7 und 7er von analogen, haptischen Tasten und Schaltern. Die Bedienung des Infotainmentsystems erfolgt über einen sogenannten Curved Display, bestehend aus einem 12,3-Zoll-Instrumentendisplay und einem 14,9-Zoll-Touchscreen in einem gemeinsamen Gehäuse, der zum Fahrer hin gekrümmt ist. Direkt unter dem System befindet sich eine Zierleiste, die während der Fahrt digital leuchtet. Der iDrive-Knopf der Mittelkonsole bleibt bestehen und wirkt durch eine kristallene Optik exklusiv. Auch der Automatik-Schalthebel des Vorgängermodells ist nicht mehr vorhanden. Dieser wurde im 7er durch einen kleinen Regler ersetzt.
Die Interieurleisten bestehen aus Lindenholz oder wahlweise aus Spiegeleiche oder Esche. Letztere gibt es gegen einen Aufpreis von 462 Euro bzw. 672 Euro, beim M70 ohne Aufpreis. Der Regler zum Verstellen der Sitze befindet sich im 7er nun an den jeweiligen Türen und präsentiert Rücklehne und Sitzbereich in Form zweier durchsichtiger Steine. Die Bezüge der 7er-Sitze kommen in veganer Variante. Hier bietet BMW eine Farbauswahl an, die keinen Aufpreis kostet. Ein Update auf die Ledervariante kostet beim i7 eDrive 50 und xDrive 60 dann 1.555 Euro beziehungsweise 9.244 Euro in der absoluten Premiumversion. Beim i7 M70 xDrive ist Leder Teil der Serienausstattung. Es kann aber gegen 7.689 Euro Aufpreis nochmal edler werden (alle Preise netto zzgl. USt.).
Unser Testmodell, der i7 M70 xDrive, ist das absolute i-Tüpfelchen der neuen 7er-Stromer, wenngleich er mit rund 2,8 Tonnen Leergewicht auch der Schwerste der gesamten Reihe ist. Mit seinem 101,7 kWh (netto) großen Akku, 659 PS und Allradantrieb schafft er es laut WLTP auf bis zu 559 Kilometer Reichweite. Zwei leistungstechnisch etwas moderatere i7-Modelle sind der BMW i7 xDrive 60 und der BMW i7 eDrive 50. Auch sie sind natürlich vollelektrisch, kommen aber mit 544 PS und einer Reichweite von bis zu 624 Kilometern beziehungsweise 455 PS und einer Reichweite von bis zu 611 Kilometern. Wie der M70 xDrive haben sie eine Batteriegröße von 101,7 kWh. Die i7-Einstiegspreise bewegen sich – mit Ausnahme der Basis, die als einziger i7 und 7er lediglich über Hinterradantrieb verfügt – im sechsstelligen Bereich. Den i7 eDrive 50 gibt es ab 97.227 Euro, den xDrive 60 ab 117.563 Euro und den M70 xDrive ab 152.773 Euro.
Beim aktuellen 7er setzt BMW zusätzlich zu den vollelektrischen Varianten aber weiterhin auch auf Verbrenner und bietet die Luxuslimousine als Mildhybrid-Diesel und Benzin Plug-in-Hybrid an. Letzteren gibt es in zweifacher Ausführung, als 750e xDrive (489 PS, ab 105.294 Euro) und M760e xDrive (571 PS, ab 122.857 Euro). Vollelektrisch sollen sie gemäß WLTP bis zu 80 beziehungsweise 78 Kilometer fahren. Den Mildhybrid-Diesel 740d xDrive gibt es mit 299 PS ab einem Preis von 97.479 Euro. Alle Verbrenner beziehungsweise Plug-in-Hybride kommen mit sechs Zylindern, Allradantrieb und Achtgang-Automatik.
Auf unserer Probefahrt durch Portugal konnten wir den neuen i7 in seiner kräftigsten Antriebsversion (M70 xDrive) kennenlernen und waren positiv angetan von dessen Performance. Das Fahrwerk bügelt auch schlechte Wegstrecken kaum merkbar aus, kaum wahrnehmbare Außengeräusche steigerten das Komforterlebnis ebenfalls. Die Sitze boten einen hohen Sitzkomfort, wie es bei der Luxuslimousine auch zu erwarten war. Nach rund 75 Kilometern Fahrt kamen wir laut Bordcomputer auf einen Verbrauch von 22,5 kWh. Somit lagen wir genau im Rahmen der Herstellerangaben, die bei 20,8 bis 23,7 kWh (WLTP) liegen. Vollständig aufladen kann man den i7 M70 xDrive bei 11 kW innerhalb von rund 11 Stunden. Allerdings laden alle i7 serienmäßig an der AC-Säule auch mit 22 kW – dann sind es nur noch etwa 5:30 Stunden. An der DC-Säule lässt sich die Luxusklasse-Limousine innerhalb von 34 Minuten von 10 auf 80 % laden.
Der Luxusanspruch der größten BMW-Limousine wird besonders für Mitfahrer auf der Rückbank spürbar. Für einen Aufpreis von 5.655 Euro ist für den 7er ein „Executive Lounge“-Paket buchbar, das zusätzliche Multimedia-Funktionen für die Mitfahrer bietet. Inhalt des Pakets ist ein 31,1 Zoll großer Monitor im 32:9-Breitbildformat mit 8K-Auflösung, der sich über ein Display in den hinteren Türen bedienen lässt. Ebenso können die Sitze der Rückbank dann noch individueller eingestellt werden, mitsamt ausfahrbarer Wadenauflage. Wem das noch nicht genug ist, der kann per Knopfdruck den Beifahrersitz um bis zu 110 Millimeter nach vorn bewegen. Dieses Kinoerlebnis wird durch das Surround-Sound-System der Marke Bowers & Wilkins abgerundet, das als Teil der Serienausstattung in jedem Fahrzeug der 7er-Reihe eingebaut ist. Für Sound-Feinschmecker gibt es dann für einen Aufpreis von 4.874 Euro die Diamond-Version der Anlage. Wer noch 1.261 Euro zusätzlich investieren möchte, muss sich nicht einmal mehr um die Türen kümmern. Sie öffnen sich nach der Betätigung eines Knopfs vollautomatisch. Passend zu all dem Luxus bieten 7er und i7 noch genug Platz für Golfbags und anderes Gepäck. Im Diesel fasst der Kofferraum der Luxuslimousine 540 Liter, in den Plug-in-Hybriden 525 Liter und im i7 immer noch reisetaugliche 500 Liter.





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