Mit dem VLE bringt Mercedes erstmals einen elektrischen Van auf neuer Plattform. Doch für welche Einsätze ist er gedacht und was zeichnet ihn aus?
Es ist der erste elektrische Van auf Basis der neu entwickelten Van-Architektur, die flexibel skalierbar sein soll. Der VLE deckt zwar ähnliche Einsatzgebiete wie die V-Klasse ab, Mercedes positioniert ihn allerdings nicht als direkten Nachfolger, sondern als Teil einer neuen Generation elektrischer Vans. Er soll Fahrkomfort und Dynamik einer Limousine mit der Vielseitigkeit eines MPV (Multi-Purpose Vehicle) vereinen. Entsprechend stellt Ola Källenius, CEO von Mercedes-Benz, das Modell auch als Grand Limousine vor.
Auf der Weltpremiere in Stuttgart gab Mercedes-Benz-Pressesprecher Benjamin Oberkersch erste Einblicke in Zahlen, Daten und Fakten. „Zum Start werden die Fahrzeuge im spanischen Vitoria gebaut. Später werden wir auch in unserem Werk in China produzieren.“ Zunächst soll der VLE in Europa auf den Markt kommen, ab 2027 sei auch ein Vertrieb in den USA und China geplant.



Zum Marktstart stehen nach Angaben von Mercedes zwei Varianten zur Wahl: der VLE 300 elektrisch mit 203 kW und Frontantrieb sowie der VLE 400 4Matic elektrisch, der mit bis zu 305 kW, einem zusätzlichen Elektromotor an der Hinterachse und Allradantrieb ausgestattet sein soll. Beide Modelle nutzen eine 115-kWh-Batterie und sollen eine Reichweite von über 700 Kilometern nach WLTP ermöglichen (vorläufige Werte).
Das Modell kann mit mehr als 300 kW an DC-Schnellladesäulen geladen werden. In 15 Minuten sollen sich so bis zu 355 Kilometer Reichweite nachladen lassen. „Somit spielt Reichweitenangst im Alltag praktisch keine Rolle mehr“, betont Oberkersch. Über das System lasse sich bei längeren Strecken festlegen, mit welchem Restakku das Fahrzeug am Ziel ankommen soll. Die Navigation berechne daraufhin automatisch passende Ladepunkte.
Auch mit Blick auf die TCO (Total Cost of Ownership) soll der Energieverbrauch je nach Ausstattung zwischen 18,6 und 20,4 kWh pro 100 Kilometer liegen. „Das entspricht einem Dieseläquivalent von etwa zwei Litern auf 100 Kilometer – damit sind wir deutlich effizienter unterwegs als ein klassischer Verbrenner“, so der Pressesprecher.





Den VLE gibt es in der Basisausstattung sowie in den Linien Amg Line, Amg Line Plus und Exclusive. Ergänzt wird das Angebot durch verschiedene Individualisierungsoptionen.
In klassischen Firmenfuhrparks dürfte der Van eher selten anzutreffen sein. Dennoch kann er für gewerbliche Einsätze, wie Chauffeurdienste im Managementumfeld, durchaus interessant sein. Hier bieten sich die höherwertigen Ausstattungslinien an, die einen erweiterten Komfort bieten.
Das Modell hat bis zu acht Sitzplätze, die sich bei den höherwertigen Ausstattungen über eine App oder das Mbux-Infotainmentsystem automatisch konfigurieren lassen. So lassen sich je nach Bedarf mehr Stauraum oder Beinfreiheit schaffen.
Laut Oberkersch liegt bei der Präsentation des VLE der Einstieg mit dem Basismodell bei rund 60.000 Euro. Zur Preisgestaltung hat Mercedes inzwischen auf der Homepage Angaben im Konfigurator gemacht: Abhängig von Ausstattung und Konfiguration kann der Preis deutlich nach oben gehen. Der Fahrzeugpreis des VLE 300 startet demnach bei rund 82.260 Euro.
Für Anfang 2027 plant der Hersteller neben der aktuellen 115-kWh-Batterie zudem eine Variante mit 80 kWh. Damit will Mercedes laut Pressesprecher voraussichtlich unter der Marke von 60.000 Euro bleiben.