In Deutschland kommt der Wagen auch in der Flotte gut an, der Verkaufsanteil liegt in Fuhrparks bei 25 Prozent. Das soll auch nach der jetzt erfolgten Modellüberarbeitung so bleiben.
Von Wolfgang Schäffer
Nein, einen Diesel wird es auch im Porsche Macan nicht mehr geben. Porsche hat sich nun einmal generell gegen den Einsatz von Selbstzündern entschieden. Markus Meyer, Produktmanager für den Macan, ist dessen ungeachtet davon überzeugt, dass sich der Flottenanteil des SUV nicht verringern wird. Gerade der Zweiliter-Vierzylinder mit 245 PS und einem maximalen Drehmoment von 370 Newtonmetern sei nach der umfangreichen Weiterentwicklung eine beachtenswerte Alternative.
Porsche gibt den Normverbrauch des Triebwerks, das mit einem Partikelfilter ausgerüstet ist (das kostet im Vergleich zum Vorgänger sieben PS) und die Abgasnorm Euro 6d-Temp erfüllt mit 8,1 Litern ( CO2-Ausstoß 185 Gram) an. In 6,7 Sekunden spurtet der immerhin 1,8 Tonnen schwere Wagen aus den Stand auf Tempo 100 und schafft in der Spitze 225 Kilometer pro Stunde. Bei durchaus zügiger Fahrweise auf extrem kurvenreicher Strecke zeigte der Bordcomputer 9,2 Liter an.
Die Kraft der Maschine wird wie auch beim zweiten angebotenen Motor im Macan S über ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) auf beide Achsen übertragen. Im Sportmodus erfolgen die Wechsel zwischen den Fahrstufen sehr schnell, im Normalmodus geht es vor allem darum, effizient unterwegs zu sein. Dazu trägt ebenfalls das verbesserte Start-Stopp-System bei, das den Motor jetzt bereits beim Heranrollen beispielsweise an eine Ampel abschaltet.
Der Porsche Macan S wird von einem um 14 auf 354 PS erstarkten Dreiliter-V6-Turbo angetrieben. 480 Nm werden maximal auf die Achsen gewuchtet. Damit erfolgt der Standardsprint in etwas mehr als fünf Sekunden. In der Spitze gibt Porsche Tempo 254 an. Der tatsächlich erfahrene Verbrauch von 9,9 Litern kann sich sehen lassen, da der rechte Fuß keinesfalls zurückhaltend im Einsatz war.
Fahrwerkstechnisch gibt es nicht den geringsten Grund zu mäkeln. Schon vor der Überarbeitung hatten die Entwickler des Stuttgarter Autobauers den Anspruch, das sportlichste SUV in der Kompaktklasse auf die Räder zu stellen. Obwohl das Ziel erreicht wurde, die Querdynamik bestens war und ist, gab es jetzt weitere Optimierungsmaßnahmen.
An der Vorderachse kommen nun Federgabeln aus Aluminium statt aus Stahl zum Einsatz. Das bringt eine Gewichtseinsparung der ungefederten Massen um 1,5 Kilogramm und bringt mehr Steifigkeit mit sich. Damit lenkt der Macan noch direkter ein, ohne dass dabei der Komfort leidet.
Während der 4,70 Meter lange, 2,10 Meter breite (inklusive der Außenspiegel) und 1,62 Meter hohe Porsche Macan auf schlechter Wegstrecke souverän dahinrollt, die Insassen vor Schlägen und Stößen verschont, zeigt er bei der wilden Kurvenhatz echte Sportwagenqualitäten. Präzise und spurtreu geht es selbst bei ambitionierter Fahrt um die Ecken.
Einen nicht unerheblichen Anteil daran hat auch die Mischbereifung. Radgrößen zwischen 18 und 21 Zoll sind möglich. Damit können vorne Reifen zwischen 235/60 R 18 und 265/40 R 21, an der Hinterachse zwischen 255/55 R 18 und 295/23 R 21gefahren werden. Optional bietet Porsche wie gehabt eine Luftfederung an, die aber mit einer neuen Stoßdämpfer-Hydraulik und neu abgestimmten Stabilisatoren die Fahreigenschaften nochmals ein wenig verbessert.
Eine Menge Änderungen sind sowohl im Innenraum als auch hinsichtlich der Digitalisierung zu verzeichnen. So hat Porsche das Siebenzoll-Touchdisplay auf elf Zoll vergrößert. Dazu mussten die Lüftungsdüsen umziehen. Sie liegen jetzt nicht mehr neben, sondern unterhalb des Bildschirms. Eine Maßnahme, die den Armaturenträger noch einmal aufgeräumter wirken lässt.
Das jetzt integrierte Porsche Communication Management bringt eine neue Stufe der Konnektivität für die Baureihe. Mit dem serienmäßig verbauten Connect-Plus-Modul ist der Porsche Macan voll vernetzt. Die generell integrierte Online-Navigation ermöglicht beispielsweise Verkehrsinformationen in Echtzeit. Zudem ermöglicht der Ausbau der Digitalisierung, dass es jetzt eine intelligente Sprachsteuerung gibt. Die Benutzeroberfläche des Infotainment-Systems lässt sich wie bereits beim neuen Cayenne und zuvor beim Panamera individuell mit vordefinierten Kacheln gestalten.
Als Option bietet Porsche das aus dem Elfer bereits bekannte GT-Lenkrad an. Wer sich für das Sport Chrono Paket entscheidet, der kann in dem Lenkrad über den dort dann integrierten Mode-Schalter unterschiedliche Fahrprogramme anwählen und beim Druck auf den Response Button 20 Sekunden lang ein Höchstmaß an Performance abrufen.
Das ist eine Performance, die sich auch in der Optik des Macan widerspiegelt – auch wenn die dort vorgenommenen Änderungen vermutlich erst auf den zweiten Blick auffallen. Serienmäßig kommen nun LED-Scheinwerfer mit der Vier-Punkt-Grafik zum Einsatz. Die schon bisher keinesfalls winzigen Lufteinlässe unterhalb der Scheinwerfer haben die Designer deutlich vergrößert. Das gibt der Front noch mehr Ausdruckskraft.
Am Heck leuchten ebenfalls vier Punkte, wenn die LED-Bremslichter aufflammen. Zwischen den Schlusslichtern spannt sich nach der Modellpflege ein dreidimensional ausgearbeitetes LED-Leuchtenband. Das für Porsche charakteristische Designmerkmal lässt das Heck edler aussehen und unterstreicht zusätzlich noch die Breite.





