Skoda bringt die vierte Generation der Superb Limousine auf die Straße. Überzeugt Skodas neues Vorzeigemodell? Wir konnten uns auf einer Testfahrt einen ersten Eindruck machen.
Nach der Vorstellung der vierten Generation der Skoda Superb Limousine Ende 2023 präsentierten die Tschechen ihr neues Mittelklasse-Flaggschiff nun auf einer Fahrveranstaltung live vor Ort in Karlsbad. Mit sechs unterschiedlichen Antrieben, einem Leistungsspektrum von 150 bis 265 PS, mehr Platz, mehr Reichweite und höchstem Komfort soll die neue Superb Limousine ihre Kunden überzeugen. Wir konnten die vierte Generation der Skoda Superb Limousine schon ausprobieren.
Die vierte Generation des tschechischen Flaggschiffs Superb fährt nochmal vier Zentimeter länger vor als das Vorgängermodell und misst damit 4,91 Meter. Der Längenzuwachs der Limousine kommt dem Kofferraum zugute, der mit nun 645 Gepäckraumvolumen 20 Liter mehr im Vergleich zur Vorgängerversion fasst. Auch für den Kopf gibt es durch ein Höhenwachstum von 12 Zentimetern mehr Freiheit. Der Radstand ist mit 2,84 Metern gleichgeblieben.
Das Design des Mittelklassemodells Superb 2024 hat Skoda mit Augenmerk auf Aerodynamik weiterentwickelt. In der Praxis bedeutet das eine stärker geneigte Windschutzscheibe und einen modifizierten Verlauf der Dachlinie. Auch der Kühlergrill hat sich verändert und präsentiert sich in neuem, achteckigem Gewand. Der Schriftzug der Marke Skoda wurde auf der Heckklappe leicht variiert, sodass der Akzent, der in Vorgängermodellen noch auf dem S platziert war, jetzt in das S integriert ist.
Kommen wir zu den inneren Werten und damit dem Cockpit. Dort fallen zweierlei Dinge auf: das bis zu 13 Zoll große Infotainmentdisplay und das neue Bedienkonzept „Smart Dials“, die, zu Deutsch und weniger sexy, digitalen Drehregler. Sie verbinden haptische und digitale Elemente miteinander und ermöglichen einen schnellen Zugriff auf Fahrzeugfunktionen, wie beispielsweise verschiedene Fahrmodi, die Lautstärkeregelung oder Klimatisierung. Sie lassen sich über das Menü des Infotainmentsystems individualisieren und auch über einen Knopfdruck in ihrer Funktion anpassen.
Über das Infotainmentdisplay lassen sich einzelne Bereiche der Superb Limousine ansteuern. Dessen Aufbau folgt dabei praktisch dem eines Smartphones mit Apps, über die sich beispielsweise im Bereich „Fahrzeug“ Verbrauchs- und Streckenwerte ansteuern lassen. Etwaige Fahrassistenten, wie Abstand- oder Spurhalteassistenzen, um nur einige wenige zu nennen, lassen sich in einem anderen Menüpunkt nach Belieben ein- und ausschalten. Alles in allem ist das Infotainmentsystem aufgrund des intuitiven Aufbaus gut gelungen und kann ohne Probleme genutzt werden.
Im neuen Superb ist ein 10 Zoll Infotainmentdisplay Serie, das 13 Zoll Infotainmentdisplay mit Navigationssystem gibt es in den Modellvarianten Essence und Selection nur gegen Aufpreis von 831 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.). Wer auch noch das Head-up-Display haben möchte, muss zum Paket „Infotainment Plus“ für 1.218 Euro greifen. In der höchsten Modellvariante L&K ist es mit 386 Euro etwas günstiger. In der Modellvariante Essence gibt es allerdings kein Head-Up-Display.
Was Skodas Mittelklasse-Flaggschiff in vierter Generation nun auf der Straße zu bieten hat, konnten wir bereits in Tschechien ausprobieren. Zur Verfügung stand uns die kräftigste Benziner-Variante mit Allradantrieb und 265 PS. Bevor wir die auf offener Strecke aber in Aktion sehen konnten, trieb uns die Länge der neuen Superb Limousine doch nochmal Schweißperlen auf die Stirn. Denn mit ihrer stattlichen Länge von 4,91 Metern war die Fahrt aus dem dritten Stock des Parkhauses am Flughafen Prag abenteuerlich und brachte das ein oder andere Rangieren mit sich. Außerhalb zeigte sich der Skoda Superb 2024 aber von seiner besten Seite. Hier sorgte der lange Radstand dann für hohen Fahrkomfort.
Auf unserer zweieinhalbstündigen Testfahrt über die Autobahn, über Landstraßen und Dörfer kam der 265-PS-starke Allrad-Benziner (7-Gang-DSG) zügig voran. Uns boten sich die verschiedensten Untergründe mit teilweise ebenen oder glatten Straßen, auch bei Regen, und teilweise auch unebenen Böden im ländlichen Gebiet. Das machte dem Superb aber kaum was aus; angenehm federte er die meisten Unebenheiten ab. Gegen größere Schlaglöcher kam er jedoch nicht völlig an. Aufgefallen ist uns während der Fahrt, dass kaum Geräusche ins Wageninnere drangen. Mittelstarker Regen war kaum wahrnehmbar, Scheibenwischer blieben stumm. Alleinig starker Wind war zu vernehmen.
Einwandfreie Beinfreiheit gibt es für Fahrerin oder Fahrer und auch im Fond für Mitfahrer. Ergo-Komfortsitze in Leder-Kunstlederkombination sorgen für hohen Sitzkomfort, was für die Langstrecke optimal ist. Die gibt es allerdings nur in der Skoda Superb Modellvariante Selection gegen Aufpreis von 2.764 Euro und in der Modellvariante L&K in Serie. Alternativ gibt es im Ausstattungspaket Design Selection Studio, Serie in der Einstiegs-Modellvariante Essence, Sitzbezüge in Stoff und beheizbare Vordersitze.
Zahlreiche Fahrassistenzen sind für Vielfahrerinnen und Vielfahrer sinnvoll und optional erhältlich. Wir probierten auf unserer Testfahrt insbesondere den adaptiven Spurhalteassistenten aus. Sobald dieser aktiv ist und erkennt, dass der Fahrer oder die Fahrerin sich aus der Spur zu begeben droht, lenkt das System stark gegen. Bemerkbar macht sich der Assistent auch leuchtend im Display vor dem Lenkrad und durch sofortiges starkes Vibrieren des Lenkrads selbst. Allerdings fiel uns auf, dass der Spurhalteassistent teilweise auch nicht reagierte, beispielsweise auf kurvigen Strecken und kürzeren Landstraßen. Auf langen geraden Strecken und der Autobahn funktionierte er einwandfrei.
Der adaptive Abstandsassistenz, ebenfalls empfohlen für Vielfahrer, erkennt den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen, reguliert die Geschwindigkeit entsprechend und zeigt vorausfahrende, sich nähernde PKW oder LKW auch im Display vor dem Lenkrad an. Beide Assistenten, Spurhalte- und Abstandsassistenten gibt es im Paket „Fahrassistenz“ für 487 Euro. Wer noch die 360 Grad Umgebungskamera haben möchte, muss noch einmal tiefer in die Tasche greifen und beim Paket „Fahrassistenz Plus“ für 1033 Euro zurückgreifen.
Auf Geschwindigkeitsbeschränkungen reagierte das System mit digitalen Anzeigen und durch akustische Signale. Allerdings sah es auf unserer Testfahrt auch manchmal Tempobeschränkungen dort, wo gar keine waren und schickte uns in Windeseile von 70 auf 30 und über 50 wieder zurück auf 70 km/h, um ein Beispiel zu nennen.
Nach unserer zweieinhalbstündigen Probefahrt mit 154 zurückgelegten Kilometern auf unterschiedlichstem Gelände zeigte uns der Bordcomputer der Skoda Superb Limousine (265 PS) einen Verbrauch von 8,6 l/100km an, der damit minimal über den von Skoda angegebenen Werten zwischen 7,1 – 8,5 l/100 km lag.
Auf einer zweiten Testfahrt mit dem 150-PS-Mild-Hybrid-Benziner fuhren wir hauptsächlich über die Landstraße und Autobahn. Nach 90 Minuten Fahrt und 118 Kilometern Strecke zeigte der Boardcomputer einen Verbrauch von 5,5 l/100km an. Damit lagen wir im Rahmen der Herstellerangaben von 5,1-5,6 l/100km.



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