Im Oktober 2023 leitete die EU-Kommission eine formelle Antisubventionsuntersuchung gegen chinesische E-Autos ein. Nun hat die Kommission die Höhe möglicher Strafzölle veröffentlicht.
Die Europäische Kommission macht Ernst: Schon länger kritisiert die EU die vermeintlich unfaire Subventionspolitik der chinesischen Wertschöpfungskette für batteriebetriebene Elektrofahrzeuge (BEV). Befürchtet werde, dass BEV-Hersteller in der EU durch die chinesische Subventionspraxis der Gefahr eines wirtschaftlichen Schadens ausgesetzt seien. Im Rahmen ihrer laufenden Untersuchung hat die EU-Kommission nun potenzielle Strafzölle für chinesische E-Auto-Hersteller offengelegt.
Der Mitteilung zufolge würde der Import von Pkw des Unternehmens SAIC, zu dessen Markenportfolio unter anderem die Automarken Maxus und MH gehören, mit Strafzöllen in Höhe von 38,1 Prozent belegt. Zuletzt war MG mit rund 2.700 Neuzulassungen im Mai 2024 in Deutschland Spitzenreiter unter den chinesischen E-Auto-Produzenten. Geely, zu dessen Markenportfolio unter anderem Polestar und Lynk & Co gehören, müsste mit Zöllen in Höhe von 20 Prozent rechnen und BYD käme mit 17,4 Prozent davon. Weitere, nicht beim Namen genannte Hersteller, könnten zukünftig ebenso mit Zöllen von 38,1 Prozent betroffen sein.
Bis zum 4. Juli könne die Kommission vorläufige Ausgleichszölle einführen. Die Einführung endgültiger Maßnahmen müsste innerhalb von 4 Monaten nach der Einführung der vorläufigen Zölle erfolgen.