Der Subaru Forester geht in die sechste Generation, allerdings mit weniger PS. Wie schlägt sich das Update des Offroad-Profis? Wir testeten den neuen Subaru Forester bereits im Gelände und auf der Straße.
„Wir reden nicht über Marktanteile. Und ob wir jetzt 0.2 Prozent haben oder irgendwann mal 0.4, wir sind Nischenanbieter.“ So Volker Dannath, Geschäftsführer von Subaru Deutschland. Die Neuzulassungszahlen für 2024 unterstreichen das. Knapp 1550 Subaru Forester wurden im vergangenen Jahr zugelassen. Ok, der Kundenstamm ist klein. Subaru-Fans außen vor gelassen richtet sich der japanische Autobauer hierzulande eher an Landschaftsarchitekten, Anlagenbauer, Förster, Tierärzte, also an all diejenigen Berufsgruppen, die ab und an in´s Gelände müssen. Allrad macht´s möglich und vielleicht schafft der neue Forester (2025) es ja, einen größeren Kundenstamm von sich zu überzeugen? Wir konnten die sechste Generation Subaru Forester bereits testen und das sowohl Offroad auf dem Teltow-Fläming Ring als auch auf der Straße im anliegenden Dorf.
Am Design des Forester hat sich was getan, hier und da Nuancen, an der Front und am Heck gibt es größere Eingriffe. Fangen wir aber beim Kühlergrill an. Breiter scheint er zu sein, aber auch dynamischer und das muss sich nicht unbedingt ausschließen. Schmale Leuchten gehen an beiden Seiten in den Kühlergrill über, was ihm Größe verleiht. Mittig sitzt wie gewohnt das Subaru-Logo, eingelassen in eine silberfarbene Leiste. Ansonsten erleuchtet die Front in LED; Scheinwerfer, Fernlicht, Standlicht, alles LED.
Apropos erkennen, der Forester ist länger geworden. Das fällt aber wohl eher beim Blick in das technische Datenblatt des neuen Forester (2025) auf. Denn das Längenwachstum beträgt gerade mal 3 Zentimeter, sprich er ist jetzt 4,67 Meter lang. Aber drei wichtige Zentimeter sind es, wie es auf Anfrage heißt, kommt der Zuwachs doch der Sicherheit zugute: „Der Zuwachs ist im Bereich des Vorderwagens erfolgt, um die Euro NCAP-Vorgaben bestmöglich zu erfüllen“, heißt es aus der Subaru Zentrale. Und tatsächlich, der Subaru Forester hat beim letzten NCAP-Crashtest fünf von fünf möglichen Punkten erhalten. Seitlich fallen noch die markanten Kotflügel ins Auge. Diese sind nun eckig, im Vorgängermodell waren sie rund. Darunter, 18 Zoll Leichtmetallfelgen in Serie. 19 Zoll gibt es nur im teuersten Ausstattungspaket Platinum. Weiter hinten in die D-Säule eingelassen befindet sich ein kleines Symbol mit der Aufschrift Symmetrical AWD, symmetrischer Allradantrieb, das Staple des Forester.



Auch das Heck präsentiert sich neu. Die Rückleuchten reichen jetzt seitlich um die Karosserie herum, an der Heckklappe laufen sie schmaler zusammen, optisch verbunden werden sie durch eine dunkle Zierleiste, wie an der Front ist auch hier das Subaru-Emblem zentral auf der Heckklappe angebracht. Direkt unter dem Markenlogo ist der Modellname „Forester“ in großen Lettern in die Hechklappe eingestanzt. Wichtig und nicht selbstverständlich: Die Rückfahrkamera des Geländewagens Forester kommt mit Reinigungsdüse, für die Fahrt im Gelände ein Plus. Hinter der Heckklappe verbirgt sich ein 508 Liter fassender Kofferraum. Dieser lässt sich per Knopfdruck auf bis zu 1731 Liter (Dachhoch) erweitern. Dabei schießen die Module der Rückbank nach vorne und ergeben eine relativ ebene Fläche.
Der neue Forester geht wieder mit Boxermotor an den Start. Nur hat dieser im Vergleich zum Vorgängermodell einiges an PS verloren, 14 PS, um genau zu sein. Von 150 PS ging es runter auf jetzt 136 PS. Woran liegt das? Am e-BOXER, wie Subaru uns mitteilte: „In Folge der reduzierten Leistung ist es den Ingenieuren trotz höherem Fahrzeuggewicht sogar gelungen, die CO2-Emissionen zu reduzieren. Durch weitere Maßnahmen ist der Gesamtfahreindruck ausgereifter und harmonischer und übertrifft sogar den Antrieb des Vorgängers“, heißt es. Damit hat er auch an Power verloren. Brauchte das Vorgängermodell noch 11,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, sind es jetzt 12,2 Sekunden. Zu den 136 PS gesellt sich dann noch ein kleiner Elektromotor mit knapp 17 PS hinzu.
Aber ob nun 11,8 Sekunden oder 12,2 Sekunden, beschleunigen dauert. Klar, er ist ein Geländewagen, sein Gewicht muss erstmal in Bewegung gesetzt werden. Dennoch wird seine Trägheit auf der Landstraße deutlich. Es scheint, als müsse er sich erst einmal aufraffen und in Gang kommen, wie bei der Tasse Kaffee am Morgen des Camping-Urlaubs. Davon abgesehen zeigt sich der Forester dann aber von seiner guten Seite. Das Fahrwerk federt Unebenheiten angenehm ab und sorgt für ein entspanntes Reisegefühl. Große und kleine Schlaglöcher machen ihm keine großen Schwierigkeiten. Die Lenkung ist präzise und durch die hohe Fensterfront behält der Fahrer oder die Fahrerin auch ohne EyeSight-Fahrerassistenzsystem stets den Überblick.
Das Fahrgefühl wird durch die ergonomischen Sitze unterstützt, Fahrer und Beifahrer bleiben stets im Sattel. Ansonsten wirkt das Cockpit ein wenig veraltet, was unter anderem am Infotainment-System und Armaturenbrett liegt. Auch das Lenkrad besitzt noch zahlreiche Knöpfe, die man sich ihrer Funktionen her erstmal vergewissern muss. Der Tachometer ist nach wie vor analog, was an sich nicht schlimm ist. Nur zeigt sich das Infotainment-System im Forester nicht von seiner besten Seite. Es wirkt schlicht und ergreifend altbacken. Ja, es hat Smartphone-Einbindung via Apple CarPlay, nur kann man sich beim Navigieren durch das System ein wenig verlieren. Auch hinken die Apps beim Wischen ein wenig hinterher.Das Infotainment-System ist einfach nicht auf dem neusten Stand. Gut hingegen ist, dass Subaru nicht gänzlich auf Haptik verzichtet. So kann die Lautstärke per Regler intuitiv angepasst werden und sonst gibt es noch ein paar Knöpfe rund um das Display.
Wenn es in´s Gelände geht, zeigt sich der Forester von seiner besten Seite. Der permanente symmetrische Allradantrieb sorgt bei unebenem, nassem oder bergigem Untergrund für zuverlässige Traktion. Der X-Mode, aktivierbar im Menü des Infotainmentsystems, unterstützt bei der Fahrt in schwierigem Gelände und verbessert die Kontrolle des SUV, sodass sich der Forester zuverlässig vorwärts, abwärts und aufwärts bewegt. Auch im X-Mode vorhanden: eine Bergabfahrhilfe, mit deren Hilfe sich das Fahrzeug ohne Eingriff des Fahrers langsam, aber sicher bergab begibt. Und da wir den Forester auf einer Offroad-Strecke testen und das Gewühle und Geruckel miterleben konnten, können wir zumindest offroad klar sagen: Der Forester macht Spaß!
Der neue Subaru Forester fährt als Mild-Hybrid-Benziner mit Allradantrieb in insgesamt vier Ausstattungspaketen vor:
Der Energieverbrauch wird aber für alle Versionen mit 8,1 Liter/100km angegeben, auch die Leistung bleibt bei allen Modellen mit 136 PS gleich. Die Preisunterschiede lassen sich auf Unterschiede in der Ausstattung zurückführen. Beispielsweise hat nicht jedes Modell ein Navigationssystem mit Multi-Touchscreen-Monitor und Subaru MapCare oder eine umfangreiche Soundanlage. Was genau in jedem Ausstattungspaket steckt, können Sie detailliert im technischen Datenblatt des neuen Forester (2025) nachlesen.

