Mit dem Auslauf des Kompaktvans verschwindet ein zentrales Familienauto aus dem VW-Programm, ein Nachfolger ist derzeit nicht vorgesehen.
Ende April ist im Wolfsburger Stammwerk der letzte VW Touran vom Band gelaufen. Damit endet die Produktion eines Modells, das über mehr als zwei Jahrzehnte eine zentrale Rolle im Segment der Kompaktvans spielte.
Wie die „Wolfsburger Allgemeine“ berichtet, ist der Touran auf der Volkswagen-Website nur noch als Lagerfahrzeug gelistet und nicht mehr frei konfigurierbar. Grund für das Produktionsende ist die ab Juli geltende „General Safety Regulation II Stufe C“, deren Anforderungen der Van nicht mehr erfüllt.
Ein direkter Nachfolger ist nicht in Sicht. Mit dem Aus des Touran verliert Volkswagen eines seiner letzten klassischen Familienautos abseits des SUV-Segments. Bereits 2022 wurde der größere Sharan eingestellt. Auch andere Hersteller ziehen sich aus dem Segment zurück, darunter zuletzt Mercedes mit der B-Klasse.
Der Touran kam 2003 auf den Markt und basierte technisch auf dem Golf V. Er bot mehr Innenraum, bis zu sieben Sitze und eine hohe Alltagstauglichkeit. Insgesamt fand das Modell rund 2,3 Millionen Käufer. Zum Marktstart lag der Preis bei rund 20.000 Euro, zuletzt bei mehr als 42.000 Euro.
Produziert wurde der Van zunächst von der Auto 5000 GmbH, einem arbeitsmarktpolitischen Projekt von Volkswagen und IG Metall. Ziel war es, 5.000 Arbeitslose zu einem Bruttolohn von 5.000 D-Mark einzustellen. 2009 wurden die Beschäftigten vollständig in die Volkswagen AG übernommen.
Mit dem Produktionsende verschwindet ein Fahrzeugkonzept, das lange für praktische und bezahlbare Familienmobilität stand. SUVs dominieren heute den Markt, während klassische Vans kaum noch angeboten werden. Alternativen finden sich vor allem bei Hochdachkombis oder teureren elektrischen Großraumfahrzeugen. (SP-X)