Die Eskalation im Nahen Osten treibt die Ölpreise nach oben. Der ADAC registriert steigende Kraftstoffpreise, besonders deutlich bei Diesel.
Für Fuhrparks mit hohem Dieselanteil bringt der Nahost-Konflikt spürbar steigende Betriebskosten mit sich. Nach Angaben des ADAC stieg der bundesweite Durchschnittspreis für Super E10 innerhalb weniger Tage um mehr als 6 Cent auf 1,839 Euro je Liter. Diesel verteuerte sich um rund 7 Cent auf 1,816 Euro je Liter.
„Diesel reagiert erfahrungsgemäß sensibler auf äußere Faktoren wie Krisen oder Kriege. Die Preisausschläge – sei es nach oben oder unten – sind daher meist stärker“, erklärt der Kraftstoffmarktexperte des ADAC, Christian Laberer.
„Sollte der Ölpreis nicht bald wieder nachgeben, kann der Aufwärtstrend auch über die nächsten Tage anhalten“, so Laberer. Mittelfristig seien gemäßigtere Preise möglich, falls sich die Lage im Golfraum stabilisiert. Die Opec+ hat angekündigt, ihre Fördermengen zu erhöhen.
Mit einer schnellen Entspannung rechnet der Experte jedoch nicht. „Während steigende Ölpreise meist sehr schnell an den Zapfsäulen ankommen, dauert es bei sinkenden Preisen oft länger.“
Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie betont, dass Versorgungsengpässe derzeit nicht zu befürchten seien, weder bei Benzin und Diesel noch bei Flugkraftstoff. Deutschland beziehe Rohöl aus rund 30 Ländern, darunter Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.
Die höheren Preise seien auf gestiegene Rohöl- und Produktpreise zurückzuführen. Kritik an Tankstellenbetreibern sei daher unberechtigt, heißt es vom Wirtschaftsverband.
Um Kosten zu senken, empfiehlt der ADAC, die morgendliche Preisspitze zwischen 7 und 8 Uhr möglichst zu meiden und die Preise verschiedener Tankstellen zu vergleichen. In volatilen Marktphasen seien die Unterschiede erheblich.
Auslöser der aktuellen Entwicklung ist die Eskalation im Iran-Konflikt. Der Iran hat den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus eingeschränkt. Rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte passiert täglich diese Meerenge. Entsprechend sensibel reagieren die Rohölmärkte.
Auch wenn der tankstellenaktuelle Preissprung deutlich ausfällt, gab es bereits ähnliche Ausschläge in den vergangenen Jahren. Zu Beginn des Ukraine-Krieges vor vier Jahren verteuerte sich Diesel binnen rund zwei Wochen um mehr als 60 Cent pro Liter. E10 stieg damals um rund 50 Cent.
Auch bei den Angriffen der USA und Israels auf den Iran im Juni vergangenen Jahres kam es zu spürbaren Preisbewegungen. Diesel legte seinerzeit um rund 10 Cent zu. (dpa/iz)