Subventionen für fossile Dienstwagen behindern die Elektrifizierung. Deutschland fördert Diesel- und Benzin-Dienstwagen jährlich mit 13,7 Milliarden Euro.
Eigentlich sollten Dienstwagen als Treiber der E-Mobilität agieren. Doch eine neue Studie von Transport & Environment (T&E) zeigt, dass die aktuellen Subventionen für mit fossilen Brennstoffen betriebene Dienstwagen die Elektrifizierung der Fahrzeugflotten erheblich behindern. Deutschland subventioniert laut der Studie diese Fahrzeuge jährlich mit 13,7 Milliarden Euro – ein gewaltiger Betrag, der die Umstellung auf E-Autos bremst.
Deutschland belegt im europäischen Vergleich der Subventionen für fossile Dienstwagen einen traurigen Spitzenplatz. Laut der Berechnung des Beratungsunternehmens Environmental Resources Management (ERM) fördert nur Italien seine fossilen Dienstwagen noch stärker mit 16 Milliarden Euro pro Jahr. Auf den weiteren Plätzen folgen Frankreich (6,4 Milliarden Euro), Polen (6,1 Milliarden Euro) und Spanien mit lediglich 0,1 Milliarden Euro. Insgesamt belaufen sich die Subventionen für fossile Dienstwagen in der EU auf 42 Milliarden Euro jährlich.
Warum ist der Anreiz für Unternehmen, auf Elektrofahrzeuge umzusteigen, so gering? Die Studie zeigt, dass der steuerliche Vorteil bei der Wahl eines Elektroautos minimal ist. Ein geleaster VW ID.4 bringt Unternehmen in Deutschland im Vergleich zu einem VW Tiguan mit Verbrennungsmotor gerade einmal einen Steuervorteil von 12 Euro. Kein Wunder also, dass die gewerbliche Zulassungsquote von E-Autos im ersten Halbjahr 2024 nur 11,7 Prozent betrug, während es bei Privatkäufern 16,6 Prozent waren.
In Großbritannien, wo fossile Firmenwagen nicht derart subventioniert werden, fahren hingegen bereits 21,5 Prozent der Dienstwagen elektrisch.
Besonders auffällig ist der Unterschied bei den Subventionsvorteilen, je nach Fahrzeugklasse. Die Studie zeigt: Je größer das Fahrzeug, desto größer der Steuervorteil. Für einen geleasten Opel Corsa liegt der Vorteil bei etwa 4.000 Euro pro Jahr. Bei einem Audi A6 sind es mehr als 8.000 Euro. Besonders profitable Subventionen gibt es für große SUVs, die von Unternehmen deutlich häufiger zugelassen werden als von Privatpersonen.
T&E fordert deshalb eine Reform der Dienstwagenbesteuerung in Deutschland, um den Markt für E-Autos zu stärken und den Staatshaushalt zu entlasten. Konkret schlägt der Umweltverband vor:
Diese Maßnahmen könnten nicht nur den Umstieg auf Elektroautos beschleunigen, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. (sp-x/ja)