Seit fünf Jahren ist Seat mit seiner höher positionierten Marke Cupra am Start. Wie positioniert sich die Dynamik-Marke im B2B-Geschäft?
Cupra, das war lange Zeit die Bezeichnung besonders sportlicher Seat-Modelle. Eine reine Subbrand also, nicht mehr und nicht weniger. Als Seat 2018 ankündigte, Cupra zur eigenen Fahrzeugmarke zu edeln und nachhaltig oberhalb der Stammmarke positionieren zu wollen, war die automobile Expertenschaft zunächst mehr als skeptisch. Zählte Seat doch in den Vergangenheit nicht unbedingt zu den Marken, die mit besonderer emotionaler Begehrlichkeit punkten.
Mit Cupra aber sollte alles anders werden. Keine klassische Premiummarke sollte es werden, aber eben doch eine, die mehr Wert legt auf Emotionalität und Performance. Hochwertige Autos ja, aber eben keine Autos, die die Eltern gekauft hätten, wie Cupra-COO Sven Schuwirth den Anspruch der Marke Ende Juli in Rom vor Journalisten zusammenfasste.
150.000 neue Cupra hat Seat nach eigenen Angaben bislang allein in Deutschland zugelassen. Rund die Hälfte davon entfielen auf den Formentor, das erste Cupra-Modell, von dem kein entsprechendes Seat-Pendant existiert. Die andere Hälfte verteilt sich dementsprechend auf Ateca und Leon, die weiterhin auch als Seat erhältlich sind, sowie seit Kurzem das kompakte Elektroauto Born. Der Zwilling des VW ID.3 fährt ebenfalls exklusiv unter Cupra-Flagge.
Auch im Flotten- und Gewerbekundengeschäft soll Cupra künftig eine wichtige Rolle spielen. „Natürlich wollen wir mit Cupra auch auf dem Flottenmarkt weiter wachsen und unsere Marktanteile steigern“, unterstreicht Christian M. Voß, Head of Fleet Sales für Seat und Cupra bei Seat Deutschland. Neue Modelle wie das bereits präsentierte elektrische SUV-Coupé Tavascan oder das SUV Terramar sollen dabei unterstützen. Der Terramar, der wie der Tavascan 2024 erscheinen soll, wird Cupras letztes Modell mit Verbrennungsmotoren, ist aber auch als Plug-in-Hybrid mit 100 Kilometern rein elektrischer Reichweite geplant.
In beide Modelle, so Voß, setze Cupra auch im Flotten- und Gewerbekundensegment große Hoffnung. Der Tavascan sei mit einer WLTP-Reichweite von bis zu 550 Kilometern „auch für längere Strecken absolut alltagstauglich“. Und auch der Terramar Plug-in-Hybrid sei mit seiner hohen rein elektrischen Reichweite „ganz gewiss hochinteressant im Flottenmarkt“.
Derzeit aber haben Cupra-Kundinnen und -Kunden die Wahl zwischen Leon, Born, Ateca und Formentor. Schon diese vier Modelle scheinen bei den relevanten Flotten gut anzukommen. Laut Dataforce stiegen die Cupra-Neuzulassungen in der Zielgruppe im ersten Halbjahr 2023 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 35,4 Prozent auf 11.704 Einheiten. Für die Marke Seat sah es nicht ganz so rosig aus, im Gegenteil: Im selben Zeitraum ging es um 30,3 Prozent auf 8.401 Einheiten bergab.
Dass Cupra seine Antriebspalette zusätzlich zu den PS-starken High-Performance-Modellen nun auch nach unten abrundet, wird der Marke wohl einen weiteren Schub im Segment geben. Auch Christian M. Voß blickt optimistisch auf den Ausbau der Antriebspalette. Explizit nennt Voß den Kombi Leon Sportstourer, der seit einigen Monaten auch als 150-PS-Diesel bestellbar ist: „Bei der Zielgruppe der Vielfahrer und Langstreckenfahrer schließt dieses Modell eine große Lücke.“ Aber auch beim Ateca, jetzt auch mit 150- und 190-PS-Benziner im Angebot und nicht mehr ausschließlich mit 300 PS, bringe die Abrundung der Motorenpalette nach unten einige Chancen für das Flotten- und Gewerbekundengeschäft mit sich: „Mit der neuen Motorenpalette wollen wir den Absatz des Cupra Ateca steigern, so, wie wir es bereits beim Cupra Leon getan haben.“
Bleibt zum Schluss die monetäre Frage. Analog zum Markengefüge positioniert sich Cupra auch preislich oberhalb von Seat. Aber was bedeutet das für die Groß- und Gewerbekunden-Konditionen? Was das Preisgefüge zwischen Seat und Cupra im Groß- und Gewerbekundengeschäft betrifft, äußert sich Voß nur so viel: „Wir agieren grundsätzlich im Großkundenagenturgeschäft. Kundennachlässe werden individuell verhandelt, genauso wie mögliche Sondernachlässe auf bestimmte Fahrzeuge – das gilt für beide Marken.“
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