Der deutsche Pkw-Markt wächst im Oktober um 6 Prozent, getrieben durch gewerbliche Zulassungen. Privatkunden bleiben jedoch weiterhin verhalten.
Nach einem enttäuschenden September kehrt im Oktober wieder Schwung in den deutschen Pkw-Markt ein: Mit einem Plus von 6 Prozent zeigen die Neuzulassungen eine moderate Erholung. Dieser Aufwärtstrend ist jedoch mit Vorsicht zu genießen, da der Zuwachs auch durch einen zusätzlichen Arbeitstag beeinflusst wurde. Bereinigt liegt das Wachstum bei lediglich 3 Prozent.
Der größte Treiber dieses Anstiegs waren die gewerblichen Zulassungen. Insbesondere der Flottenmarkt stach heraus, mit einem Zuwachs von 7,2 Prozent, was 5.200 zusätzlichen Fahrzeugen entspricht. Allerdings gibt es auch Schattenseiten: Ein erheblicher Teil des Wachstums resultiert aus den sogenannten Sondereinflüssen. Diese Zulassungen stiegen um 14,3 Prozent, was zusätzlichen 9.800 Fahrzeugen entspricht. Besonders stark waren dabei der Fahrzeugbau (+14,9 %), der Fahrzeughandel (+16,7 %) sowie die Autovermieter (+8,8 %).
Während die gewerblichen Zulassungen stark anziehen, schwächelt der Privatmarkt mit einem Rückgang von 2,5 Prozent. Dies deutet auf eine weiterhin angespannte Nachfragesituation hin. Um unverkaufte Fahrzeuge abzusetzen, greifen die Hersteller häufig auf taktische Maßnahmen wie Eigenzulassungen zurück. Diese Strategie hilft auch, die saisonbereinigte Jahresrate (SAAR) bei 2,7 bis 2,8 Millionen Pkw stabil zu halten.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der den Markt beeinflusst, sind die verschärften CO2-Flottengrenzwerte, die 2025 in Kraft treten. Die neuen Vorgaben von 93,6 g/km CO2 verlangen einen deutlichen Anstieg der Verkäufe von Elektrofahrzeugen. Aktuell jedoch sind die Hersteller zuversichtlich, ihre Ziele in Europa 2024 zu erreichen, weshalb sie kaum Anreize haben, die Verkaufszahlen von E-Autos kurzfristig zu erhöhen. Rabattaktionen und Preissenkungen zielen oft auf Auslieferungen im nächsten Jahr ab.
Im Oktober verzeichneten E-Autos als einzige Kraftstoffart einen Rückgang von 4,9 Prozent, besonders stark im Privatmarkt (-47 %). Der Flottenmarkt konnte diesen Rückgang mit einem Plus von 76 Prozent zumindest teilweise kompensieren. Auch Plug-in Hybride legten im Flottensegment zu, mit einem Zuwachs von 35 Prozent, was ihnen einen Marktanteil von 13,3 Prozent bescherte – der höchste Wert der letzten zwei Jahre.
Besonders erfreulich zeigt sich der Markt für Transporter und Nutzfahrzeuge: Mit einem Plus von 19 Prozent übertrafen die Zuwächse sogar die der Pkw. Alle Vertriebskanäle trugen zum Wachstum bei, doch erneut stachen die Sondereinflüsse heraus. Vermieter (+54 %) und der Fahrzeughandel (+34 %) verzeichneten die größten Zuwächse. Erfreulich ist auch die steigende Nachfrage nach E-Transportern, die um 25 Prozent zulegte.
„Der Markt zeigt positive und negative Entwicklungen: Die hohe Zahl an Sondereinfluss-Zulassungen zeigt eine anhaltend schwache Privatnachfrage. Positiv ist jedoch, dass die CO2-Ziele 2024 in Europa voraussichtlich unterschritten werden. 2025 wird jedoch eine echte Herausforderung, da die Grenzwerte deutlich strenger sind“, so das abschließende Statement.
Der Oktober bringt Hoffnung, aber auch klare Warnsignale für die Hersteller. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie gut sich die Automobilbranche auf die strengeren CO2-Vorgaben einstellen kann. (ja)