Trends von morgen: Die IAA Mobility 2025 in München beschäftigte sich mit der Mobilität von Morgen – dabei ging es nicht nur um Autos.
Die IAA Mobility 2025 in München hat gezeigt, wie tiefgreifend sich die betriebliche Mobilität verändert. Für Fuhrparkmanager stand dabei weniger die Show als vielmehr die Frage im Mittelpunkt, welche Fahrzeuge, Technologien und Konzepte in den kommenden Jahren für Flotten wirklich relevant werden. Elektro-Kleinwagen, Premium-Stromer, neue Akku-Generationen und multimodale Ansätze bestimmten die Diskussionen und geben Hinweise darauf, wohin sich Dienstwagen und Unternehmensflotten entwickeln.
Ein zentrales Thema waren kompakte E-Modelle, die den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern sollen. Mit dem VW ID. Polo und dem Cupra Raval stellte der Konzern gleich zwei Fahrzeuge vor, die preislich unterhalb der bisherigen Modelle liegen und mit Reichweiten von bis zu 400 Kilometern für den alltäglichen Einsatz in Handwerks- oder Serviceflotten prädestiniert sind. Hyundai zeigte mit dem Concept Three ein Modell, das 2026 serienreif werden könnte und ebenfalls auf den Massenmarkt zielt.
Auch aus China und anderen Märkten kommen neue Wettbewerber ins Spiel. Leapmotor präsentierte mit dem B05 ein kompaktes Elektroauto, während BYD mit dem Seal 6 erstmals einen Kombi für europäische Flotten ins Programm aufnimmt. Gerade für Fuhrparkmanager, die auf Variabilität und Ladevolumen angewiesen sind, könnte das Angebot an erschwinglichen E-Kombis ein entscheidender Faktor werden.
Neben den reinen Elektrofahrzeugen sorgte auch Renault für Aufmerksamkeit. Mit der neuen Generation des Clio präsentiert der Hersteller einen Kleinwagen, der weiterhin in hoher Stückzahl in Flotten eingesetzt werden dürfte. Der Clio setzt dabei auf Hybridtechnik und spricht damit besonders Fuhrparkbetreiber an, die ihre Kosten im Blick behalten und zugleich eine CO2-Reduktion erzielen möchten, ohne vollständig auf Elektrofahrzeuge umzusteigen. Damit bleibt der Clio ein relevanter Baustein für Mischflotten, die schrittweise elektrifiziert werden.







Im Bereich der gehobenen Mittelklasse und Premiumfahrzeuge zeigten die Hersteller, dass Elektromobilität zunehmend auch für Dienstwagenfahrer eine echte Alternative wird. BMW nutzte die Messe, um den elektrischen 3er – als BMW i3 – sowie den neuen iX3 vorzustellen, die beide auf der sogenannten „Neuen Klasse“ basieren. Mit 800-Volt-Technik und Ladeleistungen bis zu 400 Kilowatt zielen die Modelle direkt auf Flotten, in denen Ladezeiten einen geschäftskritischen Faktor darstellen.
Auch Mercedes und Polestar positionieren sich klar für den Dienstwagenmarkt. Der elektrische GLC sowie der Polestar 5 bieten Reichweiten von über 600 Kilometern und Ladeoptionen, die längere Strecken ohne Verzögerungen ermöglichen. Audi und Porsche rundeten mit Konzepten für sportliche E-Limousinen und SUV das Premiumsegment ab. Für Flottenmanager bedeutet dies, dass künftig mehr Auswahl in den Bereichen Dienstwagen und Managementfahrzeuge besteht, ohne dass Verzicht auf Reichweite oder Komfort notwendig ist.






SUV spielen auch im betrieblichen Alltag weiterhin eine zentrale Rolle, sei es als Außendienstfahrzeug oder für Bau- und Servicetätigkeiten mit höherem Platzbedarf. Mit dem Deepal S05 aus China und dem Togg T10X aus der Türkei traten neue Wettbewerber an, die Reichweiten von bis zu 500 Kilometern und ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Opel präsentierte mit dem Mokka GSE ein sportlich orientiertes E-SUV, das die Modellpalette im Konzern nach unten abrundet.
Für Fuhrparkmanager wird deutlich, dass das SUV-Segment nicht verschwindet, sondern sich elektrifiziert. Entscheidend ist die Frage, welche Modelle sowohl die betrieblichen Anforderungen erfüllen als auch unter den Gesamtbetriebskosten konkurrenzfähig bleiben.


Neben den Fahrzeugen standen die Batterien und Ladeoptionen im Fokus. Der chinesische Zulieferer CATL präsentierte die neue „Shenxing Pro“-Batterie, die besonders sicher sein soll und sich flexibel entweder auf hohe Reichweite oder extrem schnelle Ladezeiten ausrichten lässt. In der Praxis könnte dies bedeuten, dass Fuhrparks ihre Fahrzeuge gezielt nach Einsatzprofil konfigurieren können – etwa für lange Überlandfahrten oder für viele kurze Einsätze mit häufigem Zwischenladen.
Fast alle Hersteller setzen inzwischen auf 800-Volt-Architekturen, um Ladezeiten erheblich zu verkürzen. Für Flotten mit hoher Auslastung sind diese Technologien entscheidend, da Standzeiten direkt auf die Betriebskosten durchschlagen.
Darüber hinaus wurde auf der Messe diskutiert, wie softwaredefinierte Fahrzeuge künftig Effizienz und Sicherheit erhöhen sollen. Over-the-Air-Updates, datenbasierte Routenoptimierungen und Assistenzsysteme könnten in Zukunft ein integraler Bestandteil des Flottenmanagements werden.
Ein wichtiger Impuls kam von der E.ON New Energy Experience, die parallel zur Messe stattfand. Rund 1.000 Branchenexpertinnen und -experten diskutierten dort über die Frage, wie sich Energiesystem und Mobilität verzahnen lassen. Im Mittelpunkt stand das Thema Flexibilität – also die Fähigkeit, Ladevorgänge zeitlich zu verschieben und Fahrzeuge als Energiespeicher in das Netz einzubinden.
Ein Höhepunkt war die Vorstellung des deutschlandweit ersten Vehicle-to-Grid-Angebots, das E.ON gemeinsam mit BMW entwickelte. Kunden des neuen BMW iX3 können ihren Fahrzeugakku nicht nur laden, sondern über eine bidirektionale Wallbox auch Strom ins Netz zurückspeisen. Mit einem passenden Tarifmodell erhalten sie dafür bis zu 720 Euro Bonus pro Jahr, was dem Strombedarf für rund 14.000 Kilometer entspricht. Dieses Konzept macht Elektrofahrzeuge zu mobilen Energiespeichern und eröffnet neue Perspektiven für Netzstabilität und Kostenreduktion.
Auch für Unternehmen wurden konkrete Lösungen vorgestellt. Durch flexible Energietarife, Photovoltaikanlagen, Batteriespeicher und aktives Energiemanagement können Betriebe ihre Flotten in eine übergreifende Energiestrategie einbinden. Das senkt nicht nur Kosten, sondern steigert auch die Resilienz gegenüber Energiepreisschwankungen und unterstützt die Nachhaltigkeitsziele. Für Fuhrparkmanager bedeutet das: Die Integration von Ladeinfrastruktur ist künftig nicht mehr nur eine Frage der Logistik, sondern Teil einer umfassenden Unternehmensstrategie.
Ein weiterer Schwerpunkt der IAA Mobility 2025 war der Blick über das Dienstfahrzeug hinaus. Die Deutsche Bahn stellte mit dem Programm „Zukunft Nahverkehr“ neue Konzepte für On-Demand-Shuttles und eine begehbare XXL-S-Bahn für München vor, die ab 2028 zum Einsatz kommen soll.
Für Unternehmen eröffnet dies neue Möglichkeiten, die betriebliche Mobilität multimodal zu denken. Neben dem klassischen Dienstwagen treten Diensträder, Carsharing-Angebote oder Shuttleservices als Ergänzung hinzu. Gerade in urbanen Regionen könnte dies langfristig Teil einer ganzheitlichen Flottenstrategie werden.


Die IAA Mobility 2025 in München verzeichnete mit über 500.000 Besucherinnen und Besuchern erneut hohe Reichweiten. Unter dem Motto „It’s All About Mobility“ präsentierten rund 750 Aussteller aus 37 Ländern ihre Neuheiten, darunter mehr als 350 Weltpremieren. Der internationale Anteil war dabei hoch: 57 Prozent der Aussteller und rund ein Viertel der Besucher kamen aus dem Ausland.
Der IAA Summit zog 13 Prozent mehr Fachbesucher an als im Jahr 2023. Mit über 21.000 Teilnehmenden an der begleitenden IAA Conference, rund 200 Fachsessions und mehr als 550 Rednerinnen und Rednern bestätigte sich die Rolle der Veranstaltung als internationale Austausch- und Innovationsplattform.
Parallel wurde im Open Space in der Münchner Innenstadt die bisher größte innerstädtische Ausstellungsfläche der IAA-Geschichte umgesetzt. Besucherinnen und Besucher nutzten dort zahlreiche Testangebote, darunter mehr als 12.000 Pkw- und Motorradfahrten.
Die nächste IAA Mobility findet vom 7. bis 12. September 2027 in München statt. Mit der Vertragsverlängerung bis 2031 bleibt die Messe auch langfristig am Standort verankert.




