Wenn die Temperaturen sinken, steigt der Energieverbrauch beim Elektroauto. Warum das so ist und welche Fehler Sie beim Nutzen des E-Autos im Winter vermeiden sollten, haben wir für Sie zusammengefasst.
Mit immer größeren und auch effizienteren Batterien sollen die Reichweiten von E-Autos zukünftig weiter in die Höhe schnellen. Und darauf warten alle Pkw-Fahrerinnen und Fahrer schließlich am meisten. Denn im Vergleich zum Benziner, der weit kommt und innerhalb kürzester Zeit betankt ist, kann der Stromer in puncto Reichweite noch immer nicht mithalten, das Gleiche gilt für die Zeit an der E-Zapfsäule. Und auch wenn MG plant, 2025 ein E-Auto mit über 1.000 Kilometer Reichweite auf den Markt zu bringen, sind die aktuellen E-Fahrzeuge noch weit von solchen Distanzen entfernt.
Die Reichweite ist allerdings nur eine Sache, Witterungsverhältnisse sind die andere. Denn Reichweiten sinken unter hohen Außentemperaturen, aber auch niedrige Außentemperaturen machen den E-Auto-Batterien zu schaffen. Um bei Kälte mit dem E-Auto schließlich ohne häufiges Laden ans Ziel zu kommen, sind bei tiefen Temperaturen ein paar Dinge zu beachten. Tipps fürs E-Auto-Fahren bei Kälte haben wir mit Hilfe der Daten von Fabian Seithel (Associate Vice President Sales und Business Development EMEA bei Geotab) zusammengefasst.
Achten Sie darauf, das E-Auto über Nacht nach Möglichkeit in einer (Tief-)Garage abzustellen und lassen Sie es an der Wallbox und/oder direkt am Hausstrom. Auf diese Weise kann die Batterie über Nacht vorgewärmt werden.
Die Klimatisierung im Auto benötigt recht viel Strom. Sparen lässt sich mit der Sitz- und Lenkradheizung, die Wärme direkt an den Körper leitet.
Im Straßenverkehr gilt grundsätzlich: Vorausschauend fahren. Und das ist im Winter auch für die Batterie von Vorteil. Behutsames Bremsen ermöglicht Rekuperation, gleichmäßiges Fahren vermeidet unnötige Stopps und spart letzten Endes Energie. Generell sollten Sie darauf achten, die Rekuperation aktiv zu nutzen.
Hohe Beschleunigung kostet Reichweite. Und ohnehin ist der Straßenverkehr im Herbst und Winter mit Vorsicht zu genießen. Schalten Sie daher lieber grundsätzlich einen Gang runter und im E-Auto in den Eco-Modus. Das spart Strom und E-Autos kommen ohnehin auch ohne Sport-Modus zügig voran.
Kälte wirkt sich auch auf den Reifendruck aus und niedriger Reifendruck wiederum erhöht den Rollwiderstand und kann sich auch negativ auf die Reichweite auswirken. Prüfen Sie in Zeiten besonders tiefer Temperaturen am besten monatlich den Reifendruck Ihres E-Autos.
E-Auto-Batterien sind nicht die einzigen, die unter Kälte leiden, denn auch Verbrenner besitzen eine Autobatterie. Die startet nicht nur den Motor, sondern liefert auch Strom für die Bordtechnik und das Licht eines Autos. Und Kälte kommt auch ihr nicht zugute: „Bei Temperaturen unter 0 Grad kann die Startleistung um bis zu 30 bis 50 Prozent sinken, während der Energiebedarf des Fahrzeugs steigt“, erklärt Christopher Lang, ATU-Experte für Fahrzeugtechnik. Wie für die E-Auto-Batterie, kann man auch für die Autobatterie vorsorgende Maßnahmen treffen:
Bei Kurzstreckenfahrten reicht die Fahrtzeit oft nicht aus, um die Batterie vollständig aufzuladen. Daher empfiehlt Christopher Lang die Nutzung eines vollautomatischen Ladeerhaltungsgeräts, um die Batterie regelmäßig zu laden, insbesondere vor langen Standzeiten.
Um Energieverluste zu vermeiden sind feste Anschlüsse und saubere Pole an der Autobatterie ratsam. Lassen Sie Korrosion an den Anschlüssen entfernen oder entfernen Sie sie vorsichtig selbst mit einer speziellen Polbürste.
Eine Garage tut der Batterie etwas Gutes und Schütz grundsätzlich vor Schnee, Eis, Kälte, dämmt aber auch starke Temperaturschwankungen ein. Das wiederum kommt der Elektronik eines Autos zugute. (ks)