Das E-Auto scheint erschwinglich zu werden. Immer mehr Autohersteller dringen auf den Markt der günstigen vollelektrischen Kleinwagen mit Modellen unter 20.000 Euro.
Elektro-Kleinwagen sind zwar weiterhin deutlich teurer als ihre Pendants mit Verbrennungsmotor – oft mehr als doppelt so teuer –, doch der Markt bewegt sich: Während früher ein praxistaugliches E-Auto meist erst ab etwa 30.000 Euro zu haben war, rücken nun Modelle in den Vordergrund, deren Preise mit einer Zwei beginnen. Und es tut sich noch mehr: VW und Renault haben in Aussicht gestellt, schon bald konkurrenzfähige Elektrofahrzeuge für unter 20.000 Euro anzubieten.
Insbesondere Pflegedienste können von den vollelektrischen Kleinwagen profitieren, bieten sie doch einige Vorteile für den Alltagsbetrieb: Einerseits punkten sie mit ihrer Wirtschaftlichkeit: Strom ist günstiger als Benzin oder Diesel und Wartungskosten fallen oft geringer aus. Zudem sind E-Autos in vielen Fällen steuerlich begünstigt.
Doch es geht nicht nur ums Geld. Die typische Pflegetour umfasst viele kurze Strecken, bei denen Reichweite kaum eine Rolle spielt. Kompakte Abmessungen erleichtern das Manövrieren im Stadtverkehr und das Parken in engen Wohngebieten. Und trotz ihrer kleinen Abmessungen bieten sie noch genug Platz für den Transport von etwaigen Arbeitsutensilien.
Inzwischen gibt es mehrere vollelektrische Kleinwagen, die nicht nur erschwinglich sind, sondern auch im Alltag überzeugen können. Fünf Fahrzeuge stellen wir im Folgenden vor:
Dacia will sich 2026 mit dem Nachfolger des Dacia Spring beweisen, der weiterhin recht preisgünstig bleiben soll. Aber schon mit dem aktuellen Dacia Spring Electric 65 stellt Dacia den absoluten Preisbrecher unter den Elektroautos und startet bei 16.900 Euro. Dafür gibt es den 3,70 Meter langen Viersitzer allerdings nur als Spring 45 mit bescheidenen 44 PS. Die Variante mit 65 PS kostet dann bereits 2.000 Euro mehr. In beiden Fällen fährt der Spring mit einem Akku von 26,8 kWh, der für 305 Normkilometer reicht. Geladen wird wahlweise am Schuko-Stecker oder an der Wallbox mit maximal 3,7 kW. Nur der starke Motor kann schnellladen, mit bis zu 30 kW.
Der neue Renault Twingo soll weniger als 20.000 Euro kosten! Die technische Basis dafür liefern die beiden anderen Retro-Modelle der Renaultution, die dafür zurechtgestutzt werden: So wird die Länge auf 3,75 Meter geschrumpft und der wahrscheinlich nicht mal 30 kWh große Akku soll für 300 Kilometer im Stadtzyklus reichen. Daraus dürften dann im Normbetrieb knapp 200 Kilometer werden.
Die Niedersachsen graben die Idee vom Up wieder aus und haben ein noch kleineres elektrisches Einstiegsmodell auf den Weg gebracht. Gerade als Studie mit dem Namen ID.Every1 enthüllt, soll er tatsächlich ein Auto für alle werden und deshalb nur 20.000 Euro kosten. Wie schon der ID.2 all, der 2026 auf den Markt kommen soll, basiert auch der ID.1 auf dem Modularen E-Antriebs-Baukasten mit Frontantrieb. Einen Viertürer von 3,80 Metern mit Platz für vier Personen, 305 Litern Gepäck und einem E-Antrieb mit mindestens 250 Kilometern Reichweite stellt VW in Aussicht.
Der BYD Dolphin Surf ist mit vier Metern Länge und 2,50 Metern Radstand ein gar nicht so kleiner Kleinwagen. Er sieht ordentlich aus, ist alles andere als spartanisch ausgestattet, bietet zur Not tatsächlich Platz für vier Erwachsene und deren (kleines) Gepäck, fährt mit 88 oder 156 PS bis zu 150 km/h schnell und schafft mit einer Akkuladung etwas mehr als 500 Kilometer, wenn man sich nur im Stadtverkehr bewegt. Und wenn man den großen Akku von 43,3 kWh nimmt, den sich BYD dann gleich mit mindestens 26.990 Euro bezahlen lässt. Im Normzyklus reicht der dann schon nur noch 322 Kilometer, und im Basismodell gibt’s 30 kWh für 220 Kilometer. Wirklich sparen wollen die Chinesen aber beim Laden und leisten sich für den Dolphin Surf Maximalleistungen von gerade mal 65 oder 85 kW. Immerhin gibt’s am AC-Lader bis zu 11 kW in die eine und 3 kW in die andere Richtung.
Stellantis hat sich mit Leapmotor aus Hangzhou zusammengetan, dessen Vermarktung in Europa übernommen und deshalb jetzt ebenfalls ein E-Auto unter 20.000 Euro zu bieten. 18.900 Euro kostet der T03, der die elektrischen Kleinwagen aus den eigenen Reihen zu Wuchermodellen stempelt und von der Kundschaft trotzdem keine Kompromisse verlangen will. Das gilt für das Format, das bei 3,60 Metern Länge, 2,40 Metern Radstand und vier Türen zur Not auch mal für fünf Insassen reicht und zudem 210 bis 508 Liter Kofferraum bietet. Und das gilt für den Antrieb, der sich vor einem konventionellen Kleinstwagen nicht verstecken muss. So fährt der T03 mit einer E-Maschine von 95 PS bis zu 130 km/h schnell und wird dabei aus einem Akku mit 37,3 kWh gespeist. Der reicht im Normzyklus für 265 Kilometer und lädt danach mit 6,6 oder 45 kW. (SP-X&ks)