Fiat stellt den Qubo L breiter auf und ergänzt das Modell um Elektro- und Benzinantrieb. Zwei Karosserielängen schaffen mehr Spielraum im Fuhrpark.
Mit Schiebetüren auf beiden Seiten, großer Heckklappe und viel variablem Laderaum bringt der Qubo L einige praktische Eigenschaften für den Arbeitsalltag mit. Wie sich der Hochdachkombi fährt und was die stärkere Dieselversion bietet, zeigt unser Fahrbericht.
Zu den beiden bisherigen 1,5-Liter-Dieselmotoren mit 74 kW (100 PS) beziehungsweise 96 kW (130 PS) kommen nun ein vollelektrischer Antrieb und ein besonders günstiger Benziner hinzu. Diesel und Benziner sind sowohl als Fünfsitzer mit 4,40 Metern Länge als auch als Siebensitzer mit verlängertem Radstand und 4,75 Metern Länge erhältlich. Der Stromer wird hingegen nur in der kompakten Variante angeboten.
Die separat zu öffnende Heckscheibe und die komplett ebene Ladefläche bei vorgeklappten hinteren Lehnen machen den Qubo L im Alltag noch flexibler.






Beim elektrisch angetriebenen Qubo L treibt ein 100 kW (130 PS) starker Elektromotor die Vorderräder an. In der Spitze erreicht der Stromer 135 km/h. In der empfehlenswerten Ausstattung Icon kostet er netto 31.504 Euro.
Den Strom liefert eine LFP-Batterie mit einer Nettokapazität von 50 kWh. An einer Schnellladestation kann mit bis zu 100 kW geladen werden. Von zehn auf 80 Prozent dauert der Ladevorgang etwas mehr als 25 Minuten. An der Wallbox benötigt der Qubo L bei elf kW fünf Stunden und fünf Minuten für eine Ladung von null auf 100 Prozent. Den WLTP-Energieverbrauch gibt Fiat mit 18 kWh pro 100 Kilometer an.
Der 1,2-Liter-Dreizylinder mit 81 kW (110 PS) überträgt seine Kraft über ein manuelles Schaltgetriebe auf die Vorderräder. Die kompakte Variante kostet in der Ausstattung Icon netto 22.260,50 Euro.
Nach Norm verbraucht der Fünfsitzer 6,3 Liter auf 100 Kilometer, der Siebensitzer 6,6 Liter. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 179 beziehungsweise 176 km/h.
Unterwegs waren wir mit dem stärkeren Diesel mit Automatikgetriebe, fünf Sitzen und der höchsten Ausstattung La Prima. Für diese Variante werden netto 27.302,50 Euro fällig. Zur Ausstattung gehören unter anderem:
Das Infotainmentsystem ist dabei eher einfach gehalten.
Unsere Eindrücke: Der Selbstzünder zieht kraftvoll durch und arbeitet angenehm leise. Lediglich unter Volllast wird die Maschine etwas brummig. Dann lässt sich auch der Normverbrauch von 5,5 Litern nicht halten. Auf unserer überwiegend ruhigen Fahrt über Landstraßen und durch kleine Orte mit vielen Tempo-30-Zonen kamen wir auf einen Verbrauch von 5,6 Litern. Angesichts der weiterhin hohen Kraftstoffkosten fällt der Verbrauch damit vergleichsweise moderat aus. Die Automatik arbeitet angenehm unauffällig, die Wechsel der Fahrstufen sind so gut wie nicht zu bemerken.
Das Fahrwerk haben die Fiat-Entwickler eindeutig auf Komfort ausgelegt. Bodenwellen und Querrippen schluckt der Qubo L, ohne dabei aus der Ruhe zu kommen. Schnelle Kurvenfahrten gehören allerdings weniger zu seinen Stärken. Dafür kann der Hochdachkombi mit einem Wendekreis von 10,79 Metern punkten. In engen Gassen oder beim Einparken zeigt der Qubo L damit eine seiner Stärken.
Auch die Alltagstauglichkeit überzeugt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich die Hochdachlimousine in einen kleinen Transporter verwandeln. Die drei Teile der hinteren Sitzbank lassen sich jeweils mit einem Handgriff umklappen und flach auf den Boden legen. Die geraden Seitenwände und die Schiebetüren erleichtern zudem das Be- und Entladen.
Beim Fünfsitzer stehen bei Bedarf bis zu 3.000 Liter Ladevolumen zur Verfügung. Selbst bei belegten Rücksitzen bleiben noch 1.355 Liter für Gepäck oder anderes Ladegut. Die Nutzlast gibt Fiat mit 629 Kilogramm an. Optional ist zudem eine Anhängerkupplung erhältlich. Bis zu 1,3 Tonnen dürfen an den Haken. Die Stützlast fällt mit 52 Kilogramm allerdings knapp aus. Bei zwei E-Bikes auf einem Kupplungsträger könnte es damit je nach Gewicht bereits eng werden.
Im Innenraum wirkt der Qubo L deutlich mehr wie ein Pkw als wie ein Transporter. Zwar kommt reichlich Hartplastik zum Einsatz, billig wirkt das jedoch nicht. Vielmehr machen die Materialien einen robusten und alltagstauglichen Eindruck. Die eher schlicht gestaltete Instrumentenanzeige hätte dagegen durchaus einen moderneren Auftritt vertragen. Die manuell verstellbaren Vordersitze sind straff gepolstert.
Alles in allem bietet Fiat mit dem Qubo L ein Fahrzeug, das durch seine Antriebsvielfalt, die beiden Karosserieversionen und den flexibel nutzbaren Innenraum auch für Fuhrparks interessant sein kann.