Update für den Honda HR-V. Das bisher recht unauffällige B-SUV will nun mit geschärftem Design, verbesserter Ausstattung und mehr Komfort punkten.
In den letzten Jahren ist es um den einstigen Vorzeige-Autobauer aus Japan spürbar ruhiger geworden – zumindest, wenn es um Modellneuheiten und Fahrzeugeinführungen geht. Deshalb sorgt selbst ein handelsübliches Facelift, wie jetzt für den HR-V (Hybrid Recreation Vehicle), für Aufsehen. Fährt doch das Mini-Crossover oder auch Coupé-SUV, wie es der Hersteller aus dem Reich der aufgehende Sonne selbst bezeichnet, nicht gerade in der Erfolgsspur, sondern eher recht unauffällig über die Straßen hierzulande und in der Zulassungsstatistik des Kraftfahrtbundesamts (KBA) unter ferner liefen.
Jetzt ist also turnusmäßig vier Jahre nach dem Deutschlandstart der dritten Auflage im September 2021 die Modellpflege erfolgt. Laut Hersteller geht das Facelift mit einer deutlichen Aufwertung einher. Demnach präsentiert sich der kompakte Japaner mit überarbeitetem Außendesign, gezielten Modifikationen im Innenraum und einer erweiterten Farbpalette. Zudem hat Honda eigenen Angaben zufolge auch aufgrund eines veritablen Kundenfeedbacks die Fahreigenschaften und den Geräuschkomfort des HR-V e:HEV verbessert.
Die Einführung zweier neuer Ausstattungslinien komplettiert das Update. Mit den gezielten Verbesserungen und Modifikationen versucht der asiatische Autobauer den bisher ebenfalls ziemlich bescheidenen Gewerbeanteil von sechs Prozent merklich zu erhöhen und das stylische City-SUV endlich auch für Fuhrpark, Flotte und Co. attraktiver zu machen. Das ambitionierte Ziel: 15 Prozent.
Aber der Reihe nach. Das HR-V-Facelift versucht im Fuhrpark-Alltag, Charme mit Sachlichkeit zu kombinieren – und gerade darin liegt die Crux. Honda positioniert seinen kompakten Softroader mit einem frischen Facelift und Vollhybrid als effiziente Kontrastfigur zu Marktbegleitern wie den Toyota Yaris Cross Hybrid, Renault Captur E-Tech, Kia Niro Hybrid oder Mazda CX-30. Gegen diese ist der HR-V ein Spezialist für die Stadt, bleibt aber auf der Langstrecke eher zurückhaltend. Für den HR-V spricht allerdings das großzügige Platzangebot und der flexible Innenraum mit Hondas USP-Merkmal, den sogenannten Magic Seats. Sitzgestaltung und Raumökonomie sorgen für Praxistauglichkeit, auch wenn bei voller Beladung das Kofferraumvolumen gegenüber dem Vorgänger etwas abnimmt. Das Interieur wirkt aufgeräumt, Materialien sind ordentlich, die Bedienlogik ist klassisch, das Infotainment jedoch nur Mittelmaß und bei Tempo etwas träge – Schwächen, die im Dienstwagenkontext durchaus relevant sein können.
Gleichwohl setzt Honda den Einstiegspreis mit 29.160 Euro (alle Preise netto zzgl. USt.) recht hoch an. Dafür gibt es jedoch in der Basisausstattung „Elegance“ ab Werk bereits eine Vielzahl von elektronischen Helferlein wie einen adaptiven Tempomat, Staupilot und Rückfahrkamera. Wer etwa kabelloses Smartphone-Laden und mehr Komfort möchte, muss zu den teureren Paketen greifen. Das optionale Panorama-Glasdach ist der Toplinie „Advance Style Plus“ vorbehalten, die ab 34.706 Euro erhältlich ist. Im Vergleich zur Konkurrenz ist das zwar kein Schnäppchen, aber das Ausstattungspaket kommt den realen Bedürfnissen im Flottenalltag entgegen. Die Anschlusskosten für Wartung, Betrieb und Verbrauch sind überschaubar – steuerlich profiliert sich der HR-V e:HEV zwar nicht wie ein Plug-in-Hybrid (PHEV), bleibt aber ein effizienter Dienstwagen, besonders in Innenstädten mit Emissionsvorgaben und Fahrverboten.
Der Hybridantrieb, ein 1,5-Liter-Benziner mit zwei E-Maschinen, legt Wert auf Effizienz und geräuscharmes Gleiten. In der Stadt lassen sich bei zurückhaltender Fahrweise vier bis fünf Liter Verbrauch realisieren, auf Überlandstrecken etwa fünf Liter, auf der Autobahn steigt der Wert schnell auf sieben Liter und mehr. Wer sportliche Ambitionen hat, findet im HR-V ehrlicherweise keinen so guten Partner: Die Beschleunigung von null auf hundert dauert fast elf Sekunden (10,6–10,8 sek.), Überholvorgänge und Autobahn-Auffahrten fordern den Verbrenner und lassen ihn lautstark ächzen, ohne dass sich das in nennenswerter Vorwärtsdynamik auszahlt.
Die Lenkung ist direkt, die Abstimmung eher komfortorientiert, Fahrwerk und Federung filtern Unebenheiten souverän, bieten aber wenig dynamischen Restwert. So bleibt der HR-V zwar ein zuverlässiger Gefährte, der Routineaufgaben zuverlässig löst, aber im sportlich-ambitionierten Wettbewerbsumfeld zurücksteckt. Modelle wie der Toyota Yaris Cross Hybrid, Kia Niro Hybrid oder Mazda CX-30 glänzen hier mit niedrigeren Einstiegspreisen, schnittigerem Design und teils besseren Infotainment-Lösungen – bringen aber oft weniger Innenraumvorteile und Flexibilität mit.
Für Fuhrparklösungen taugt der Honda HR-V als pflegeleichte, langlebige und kalkulierbare Alternative – vor allem für Kilometerfresser, die wenig Langstrecke fahren, hohe Verfügbarkeit schätzen und Wert auf Laderaum sowie Komfort legen. Die Hybridtechnik dürfte bei niedrigen Wartungskosten und einer robusten Steuerbarkeit auch nach Ablauf der typischen Leasingdauer verlässliche Restwerte bieten. Ein Pluspunkt: Honda setzt auf eine breite Ausstattung mit aktiven und passiven Sicherheitssystemen, darunter ein adaptiver Kollisionswarner, Spurhalteassistent und Staupilot, – relevante Argumente für Flottenmanager, die Sicherheit ins Pflichtenheft schreiben. Dennoch: Wer das Plus an PHEV-Vorteilen und geringere Versteuerung sucht, muss sich anders orientieren.
Mit dem HR-V e:HEV lässt sich der Fuhrparkalltag komfortabel bestreiten, ein Imagegewinn ist er mit seiner unauffälligen Erscheinung und soliden Technik indes kaum. Das kompakte Hybrid-SUV bleibt ein Angebot für pragmatische Entscheider – und zielt als Dienstwagen stärker auf Unternehmen, die Betriebskosten, Effizienz und Zuverlässigkeit vor Status und Prestige stellen.


